{"id":5262,"date":"2014-07-31T10:13:25","date_gmt":"2014-07-31T08:13:25","guid":{"rendered":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/?page_id=5262"},"modified":"2022-02-28T12:15:33","modified_gmt":"2022-02-28T11:15:33","slug":"chronik-1945-1995","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/unsere-schule\/chronik-1945-1995\/","title":{"rendered":"Chronik 1945-1995"},"content":{"rendered":"<p>In F\u00fcrstenfeldbruck gab es 1945 nur zwei Schulgeb\u00e4ude, zwei Volksschulen, keine weiterf\u00fchrende Schule, auch keine Realschule. Eine M\u00e4dchenschule im Geb\u00e4ude der heutigen Grundschule-Mitte am Niederbronnerweg 3 und eine Knabenschule im direkt daran angrenzenden Geb\u00e4ude, dem heutigen Nebenhaus des Graf-Rasso-Gymnasiums. In einem hinteren Raum dieser Knabenschule war noch die Berufsschule untergebracht. Bis zu ihrem f\u00fcnfundneunzigsten Lebensjahr war Amanda Wohlmuth eine muntere Frau. Zu unserem tiefen Bedauern verstarb sie vor einigen Wochen (Oktober). In ihrem bisherigen Leben hat sie viel gearbeitet, ist erst mit einundsiebzigeinhalb Jahren als Lehrerin in Rente gegangen. Damals 1945, als die amerikanischen Panzer kamen, hat sie ein wei\u00dfes Handtuch aus dem Fenster geh\u00e4ngt, &#8222;ein Betttuch war ja viel zu schwer&#8220;. &#8218;Fr\u00e4ulein&#8216; wurde sie von ihren Sch\u00fclerinnen an der M\u00e4dchenschule genannt, &#8218;Fr\u00e4ulein&#8216; war damals der \u00fcbliche Begriff f\u00fcr eine Lehrerin auch mit Mann und Kind. W\u00e4hrend des 3. Reiches war sie als Gegnerin des Regimes bekannt gewesen und so wurde ihr nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen 1945 die Leitung der Knabenschule in F\u00fcrstenfeldbruck \u00fcbertragen. &#8222;Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren Nazis oder zumindest als Mitl\u00e4ufer verd\u00e4chtigt und des Unterrichts enthoben&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Es gab nur noch Frl. Schnecker, eine Handarbeitslehrerin, die nach Maisach versetzt wurde und die Englischen Fr\u00e4ulein. Mater Wilhelma leitete die M\u00e4dchenschule und die Nonnen unterst\u00fctzten auch Amanda Wohlmuth an der Knabenschule.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_wohlm.gif\" width=\"248\" height=\"218\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Amanda Wohlmuth und ihre Tochter Ada Adler<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;1945, der Krieg war aus, mir ist die ganze Landschaft hintennach so vorgekommen wie jetzt, so tr\u00fcbes Tauwetter, obwohl man die Freud gehabt hat, dass jetzt das alles rum ist&#8220;, so schildert sie im kalten Februar 1997 die damalige Stimmung. Als Lehrerin sah sie die Lage der Kinder, die nach M\u00fcnchen zur Oberschule gehen wollten: &#8222;Also jetzt haben die Kinder keine Schuh gehabt, keine Kleider, nichts zu Essen, haben gefroren. Die Bahn war doch furchtbar! Sie k\u00f6nnen sich keinen Begriff machen! Es fuhr ja nur zwei- dreimal am Tag ein Zug mit Dampflok. Da ist man auf dem Trittbrett gefahren! Da ist man hinten auf den Puffern gesessen! Die Menschen hingen doch drau\u00dfen an den T\u00fcren!&#8220; Sie wollte &#8218;ihren Kindern&#8216; diese Bahnfahrten in den \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcgen zur Pasinger Oberschule ersparen, und erst recht in diesem Zustand.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_unters.gif\" width=\"250\" height=\"175\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schuluntersuchung durch die Alliierten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>So war es ihr eine zwingende Notwendigkeit, sich f\u00fcr eine Oberschule einzusetzen. Ihre Idee war nicht neu; schon in den 20er Jahren war der Gedanke einer h\u00f6heren Lehranstalt f\u00fcr die Jugend von F\u00fcrstenfeldbruck und Umgebung verfochten worden. Mitstreiter in ihrem Anliegen wurde jetzt schnell ihr &#8218;br\u00fcderlicher Freund&#8216; Karl Sporrer, Pianist und Klavierp\u00e4dagoge, sp\u00e4ter auch Gr\u00fcnder und Stadtrat f\u00fcr die parteipolitisch unabh\u00e4ngige &#8218;UAG-Freunde der Stadt&#8216; (Unabh\u00e4ngige Arbeitsgemeinschaft&#8230;). Er war als Nazigegner bekannt, seine Mutter Anna war wegen regimekritischer \u00e4u\u00dferungen sogar vor\u00fcbergehend verhaftet worden. Er hatte gute Kontakte zu den politisch Verfolgten und konnte diese f\u00fcr das Entstehen unserer Schule nutzen.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_sporrer.gif\" width=\"162\" height=\"208\" align=\"BOTTOM\" border=\" alt=\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Karl Sporrer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Sch\u00fcler ohne Schule<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Da habe ich mit Karl Sporrer geredet, haben wir gesagt, &#8218;das geht nicht so weiter! Bruck ist so gro\u00df, die Sch\u00fclerzahlen sind so gro\u00df. Da geh\u00f6rt eine Oberschule her.&#8216; Und da haben wir das alles unternommen. Bin ich gleich zu den zwei B\u00fcrgermeistern gegangen. Wenn ich zu denen gekommen bin, der Neumeier hat hinten gesessen, wie eine Spinne ist er zur\u00fcckgegangen. Hab ich schon gesehen, wenn ich kam. Ich bin ja fast jeden Tag hin. Ich hab ja keine Ruh gegeben&#8220;, so schildert Amanda Wohlmuth ihr best\u00e4ndiges Wirken f\u00fcr ihre Idee. Sie hat sich an keine Sprechstunde gehalten, monatelang hat sie fast t\u00e4glich ihr Anliegen vorgetragen, nicht locker gelassen. Zeitungen gab es zu diesem Zeitpunkt in Bruck noch nicht, wo sie ihr Anliegen h\u00e4tte \u00f6ffentlich machen k\u00f6nnen. Sie versteht heute, dass es damals viel aufzubauen gab und die gew\u00e4hlten B\u00fcrgervertreter anderes im Kopf hatten als den Aufbau einer Schule. Die B\u00fcrgermeister Neumeier und Wachter wussten nicht, wo eine solche Schule unterzubringen sei. Und der historische Dialog muss sich laut Amanda Wohlmuth so angeh\u00f6rt haben: &#8222;&#8218;Wir haben doch kein Haus. Wie bringen wir die unter?&#8216; Hab ich gesagt: &#8218;\u00fcberlegt es Euch, wof\u00fcr seid Ihr B\u00fcrgermeister?!'&#8220;<\/p>\n<p><strong>Schule ohne Lehrer<\/strong><\/p>\n<p>Auch Lehrkr\u00e4fte mussten gefunden werden, die meisten durften noch nicht wieder unterrichten, da ihre Beteiligung am Naziregime noch nicht n\u00e4her untersucht worden war. Die daf\u00fcr zust\u00e4ndige Spruchkammer war im &#8218;Schorerhaus&#8216;; so hie\u00df das Haus des ehemaligen Nazi-B\u00fcrgermeisters Adolf Schorer, das Haus, in dem heute unser Elternpflegschaftsvorsitzender Dr. Kainzinger seine Praxis hat. Amanda Wohlmuth war von der Spruchkammer h\u00e4ufiger als Zeugin hinzugezogen worden, sie kannte sich dort aus. Auch kannte sie einige Lehrkr\u00e4fte. Best\u00e4rkt durch Karl Sporrer meinte sie: &#8222;Da habe ich mir alle sagen lassen, die noch nicht entnazifiziert waren.&#8220; Der sp\u00e4ter erste Direktor der Schule, Dr. Hans Lindemann (klassische Sprachen, Deutsch, Geschichte) geh\u00f6rte dazu, und die dann so pr\u00e4gende Lehrerin Edeltraut Deisenhofer (Chemie, Biologie, Erdkunde).<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_deisenhf.gif\" width=\"114\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Frau Deisenhofer und Herr Lubos, dahinter Herr Scheid beim Klassentreffen der Gr\u00fcndungssch\u00fcler 1993<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Lindemann war noch nicht entnazifiziert. Er geh\u00f6rte halt zu denen, die so dazu sind. Man hat ja dabei sein m\u00fcssen. Er war wohl Parteimitglied gewesen. Und dann bin ich auf die Spruchkammer und hab gesagt: &#8218;Da sind so und so viele Lehrer, die k\u00f6nnten wir in der Oberschule gleich einsetzen. Geh, schickts Euch mal, tut\u00eds die mal entnazifizieren.&#8216; Es geschah! Dr. Lindemann wurde entnazifiziert und die SS-Witwe Frau Deisenhofer.&#8220; Zu dieser Zeit hatten offensichtlich ehemalige Regimegegner auf unb\u00fcrokratische Weise allerlei Einfluss. Damit ist Amanda Wohlmuth eine wesentliche Initiatorin dieser Schule. Karl Sporrer best\u00e4rkte sie und half ihr dabei, mit ihm besprach sie den jeweils n\u00e4chsten Schritt. Jetzt war das Projekt immer noch eine &#8218;Schule ohne Raum&#8216;. Karl Sporrer hatte den gl\u00e4nzenden Einfall, mit leitenden Pers\u00f6nlichkeiten des J\u00fcdischen Komitees zu sprechen, die den Gasthof Bichlerbr\u00e4u beschlagnahmt hatten. Sie reagierten ausgesprochen verst\u00e4ndnisvoll und er konnte sie \u00fcberzeugen, das Geb\u00e4ude f\u00fcr eine Oberrealschule zu r\u00e4umen. Das J\u00fcdische Komitee fand daraufhin im ehemaligen Caf\u00c8 H\u00e4rtl eine Ersatzunterkunft. &#8218;Locus regit actum&#8216; &#8211; &#8218;Der Raum bestimmt die Leistung&#8216;, sagt ein lateinisches Sprichwort. Zun\u00e4chst war der Raum f\u00fcr die Leistung gefunden.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_bichlbr.gif\" width=\"250\" height=\"157\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wirtshausschild Bichlerbr\u00e4u<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Schule ohne Genehmigung<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen bem\u00fchten sich Baudirektor Landschreiber, der Sohn des Brucker Kunstmalers und Nazigegners Max Landschreiber, und Dr. Hans Lindemann, eine Genehmigung f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Schule zu bekommen. Helmut Geys z.B., der Sohn unserer sp\u00e4teren Lehrerin Martha Geys, traf Dr. Lindemann, wie er im Zug nach M\u00fcnchen sa\u00df und Sch\u00fclerzahlen berechnete, \u00fcberlegte, ob diese wohl ein ausreichendes Argument f\u00fcr eine Schule sein w\u00fcrden. In einer Denkschrift hatten er und andere 121 Unterschriften &#8218;von besorgten Eltern&#8216; gesammelt, die Stadtrat Huber dem Staatsminister f\u00fcr Unterricht und Kultus am 27.10.1947 \u00fcberreichte. Am 20. November 1947 genehmigte das Staatsministerium f\u00fcr Unterricht und Kultus die Verlegung von drei Klassen der Oberrealschule M\u00fcnchen-Pasing nach F\u00fcrstenfeldbruck.<\/p>\n<p>Eine Gr\u00fcndungsversammlung unter Leitung von Dr. Lindemann fand im Jungbr\u00e4u statt. Der Versammlungsleiter dankte in seiner Rede der Stadt und einzelner Personen, z.B. auch der Sch\u00fclermutter, die die anstrengenden Putzarbeiten f\u00fcr die Schule auf sich genommen hatte. Sp\u00e4ter entschuldigte er sich bei Amanda Wohlmuth, dass er sie in seiner Dankesrede vergessen hatte. Das Bichlerbr\u00e4u wurde besichtigt, zun\u00e4chst waren dort drei R\u00e4ume f\u00fcr die 111 Sch\u00fcler und 53 Sch\u00fclerinnen von der amerikanischen Milit\u00e4rregierung genehmigt. Wirtsr\u00e4ume als Schuls\u00e4le? Vorgeschichte als Br\u00e4ugeschichte?<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen scheinen besonders froh \u00fcber die neue Schule gewesen zu sein, wurde ihnen doch die Fahrt in den \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcgen, das &#8218;Herumlungern&#8216; auf den Bahnh\u00f6fen, und die &#8218;Charaktersch\u00e4digung durch die Gro\u00dfstadt&#8216; erst recht nicht zugemutet, in dieser abenteuerlichen Zeit. &#8222;Ohne diese Schule w\u00e4re ich nicht zur Oberschule gegangen, ganz bestimmt nicht!&#8220; sagt Anneliese Sponer (Schn\u00f6dt 1947-53), eine der Gr\u00fcndungssch\u00fclerinnen. &#8222;Ich war so ein unterern\u00e4hrtes Krischperl und es war auch nicht so wichtig, &#8218;M\u00e4dchen m\u00fcssen nicht auf die Oberschule gehen&#8216;.&#8220;<br \/>\nAnneliese Gammel (geb. Huber, 47-50, Tochter des Stadtrats Huber) geh\u00f6rte z.B. zu den wenigen M\u00e4dchen, die schon drei Monate t\u00e4glich nach Pasing zur Schule fuhren, bis sie davon durch die Schulgr\u00fcndung erl\u00f6st wurden. Die fr\u00fche Form des &#8218;S- Bahn Surfens&#8216; fand sie schlimm, aber auch erlebnisreich. &#8222;Wir Kinder sind drau\u00dfen auf den 40 cm breiten Auftrittbrettern vor den T\u00fcren der \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcge gestanden, auf diese Weise von einer Station zur anderen gefahren , bis Erwachsene gekommen sind und uns durchs Fenster reingehoben haben. Das Fahren drau\u00dfen am Zug war zwar verboten, aber was sollte man machen?!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Eine Schule wird gegr\u00fcndet (1947-1950)<\/strong><\/p>\n<p>Als die Schule ins Leben trat &#8211; in der Stunde Null &#8211; gab es noch keine Bundesrepublik Deutschland, auch wenn Bayern schon wiedererstanden war. Kein Fernseher stand in den Wohnzimmern, kaum ein Auto war in der Garage, auch wenn der elektrische Strom und das Telefon schon erfunden waren. M\u00fcnchen war weithin ein Tr\u00fcmmerfeld, viele V\u00e4ter waren noch in Kriegsgefangenschaft, Lebensmittel gab es nur gegen Marken und die W\u00e4hrungsreform hatte noch nicht stattgefunden.<\/p>\n<p>&#8218;Den Unterrichtsbetrieb der Zweigstelle er\u00f6ffnete am 5.12.47 ein Gottesdienst beider Konfessionen und eine schlichte, musikalisch umrahmte Feierstunde im Jungbr\u00e4usaal, an der auch Vertreter der Besatzungsmacht und der Beh\u00f6rden teilnahmen&#8216;, so schildert der erste Jahresbericht von 1951 den Anfang. Die &#8218;164 Sch\u00fcler, darunter 53 M\u00e4dchen&#8216; waren in drei 1. Klassen, eine 2. Klasse und eine 3. Klasse gegliedert, heute w\u00fcrden sie als drei 5., eine 6. und eine 7. Klasse gelten. In der Klasse 1 c gab es &#8218;Realisten&#8216; und &#8218;Humanisten&#8216;, d.h. Oberrealsch\u00fcler und Gymnasiasten. Die Schulm\u00f6bel kamen von der Landespolizeischule, der Volksschule und der Berufsschule. Im M\u00e4rz 1948 trafen endlich die von der Stadtverwaltung neubeschafften 70 Schulb\u00e4nke ein.<\/p>\n<p>Mit dem Schuljahr 48\/49 vermehrte sich die Zahl der Klassenzimmer f\u00fcr die nunmehr 261 Sch\u00fcler um zwei gro\u00dfe R\u00e4ume im 1. Stock des Bichlerbr\u00e4us. Trotz der Raumenge wurde in zwei Schichten voller stundenplanm\u00e4\u00dfiger Unterricht, von 1949 an sogar in den vorgeschriebenen 50-Minuten-Stunden erteilt.<\/p>\n<p>Am Anfang hat man einfach gehandelt, einfach getan was m\u00f6glich war. Irgendwie wurden ein Epidiaskop, ein Projektionsapparat, eine Schreibmaschine, eine N\u00e4hmaschine und schwarze Bretter als Schultafeln beschafft. Es wurden erstaunliche Kr\u00e4fte lebendig. Jemand hat die bacchantischen Bilder an den W\u00e4nden im 1. Stock \u00fcberwei\u00dfelt. Man hat nicht daran gedacht, dass sich sp\u00e4ter mal jemand f\u00fcr dieses Tun interessieren w\u00fcrde. Und was ist von diesen sagenumwobenen Pioniertaten heute in Erinnerung geblieben? Meist sind es R\u00e4ume, die die Anfangssch\u00fcler erinnern. Ein ganz bestimmter Raum im Bichlerbr\u00e4u, und da steht ein ganz bestimmter Lehrer, eine ganz bestimmte Lehrerin &#8211; Frau Geys z.B. mit ihrem Haarnetz. Frau Geys und das Haarnetz geh\u00f6ren zusammen. So ganz bildhaft. Sie ist ohne Haarnetz gar nicht vorstellbar.<\/p>\n<p>Wenn gezeichnet wurde, dann noch auf beiden Seiten des Blatts, um Papier zu sparen.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_grg50.gif\" width=\"250\" height=\"369\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Logo von Guido Zingerl: 50 Jahre Graf-Rasso-Gymnasium<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>In der Erinnerung sind auf einmal die gr\u00fcnen Wirtshausb\u00e4nke der L\u00f6wenbrauerei wieder da, oder die Pappw\u00e4nde, durch die Klassenr\u00e4ume geschaffen waren, ein multidimensionaler Unterricht. Hat man doch immer den Lehrer in der Nachbarklasse mitgeh\u00f6rt. Eine saubere Wirtschaft! Auf einmal sieht man das Loch in der Wand, durch das man Botschaften in die Nachbarklasse bef\u00f6rderte, oder auch die Rauferei, bei der jemand durch die Pappwand ins Nachbarklasszimmer kugelte.<\/p>\n<p>Die l\u00e4dierten St\u00fchle sind wieder da, die Mitsch\u00fcler, wie sie brav auf ihren St\u00fchlen sa\u00dfen, aufsprangen, wenn sie eine Antwort geben sollten, oder auch die Papierk\u00fcgelchen, die hin und wieder durch die Luft flogen. &#8222;In der kleinen Pause, beim Lehrerwechsel, haben wir Samba getanzt und sind gesaust, wenn der Lehrer kam&#8220;, f\u00e4llt Dr. Hertha Bargmann-Huber (1947-53) sofort ein. Denn so anders als heute waren die Sch\u00fcler von damals gar nicht.<br \/>\nMan sieht vielleicht diese Inschrift &#8218;Cellar&#8216; an der Kellert\u00fcr, die noch aus der Zeit des J\u00fcdischen Komitees \u00fcbriggeblieben war, und die zur Kegelbahn f\u00fchrte, dem Turnsaal. Die Luft dort unten war immer sehr stickig, bei Gymnastik und Ballspielen. Im Eingangsraum, ein Tisch f\u00fcr die Schulspeisung, Kakao von den Amerikanern. Gustav B\u00fcrger, der Hauswart, holte sich immer zwei kr\u00e4ftige Burschen aus einer Klasse, um die schweren Kannen tragen zu lassen. Und da die Schulglocke. Wenn man sie zog, dann l\u00e4utete es. Alle 50 Minuten durfte einer l\u00e4uten.<br \/>\nAuch die Aufschrift &#8218;Sekretariat&#8216; gab es schon und der Weg die Treppe hinauf brachte die Jungen und M\u00e4dchen zum &#8218;Kauf-Laden&#8216; f\u00fcr Landkarten und Hefte, zu Frau Magdalena Kauf, die in manch heimlicher Not wie eine Mutter half. Lehrerzimmer, Sekretariat und Direktorat waren zusammen in diesem Raum vereinigt. Der Kiosk auf der Hauptstra\u00dfe steht pl\u00f6tzlich vor Augen, wie man in den Pausen durchs Fenster die Kaufverhandlungen um S\u00fc\u00dfigkeiten f\u00fchrte. Gab es dort Bienenstich oder Amerikaner? Und an Markttagen kamen nach alter Gewohnheit die H\u00e4ndler ins Bichlerbr\u00e4u und wollten eine Ma\u00df. Sie trafen statt der Kellnerin den Lateinlehrer.<\/p>\n<p>Weihnachten 1947 muss es gewesen sein, als amerikanische Soldaten die Sch\u00fcler im offenen LKW \u00fcber die &#8217;staden&#8216; Stra\u00dfen hin\u00fcber zum Fliegerhorst fuhren. &#8222;Wir hockten eng gedr\u00e4ngt auf Holzb\u00e4nken unter der Plane, erwartungsvoll und gespannt. Dann brach Weihnachten auf angels\u00e4chsisch \u00fcber uns herein: Christb\u00e4ume, an denen sich Farbfanatiker ausgetobt hatten. Pink, diesen Ton sollten wir erst hier kennenlernen. \u00fcberw\u00e4ltigende Dekorationen mit Stechpalmen, roten Weihnachtssternen, Misteln und Papiergirlanden, Kugeln, deren Durchmesser sportliche Ausma\u00dfe hatten. Freundliche Khakim\u00e4nner geleiteten uns in die Unteroffiziersmesse. Dort waren liebevoll Tische gedeckt, und nach Kakao und Kuchen wartete auf uns die Offenbarung: Ice cream!&#8230;Ice cream, knallbunte Candies in R\u00f6llchen, wie kleine Rettungsringe geformt, Plumpudding aus gr\u00fcnen Dosen. Nie wieder wird mir Plumpudding so schmecken wie damals und dann das Kino, Kinderch\u00f6re mit und ohne Bing Crosby &#8211; nichts s\u00e4uselnd Trauliches, sondern kraftvolle Munterkeit. Wohlige W\u00e4rme umfing uns, und ich sehe immer noch Rot und Pink vor mir. Einen friedlich brummenden Santa Claus auf dem Podest mit rotem, pelzverbr\u00e4mtem Samtmantel und wei\u00dfem Rauschebart. Feengleiche Ladies in Traumgew\u00e4ndern &#8211; rot, pink, schwarz, t\u00fcrkis &#8211; die uns umsorgten. Ihr Schmuck glitzerte, die Gesichter waren versch\u00f6nt mit &#8218;Happy-End&#8216; Make-up (das hie\u00df wirklich so!), Klimperwimpern und Lippenstiftfarben, wie sie meine Mutter immer bevorzugt hatte, unter v\u00f6lliger Missachtung der NS-Parole: &#8218;Eine deutsche Frau schminkt sich nicht.'&#8220;(Ada Adler, F\u00fcrstenfeldbrucker Tagblatt, Weihnachten 1991)<\/p>\n<p>Die Orte der Wandertage sind nicht zu vergessen, liegen sie doch bescheiden in unmittelbarer Umgebung von F\u00fcrstenfeldbruck, das Wildmoos und die Rothschwaige. &#8218;Durch Besichtigungen und Wanderungen wird der Gesichtskreis der Sch\u00fcler erweitert&#8216;, erl\u00e4uterte die Chronistin des 1. Jahresberichtes die dahinterliegende p\u00e4dagogische Absicht. Und da das Wildmoos nun mal im Freien ist, f\u00e4llt sofort das Wetter ein. Eigenartigerweise soll es dabei auch im Fr\u00fchsommer fast immer geregnet haben.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_ausfl52.gif\" width=\"221\" height=\"177\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ausflug 1952<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ada Adler: &#8222;Ich erinnere mich noch, dass wir immer gebibbert haben, weil es merkw\u00fcrdigerweise meistens geregnet hat. Frau Deisenhofer hat uns auch mal sicher durch das Wildmoos (von Sch\u00f6ngeising zum Jexhof hin) geleitet. Es war n\u00e4mlich damals noch ein richtiges Wildmoos und es war gar nicht so einfach, die richtigen Wege zu finden, dass man nicht wirklich im Sumpf gelandet ist. Man hat in den Wasserl\u00e4ufen noch Feuersalamander gesehen. Die Maigl\u00f6ckchen haben gebl\u00fcht, das wei\u00df ich noch, wie wir mit der Frau Deisenhofer vorbei sind.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten:<\/strong><\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr den gesamten Lehrbetrieb war der &#8218;Anstaltsleiter&#8216; der Oberrealschule M\u00fcnchen-Pasing, Herr Oberstudiendirektor Hartmannsgruber. Bei einem feierlichen Anlass soll er sogar einmal von Brucker Sch\u00fclern gesehen worden sein, auch wenn er mit seiner Arbeit dort in Pasing ausgelastet war. Hier wirkte stellvertretend Dr. Hans Lindemann und hatte wohl vor allem auf die Sch\u00fcler des humanistischen Zweiges einen pr\u00e4genden Einfluss. Als er l\u00e4ngere Zeit erkrankt war, vertrat ihn Martha Geys, die Chronistin des 1. Jahresberichts. Ada Adler, geb. Wohlmuth, und Tochter der Hebamme unserer Schule, sieht, wenn sie an das Bichlerbr\u00e4u denkt, zuerst Dr. Adolf Layer (Deutsch, Geschichte, Erdkunde) vor ihrem inneren Auge, vielleicht, weil er der Deutschlehrer war, vielleicht auch weil er als Kriegsversehrter mit einer Kr\u00fccke ging.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_layer.gif\" width=\"130\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dr. Adolf Layer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dr. Layer war wohl so, wie er auf dem Bild aussieht: heiter. Gerade seine Heiterkeit hat viele Sch\u00fcler f\u00fcr ihn eingenommen.<\/p>\n<p>Unterrichten ist ja eine Angelegenheit der Pers\u00f6nlichkeit. Und da erinnert man eben die Lehrerpers\u00f6nlichkeit, ihr \u00e4u\u00dferes Erscheinungsbild und die angenehmen oder unangenehmen Auswirkungen. Otto Sponer (Sch\u00fcler 47-53): &#8222;Frau Silbernagel (Zeichnen, Erdkunde, sp\u00e4ter hie\u00df sie Merz) war h\u00fcbsch anzuschauen, eine angenehme Erscheinung. Ihr Unterricht bestand haupts\u00e4chlich darin, dass sie sich vorne aufs Pult setzte, ihre sch\u00f6nen langen Beine \u00fcbereinanderschlug und sagte: &#8218;Jetzt zeichnet einmal eine Rose.'&#8220;<\/p>\n<p>Heimlich wurde sie &#8218;Zenzi&#8216; genannt, da sie einmal einer Klasse den Auftrag gegeben hatte, eine Magd zu zeichnen, die Zenzi hie\u00df. Anneliese Sponer: &#8222;Es war noch im Bichlerbr\u00e4u in der 3. Klasse. Wir hatten Zeichenunterricht und Frau Silbernagel verlie\u00df den Unterrichtsraum und dann hat sich der Olms Dieter umgedreht und hat hinterhergerufen, &#8218;Pf\u00fcrti, Zenzi&#8216;. Sie h\u00f6rte es, drehte sich um, &#8218;Wer war das?&#8216;, ging hin, gab ihm eine schallende Ohrfeige und ging wieder hinaus. Kein Ton! Kein Wortwechsel, nichts. Otto Sponer: &#8222;Nat\u00fcrlich war das f\u00fcr unsere Begriffe damals eine freche und despektierliche Bemerkung. Sie hat es sofort geahndet &#8211; fertig. Das war doch keine Pr\u00fcgelstrafe! Das war doch nur ne Watschn. Es war das einzige Mal, wo so etwas passierte.&#8220; Und das Paar meint, dass nur die Watschn der Grund ist, warum man sich heute an das Ereignis erinnert. W\u00e4re Frau Silbernagel nur zur T\u00fcr hinausgegangen, wer w\u00fcrde daran noch heute denken?!<\/p>\n<p>&#8222;Sie war a rechts pfiffigs Frauenzimmer. Sie hatte ein Dixie-Auto, so ein kleines Cabriot. Auf dem Dach war eine gro\u00dfe Fu\u00dfstapfe draufgemalt, f\u00fcr die 50er Jahre erstaunlich&#8220;, so sieht Peter Seitz diese Kunstlehrerin. &#8222;Wir haben mit der Zenzi viel gemacht, z.B. einen Festumzug, wie er heuer wieder stattfindet. R\u00f6merschilder haben wir gemalt, alles bei ihr. Sie war sehr engagiert.&#8220;<\/p>\n<p>Josef Dering war Kunstlehrer im Bichlerbr\u00e4u. Sp\u00e4ter hat er die gr\u00fcnen Kacheln der Sparkasse entworfen. Auf vielen Sch\u00fclerzeichnungen von damals sieht man seine &#8218;Handschrift&#8216;, hat er doch an den R\u00e4ndern der Bl\u00e4tter oft seine Vorstellungen vorgezeichnet.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_dering.gif\" width=\"250\" height=\"301\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zeichnung von Ada Wohlmuth<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auch Sch\u00f6nschrift wurde von ihm sehr gepflegt, mit Tusche und einer breiten Feder<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_schoen.gif\" width=\"250\" height=\"114\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sch\u00f6nschriftseite von Anneliese Sponer (Schn\u00f6dt, 1947-53)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Von Dr. Gabriele Funk (Deutsch, Geschichte, Englisch, sp\u00e4ter hie\u00df sie Limmer) h\u00f6ren wir heute, &#8218;die haben wir m\u00f6gen.&#8216; Otto Sponer: &#8222;Sie hatte einfach Atmosph\u00e4re, Ausstrahlung; wenn sie nur reinkam, war es mucksm\u00e4uschenstill. Sie ist mit den Buben fertig geworden.&#8220; Mit den &#8218;Buben fertig zu werden&#8216; war offensichtlich gar nicht immer eine sehr leichte Aufgabe, denn es soll auch eine junge Lehrerin gegeben haben, die weinend aus der Klasse lief, weil die Jungen dem Zeitgeist entsprechend &#8218;gejazzt&#8216; haben, d.h. getrommelt und gesungen, w\u00e4hrend die Lehrerin vorne um Aufmerksamkeit rang. Anneliese Sponer: &#8222;Wir M\u00e4dchen waren immer brav. Wir haben ja Respekt und Angst vor den Lehrern gehabt. Uns M\u00e4dchen hat es gar nicht gepasst, wenn die Buben die Lehrer terrorisiert haben. Wir hatten dann ein schlechtes Gewissen.&#8220;<\/p>\n<p>Viele Sch\u00fcler sehen Gerda Konrad (Musik, Deutsch, sp\u00e4ter hie\u00df sie Frank) vor sich, ihre Musiklehrerin, den Kopf betulich in Schr\u00e4ghaltung, wenn sie von &#8218;Schubet&#8216; sprach, von &#8218;dem schweren Schicksal, dass Schubet so fr\u00fch gestorben ist.'(Peter Seitz)<\/p>\n<p>Ada Adler: &#8222;Wenn man einen 1er im Singen hatte, kam man in den Chor. Ich formuliere das einmal extra neutral, man h\u00e4tte vielleicht sagen k\u00f6nnen, &#8218;durfte&#8216; man in den Chor, zumindestens in unserer Ausdrucksweise war es &#8218;musste&#8216; man in den Chor, und der Chor war n\u00e4mlich nachmittags oder in der letzten Stunde, wenn die anderen schon heim durften. Und ich wei\u00df, dass ich mal absichtlich versucht habe, m\u00f6glichst schlecht zu singen, nur um nicht in den Chor zu m\u00fcssen. Wenn man nur einen 2er hatte, war man schon aus dem Schneider. Es waren aber auch Lieder wie &#8218;Kommt, ihr Gspielen, wir wolln uns k\u00fchlen, bei diesem frischen Taue&#8216;, &#8211; also Sachen, die uns nicht sonderlich begeistert haben&#8220;.<\/p>\n<p>Dabei soll die Melodie zu diesem Lied ganz ansprechend sein und satirische Geister k\u00f6nnten im Text sogar einen fr\u00fchen Aufruf zur Einf\u00fchrung der Sommerzeit entdecken:<br \/>\n&#8218;Kommt, ihr Gspielen, wir wolln uns k\u00fchlen, bei diesem frischen Taue. Werdet ihr singen, wird es erklingen, fern in dieser Aue. H\u00f6rt, ihr Gsellen, die H\u00fcndlein bellen, was wollen wir beginnen? Lasset uns kriegen, lasset uns siegen, Sommerzeit gewinnen. Ist es nicht Schande, weit in dem Lande, wenn wir uns besinnen.&#8216; (T.u.W. Melchior Franck, 1630)<\/p>\n<p>Als Vertreterin der evangelischen Minderheit hat Ada Adler Pfarrer Julius Stockmeier noch als Religionslehrer erlebt. Wir kennen heute nur den Stockmeierweg.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_stmeier.jpg\" width=\"250\" height=\"249\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pfarrer Stockmeier, April 1952 (Foto: Anneliese Sponer)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Pfarrer Stockmeier hatte Schwierigkeiten mit uns. Er war ein Pfarrer alten Schlags, ein friedlicher, korrekter und pflichteifriger Mensch, aber jemand, der immer sehr gern seine Sch\u00e4fchen um sich scharte, und es auch erwartete, dass die Sch\u00e4fchen das Ihrige dazu beitrugen. Wir waren aber in ganz anderer Richtung Schafe. Frech wie wir waren, sind wir mit beachtlicher Verz\u00f6gerung, 10 oder 15 Minuten sp\u00e4ter in den Religionsunterricht gekommen, und als wir reinkamen, hat uns der Anblick schier erschlagen: Der Pfarrer Stockmeier ist n\u00e4mlich nicht naus, er hat nicht geschimpft, er hat nicht von seinen Disziplinarma\u00dfnahmen Gebrauch gemacht, er ist in der Bank gesessen und hat gebetet. Und das hat uns ungemein ergriffen und beeindruckt und da hat er f\u00fcr alle Zeiten bei uns einen Stein im Brett gehabt. Das war etwas von gelebtem Glauben, das uns anger\u00fchrt hat. Wir haben auch noch dar\u00fcber gesprochen, was uns aber nicht gehindert hat, uns in kommenden Stunden wieder bl\u00f6d zu benehmen. Das war sowieso das Flegelalter und die Zeit der Aufm\u00fcpfigkeit. Aber dass wir da von seinem Glaubensbereich etwas so direkt vorgelebt bekommen haben, das hat uns sehr ger\u00fchrt&#8220;, erz\u00e4hlt Ada Adler.<br \/>\nMartha Geys dichtete zum Fasching 1950 \u00fcber ihn:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Herr Pfarrer Stockmeier<br \/>\nraucht gro\u00dfe Zigarrn<br \/>\nund lacht in sein Bauch<br \/>\n\u00fcber die Welt voller Narrn.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ada Adler: &#8222;Der Mathematiklehrer Hans Knuth aus Berlin ist auch mal mit uns durchs Wildmoos gegangen, und zur h\u00f6chsten Gaudi der Klasse hat er sich am Kompass orientiert. Das war f\u00fcr uns nat\u00fcrlich ein gefundenes Fressen, weil bei der Frau Deisenhofer hatte man den Eindruck, die findet sich im Schlaf zurecht. Und der Herr Knuth, wie soll er denn als Berliner sich im Wildmoos auskennen?!&#8220;<br \/>\nEdeltraut Deisenhofer mit ihren drei T\u00f6chtern (Ingrid, Roswitha und Mechthild) darf also in der Geschichte dieser Schule nicht fehlen. &#8222;Sie war immer eine gerade stehende, aufrechtgehende Frau mit hoch erhobenem Kopf, eine imponierende Gestalt&#8220;, meint Otto Sponer. In der Zeit, als es weder Schulb\u00fccher noch Wandbilder gab, bot sie einen h\u00f6chst anschaulichen Biologieunterricht. &#8222;Aus der benachbarten Metzgerei Kneissl holte sie n\u00e4mlich, was immer sie brauchen konnte: Gebisse von Rindern, H\u00f6rner, Hufe; ja ganze Sch\u00e4del erbettelte sie sich; auch zu Tier\u00e4rzten und Pferdemetzgern nahm sie entsprechende Beziehungen auf. Die &#8218;Exponate&#8216; kochte sie zu Hause aus und schleppte sie dann in die Schule. Einige Produkte dieser Pioniertaten stehen heute noch in unserer biologischen Sammlung &#8211; einfach unverw\u00fcstlich.&#8220; (Therese Risinger zum 25j\u00e4hrigen Abitur an dieser Schule, 1984)<br \/>\nWenn schon 1951 biologische Pr\u00e4parate mit einem Katalogwert von 1200 DM f\u00fcr die Schule hergestellt waren, so ist dies sicherlich vor allem Frau Deisenhofer zu verdanken. &#8222;Es war ja damals alles ungemein schwierig ohne Ger\u00e4te. In der Chemie hat man einen Bunsenbrenner gehabt und damit musste Frau Deisenhofer improvisieren,&#8220; erz\u00e4hlt Otto Sponer. Auch wenn es im Unterricht manchmal &#8218;drunter und dr\u00fcber ging&#8216;, &#8222;war sie doch so menschlich&#8220;, meint Anneliese Sponer. &#8222;Die Deisenhoferin hat bei ihren Versuchen alles zsambracht. Sie hat immer gewusst, wo es was gibt, damit sie es sich f\u00fcr die Schule holen konnte.&#8220; (Peter Seitz) Fasching 1950 dichtete Martha Geys \u00fcber sie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Fischk\u00f6pf und Kalbsf\u00fc\u00df<br \/>\nSkelett, Kiemen, Haut<br \/>\nhat Frau Deisenhofer<br \/>\nbei uns drin anbaut.<br \/>\nDoch solcherne Nahrung<br \/>\ndie tut ihr net guat.<br \/>\nSie hat schon seit Wochen<br \/>\njetzt Faschingstollwut.<br \/>\nSie geht bald \u00e4gyptisch<br \/>\nals Nofretete,<br \/>\nund bald schmei\u00dft sie spanisch<br \/>\ndie F\u00fc\u00df in die H\u00f6h.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Allseitig entwickelt, wie man damals war, vermochte Frau Deisenhofer nat\u00fcrlich auch die M\u00e4dchen in &#8218;weiblicher Handarbeit&#8216; zu unterweisen &#8211; vom Bettuchflicken bis zum H\u00e4keln von Filethandschuhen war alles geboten. Frau Deisenhofer war offenbar sehr kreativ und &#8218;findig&#8216;, bei Wandertagen, Radausfl\u00fcgen, allen Schulaktivit\u00e4ten immer zugegen. Hat jemand auch mal die V\u00f6gel, Fr\u00f6sche, Lurche und M\u00e4use gesehen, die sie zu Hause f\u00fcr ihren Unterricht hielt? Unser heutiger Sch\u00fcler Moritz Sch\u00fctte ist ihr Urenkel. Wei\u00df er um die Bedeutung seiner Urgro\u00dfmutter f\u00fcr diese Schule? Was wissen die Menschen \u00fcber die Geschichte ihrer Familien und ihrer unmittelbaren Umgebung?<br \/>\nAda Adler (Wohlmuth) meint:&#8220;Frau Deisenhofer war bei den Schulausfl\u00fcgen immer sehr aktiv dabei. Das d\u00fcrfte zu ihrer Beliebtheit beigetragen haben. Sie war auch immer zust\u00e4ndig, wenn man f\u00fcr die Theaterst\u00fccke geschneidert hat. Sie war sehr modisch und sehr elegant angezogen, hatte einen Hang zum Extravaganten. Bei Schulfesten sind die Lehrer edel gekleidet in der 1. Reihe der Jahnhalle gesessen. Damals war ja noch nicht die Jeans-\u00e4ra. Frau Deisenhofer hatte einmal einen sehr ungew\u00f6hnlich geformten leuchtend wei\u00dfen Hut auf. Da erinnere ich mich an eine Sch\u00fclerbosheit, dass bei uns ein Gekicher durch die Reihen ging, weil irgendein Bl\u00f6dl das Ger\u00fccht aufgebracht hatte, &#8218;Frau Deisenhofer hat einen BH auf dem Kopf&#8216;. Ein Teil war in der Mitte und der andere Teil war am Ohr. Da gings nat\u00fcrlich durch die Reihen &#8217;schauts euch doch mal die Frau Deisenhofer an, die hat einen BH auf dem Kopf.&#8216; Wie ein Lauffeuer. Das mit dem BH ist mir in Erinnerung.&#8220;<br \/>\nHier ist unsere Frau Deisenhofer eindeutig das Opfer des Zeitgeistes. Dauernd diese amerikanischen &#8218;Bombenbusen&#8216; sehen, das war wohl zu aufregend neu, als dass man an was anderes h\u00e4tte denken k\u00f6nnen. Dabei trug sie doch gar kein &#8218;Happy-End Make-up&#8216;! &#8222;Frau Deisenhofer hat mit Leidenschaft enge R\u00f6cke mit Schlitz und St\u00f6ckelschuhe getragen. Sie war etwas Besonderes, auch in ihrer Selbstdarstellung, extravagante Assessoires &#8211; so ganz ungeniert,&#8220; erinnert sich Renate Seitz (Kolb). &#8222;Frau Deisenhofer war ganz leicht zu imitieren. Im Skilager ist mal einer an eine vermeintliche Tafel gegangen, hat etwas hingeschrieben, hat furchtbar mit dem Hintern gewackelt und eine exaltierte Bewegung mit dem Arm gemacht und alle wussten, wer es war.&#8220; (Peter Seitz) Ada Adler: &#8222;Bei Frau Deisenhofer haben wir auf der Kot-Alm auch eine dieser keltisch-germanischen Sonnenwendfeiern gemacht. Wir sind \u00fcber das offene Feuer gesprungen. Es war f\u00fcr uns ganz aufregend, denn wenn Junge und M\u00e4dchen zusammen \u00fcber das Feuer sprangen, dann kamen sie sp\u00e4ter im Leben zusammen.&#8220;<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_baumann.gif\" width=\"174\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gipfelst\u00fcrmer Dr. Br\u00fcckner, Geys,Baumann<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Anneliese Sponer (Schn\u00f6dt, 1947-53): &#8222;Herr Ludwig Baumann (klassische Sprachen, Deutsch, Geschichte) hat &#8218;Hecht&#8216; gehei\u00dfen, war eigentlich kein schlechter Lehrer, er war nur so ein Choleriker&#8220;. Und ihr Mann erg\u00e4nzt: &#8222;Freilich, da hat man schon aufpassen m\u00fcssen. Er ist aufgegangen wie eine Dampfnudel. Er hat losgebr\u00fcllt wie ein Wahnsinniger.&#8220; Anneliese Sponer zeigt ein Foto von Anfang der 50er Jahre, wo sie &#8211; welch eine Revolution! &#8211; in Hosen in der Schule erschienen war und prompt ein heftiges Gewitter durch Herrn Baumann ausl\u00f6ste<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_hose.jpg\" width=\"111\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Anneliese Schn\u00f6dt 1952 in Hose<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ehemalige Sch\u00fcler erz\u00e4hlen, wie sie im Lateinischen bei Herrn Baumann in den ersten Jahren &#8218;unerbittlich gedrillt wurden&#8216;, dass in der 4. oder 5. Klasse dieser Drill aber pl\u00f6tzlich aufgeh\u00f6rte. &#8222;Wir mussten auf einmal nicht mehr aufspringen und die Grammatik runterrattern, seitenweise, wie das vorher \u00fcblich war.&#8220; (Ada Adler)<br \/>\nMartha Geys hat die Schule wesentlich mitaufgebaut. Da sie w\u00e4hrend des 3. Reiches nicht in einer Nazi-Partei gewesen war, hatte sie nicht entnazifiziert werden m\u00fcssen und von Anfang an zur Verf\u00fcgung gestanden. Sie f\u00fchrte die Schule w\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren Erkrankung des ersten &#8218;Anstaltsleiters&#8216; Dr. Lindemann. Als Angestellte wurde zum allgemeinen Bedauern ihr Arbeitsvertrag in Bruck 1951 leider nicht verl\u00e4ngert, sie wechselte an eine M\u00fcnchner Schule und erlebte insgesamt 12 verschiedene Schulen. &#8218;Nur eine Gleichung ist das ganze Leben, und mehr als eine Gr\u00f6sse ist uns unbekannt.&#8216; (Geys)<\/p>\n<p>Ada Adler: &#8222;Frau Geys war Mathematik- und Physiklehrerin und ein etwas herber Typ. Man hatte den Eindruck, sie hatte sehr viel Zuneigung zu den Sch\u00fclern, sie hat sich aber nicht sehr leicht getan, diese Zuneigung auch zu \u00fcbermitteln. Sie kam aber indirekt zum Ausdruck, denn gerade die Naturwissenschaftler haben in der Regel ja nur ihren Fachbereich wahrgenommen und Frau Geys hat aber von sich aus den Wunsch gehabt, dass sie uns auch etwas Lebenshilfe gibt und da hat sie eine Art Anstandsunterricht eingef\u00fchrt. Zu Beginn ihrer Stunden hat sie uns das gute Benehmen in der Gesellschaft beigebracht. Wer geht zur T\u00fcr zuerst hinein? Wie geht man die Treppe hinauf? Ich glaub, das ging sogar bis zum &#8218;Wie isst man Hummer?&#8216; Diese ganzen Regeln, die sonst in den Tanzkursen vermittelt wurden, die hat uns Frau Geys am Anfang des Unterrichts beigebracht und dann hat sie uns in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden, jede Woche oder jeden Tag, einen weisen Spruch mitgegeben. Der eine hat mich so beeindruckt, dass ich ihn heut noch wei\u00df: &#8218;Es gibt drei Arten, weise zu werden, durch Nachahmung, das ist die einfachste, durch Nachdenken, das ist die edelste, durch Erfahrung, das ist die bitterste.'(chinesische Weisheit) Ein Spruch, der mir auch bei gewissen Gelegenheiten geholfen hat und allein die Tatsache, dass sich eine Mathematiklehrerin um sowas bem\u00fcht hat und dass man sich als Sch\u00fclerin sowas gemerkt hat, zeigt schon, dass solche Bem\u00fchungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind.&#8220;<\/p>\n<p>Martha Geys war offensichtlich vor und auch noch nach ihrem Scheiden die wesentliche Gestalterin der allj\u00e4hrlichen Faschingsfeiern. Zur Verabschiedung ihres zweiten &#8218;Anstaltsleiters&#8216; Dr. Stra\u00dfer trat sie als leibhaftige Mathematik auf, in schwarzem Tuchkleid, mit Integral am Kopf, auf der linken Brustseite einem wei\u00dfen Seidenherz mit Wurzel aus x und rechts einem Kongruenzzeichen. Ihr ging es um die Kongruenz von Herz und Verstand:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Geheimnisvoll mit Zeichen und Symbolen<br \/>\nzeigt meine Wissenschaft sich der Gesellschaft hier.<br \/>\nIhr denkt: Der Teufel soll die Mathematik holen,<br \/>\nverdirbt sie uns auch heute das Pl\u00e4sier!<br \/>\nNur eine Gleichung ist das ganze Leben,<br \/>\nund mehr als eine Gr\u00f6sse ist uns unbekannt.<br \/>\nDoch ist sie uns nun einmal aufgegeben,<br \/>\ndrum l\u00f6sen wir sie m\u00f6glichst elegant!<br \/>\nDie Summe aller Pl\u00e4ne und Gedanken<br \/>\nsitzt hier im Kopf, ein ganz &#8222;bestimmtes Integral<br \/>\nmit klaren Grenzen&#8220;. Wenn sie heut auch schwanken<br \/>\nim Faschingstaumel, ist uns das egal!<br \/>\nJedoch die Wurzel unsrer Gleichung, die verzwickte,<br \/>\ndas grosse X, des Lebens Lust und Qual,<br \/>\nwir suchen sie &#8211; nicht nur im Fasching &#8211; auf verr\u00fcckte<br \/>\nManier, denn leider ist sie i r r a t i o n a l !<br \/>\nDem Scheidenden, bei dem ich heut zu Gast bin,<br \/>\nerweist die Wissenschaft geb\u00fchrend Reverenz,<br \/>\nund w\u00fcnscht ihm als der Lebensgleichung Tiefsinn<br \/>\nstets zwischen Kopf und Herz die rechte Kongruenz.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Und noch 1980 schrieb sie in der f\u00fcr sie bekannten Reimform an Dr. Stra\u00dfer:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Ach! Der Unterschied wird immer krasser<br \/>\nzwischen mir, Homer und Joseph Stra\u00dfer!<br \/>\nDiesen beiden Lob und Preis<br \/>\nvon der alten Brucker Geys.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Eine Schule etabliert sich (1950-1955)<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die verstaubten 50er Jahre begannen&#8220;, meint Ilse Greif (Englisch, Deutsch, Geschichte), ab 1961 Lehrerin an unserer Schule. Doch war die Zeit wirklich so verstaubt? Urteilen Sie, verehrte Leserin, verehrte Leser bitte selbst!<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_altbkl1.jpg\" width=\"250\" height=\"145\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine Klasse der evangelischen Volksschule im heutigen Zeichensaal, Raum 43<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Durch die rechte Eingangst\u00fcr (vgl.Foto unten) gingen die evangelischen Volkssch\u00fcler, durch die linke T\u00fcr die Oberrealsch\u00fcler, und zwar im Schichtbetrieb<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_nebenhs.gif\" width=\"250\" height=\"177\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Knabenschule (Foto: Erich Landschreiber)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_altbkl2.jpg\" width=\"250\" height=\"136\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Eingang der alten Knabenschule (heute Nebenhaus)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Im September 1951 kamen zwei weitere Klassenzimmer und 1 B\u00fcroraum hinzu, da die Berufschule auszog. So erhielt die Oberrealschule f\u00fcr ihre nunmehr 403 Sch\u00fcler den gesamten ersten Stock des alten Knabenschulhauses und verf\u00fcgte \u00fcber sechs Klassenzimmer, einem Ausweichraum, einem &#8218;Physik- bzw. Chemiesaal&#8216;. Wenn Sch\u00fcler und Lehrer aus dieser Zeit das heutige Geb\u00e4ude sehen, wundern sie sich \u00fcber die Weite des Flurs im 1. Stock, war hier doch zu ihrer Zeit selbst der Flur ein Durchgangs-Klassenzimmer, durch das sie in weitere Klassenzimmer gelangten. 1952 wurde die neue Knabenvolksschule bei der Jahnhalle fertiggestellt und im September 1952 erhielt unsere Schule das gesamte Geb\u00e4ude der alten Knabenschule. Herr von Schm\u00e4del sollte diese &#8218;Herberge&#8216; sp\u00e4ter ein &#8218;Elendsquartier&#8216; nennen.<br \/>\nBis 1950 war unsicher, ob die Schule \u00fcberhaupt weiter als die ersten drei Jahre gef\u00fchrt werden d\u00fcrfte. Dann bekam sie die ersehnte Erlaubnis, die Mittelstufen Klasse 3 &#8211; 6 aufzubauen.<\/p>\n<p>Mit Wirkung vom 1.1.1951 erhielt die Schule sogar ihre schulische Selbst\u00e4ndigkeit; sie blieb jedoch haushaltsrechtlich der Oberrealschule M\u00fcnchen-Pasing angeschlossen. Aus diesem Anlass feierte das halbselbst\u00e4ndige &#8218;Adoptivkind&#8216; die Teilunabh\u00e4ngigkeit vom &#8218;Vormund&#8216; Fasching 1951 besonders fr\u00f6hlich, hatte es doch unter der &#8218;Kritisierung der Noten durch z.T. j\u00fcngere Pasinger Kollegen gelitten&#8216; und freute es sich \u00fcber die &#8218;Vereinfachung der umst\u00e4ndlichen Verwaltung&#8216; (Martha Geys). Ein &#8218;geschmackvoller Berichterstatter&#8216; denunzierte das Brucker Fest in Pasing als &#8218;Befreiungsfeier&#8216; und hinterlie\u00df beim emp\u00f6rten Oberstudiendirektor Hartmannsgruber ein &#8218;bitteres Dolchsto\u00dfgef\u00fchl&#8216;.<\/p>\n<table width=\"168\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"168\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_geys.jpg\" width=\"158\" height=\"209\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"168\">Martha Geys (Aus Privatbesitz Helmut Geys)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Martha Geys bekannte sich als Urheberin der inkriminierten Scherzverse: &#8218;Wir haben&#8217;s getragen \u00fcber drei Jahr, wir tragen&#8217;s nicht l\u00e4nger mehr: Stets, wenn die Zeit der Zeugnisse war, wurde der Kopf uns schwer. Denn \u00fcber allem stand heilig die Form und dass sie befriedigte wohl, Und vor lauter Form und vor lauter Norm ward manchmal der Inhalt hohl. Es lebe die Freiheit, die eigene Tat und die eigene Maschinerie Und der eigene Oberstudienrat und &#8211; die eigene Pedanterie! Dem Pasinger Vormund danken wir sehr f\u00fcr das m\u00fchvolle Protektorat! Wir brauchen ihn nur als Geldgeber mehr und gr\u00fcssen ihn herzlich privat!&#8216;<\/p>\n<p>Wegen der bedr\u00fcckenden Finanzlage der \u00f6ffentlichen Hand konnten staatliche Mittel kaum erwartet werden. Auf Elternversammlungen wurden die &#8218;verehrlichen Eltern&#8216; zu Spenden f\u00fcr den Schulhausbau und die fehlende Einrichtung aufgerufen. Dabei galt eine einfache Rechnung: Was sparen Eltern, indem sie ihr Kind nicht zu einer M\u00fcnchner Schule schicken m\u00fcssen? &#8211; Mehrausgaben f\u00fcr Kleidung und Essen, au\u00feerdem im Monat 8,50 DM Fahrgeld nach M\u00fcnchen, in 10 Schulmonaten 85 DM f\u00fcr ein Kind und f\u00fcr 300 Kinder 25 000 DM. Dieses Geld sollte auf ein Sparkonto der Elternschaft als freiwilliger monatlicher Betrag eingezahlt werden, damit der schwierige Aufbau der Schule nicht an irgendeiner finanziellen Klippe scheitere.<\/p>\n<p>&#8218;Freilich nur etwa ein F\u00fcnftel der Eltern folgte damals diesem Vorschlag, und zwar, was besonders hervorgehoben werden muss, nicht etwa die Beg\u00fctertsten, sondern vielfach gerade solche Eltern, die trotz bescheidener Verh\u00e4ltnisse aus tiefer Verantwortung heraus geglaubt haben, sich einer Pflicht gegen\u00fcber der Jugend nicht entziehen zu d\u00fcrfen. Die Spargroschen waren in zwei Jahren auf rund 2000 DM angewachsen. Ein Darlehen aus diesem Betrag erm\u00f6glichte es, die notwendigen Schultische und St\u00fchle einzukaufen und dringend erforderliche Reparaturen im neuen Schulgeb\u00e4ude, soweit diese von der Stadtverwaltung nicht \u00fcbernommen wurden, durchzuf\u00fchren.&#8220; Der Chronistin des 1. Jahresberichtes erschien es als &#8218;Ehrenpflicht&#8216;, die Namen der Sparer dankbar einzeln aufzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter, als das Schulgeld wegfiel, spendeten Eltern z.T. \u00fcber 20 000 DM j\u00e4hrlich f\u00fcr ihre Schule. Und eine andere Geschichte \u00fcber die Finanzierung wurde aus dem Jahr 1949 bekannt. Amanda Wohlmuth war Vorsitzende des Kreisb\u00fcrgerkomitees, als der Resident Officer, Mr Feehan, ihr ein paar tausend DM f\u00fcr den schulischen Neubeginn anbot, eine Riesensumme so kurz nach der W\u00e4hrungsreform von 1948, wo es nur ein &#8218;Kopfgeld&#8216; von 40 DM pro Person gegeben hatte. Sie griff sogleich zu:&#8220;&#8218;Ja, die Oberschule ist neu. Die brauchen viel.&#8216; Und da hab ich dann das Geld gekriegt und konnte es der Schule geben.&#8220;<br \/>\nIm heutigen Nebenhaus gab es nur 8 R\u00e4ume f\u00fcr die 464 Sch\u00fcler der 13 Klassen. Schichtunterricht war notwendig, von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr 30 abends &#8211; der &#8218;Stundenplank\u00fcnstler&#8216; Ludwig Baumann konnte davon ein Lied singen. Es bedeutete manche Unannehmlichkeit f\u00fcr die Sch\u00fcler, aber auch eine starke Belastung f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte, die fast alle in beiden Schichten, also vormittags und nachmittags zu unterrichten hatten.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_musik.gif\" width=\"250\" height=\"182\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Musiksaal in der alten Knabenschule (heute Raum 53)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zudem fehlte es vor allem an Lehrs\u00e4len f\u00fcr den naturwissenschaftlichen Fachunterricht. &#8218;Locus regit actum&#8216; &#8211; &#8218;Der Raum bestimmt die Leistung.&#8216; Jeglicher Fachunterricht konnte nur &#8218;Kreideunterricht&#8216; sein, physikalische Experimente wurden mit ein paar Kreidestrichen auf der Tafel plausibel gemacht. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Versuchen fehlten nicht nur die R\u00e4ume, sondern auch die Ger\u00e4te. Wenn ein Experiment nicht klappte, konnte man es immer auf die mangelhaften Bedingungen schieben. Die B\u00fccher konnten nur notd\u00fcrftig verstaut werden, das Lehrerkollegium musste sich auf engstem Raum zusammendr\u00e4ngen und der Schulleiter Johann von Schm\u00e4del musste Elternbesuche in einem Kammerl abfertigen, das sich Direktorat nannte.<br \/>\nTherese Risinger (Deutsch, Geschichte, Erdkunde), die 1955 an unserer Schule anfing zu unterrichten, erinnert sich: &#8222;Die Treppen waren von einer lebensgef\u00e4hrlichen Enge; die Bodenbretter des oberen Ganges waren so morsch, dass einmal ein Sch\u00fcler eingebrochen ist; auf dem Tisch des sog. Lehrerzimmers stapelten sich ausgestopfte F\u00fcchse, Eulen, Wiesel, Vogelnester, weil sonst im Schulhaus kein Platz war. Und aus dem Raum im Parterre, der Physik- und Chemiesaal in einem war, str\u00f6mten unbeschreibliche D\u00fcfte, nicht nur durch das ganze Haus, sondern auch hinaus in den Hof zu den Passanten. Schlimm war es im Winter, weil die Winterfenster mit ihren Rahmen au\u00feen festgenagelt waren &#8211; ein L\u00fcften war unm\u00f6glich. Jedenfalls musste der Chemiesaal &#8211; nicht gerade zum Leidwesen der Sch\u00fcler &#8211; des \u00f6fteren evakuiert werden, z.B. als die Bromflasche auf dem h\u00f6lzernen Experimentiertisch umgefallen war.<br \/>\nF\u00fcr Herrn von Schm\u00e4del war die Schule ein &#8218;Elendsquartier&#8216; &#8222;mit ihren modrigen und dumpfen Zimmern, ihren \u00fcberaus engen G\u00e4ngen, den v\u00f6llig unzureichenden Treppen und den \u00e4u\u00dferst leidlichen sanit\u00e4ren Einrichtungen&#8220;. (Brucker Nachrichten, 1.\/2. Dezember 1956)<\/p>\n<p>Zu den r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnissen in der alten Knabenschule erz\u00e4hlt die damalige Lehrerin Irmingard Dietrich (Kunst\/Sport): &#8222;Wir haben keine Zeichens\u00e4le gehabt. Nichts. Es war alles in diesen einfachen, ramponierten Schulklassenr\u00e4umen. Wassereimer musstest du schleppen, alles musste hereingeschleppt werden. Aber dieses Improvisieren hat auch seine Vorteile. Das gibt mehr Kreativit\u00e4t, sowohl bei den Sch\u00fclern, als auch bei den Lehrern. Wenn allzu viel gegeben ist, dann entstehen Forderungen, Forderungen, Forderungen. Vom Krieg her war man froh, man hatte ein Dach \u00fcberm Kopf. Es war alles da. Es war auch warm. Der Hausmeister hat die Ofenheizung besorgt. Am Nachmittag, wenn die Temperatur abgesunken ist, da hat man dann selber Heizmaterial mitbringen m\u00fcssen. Da war keine Zentralheizung.&#8220;<br \/>\nAuch damals gab es schon Wettbewerbe zur Klassenzimmerversch\u00f6nerung. &#8222;Meine Klasse (heute Raum 42) mit 49 Sch\u00fclern bekam den ersten Preis, einen freien Tag.&#8220; (Peter Seitz) Der besondere Gag m\u00fcssen wohl die Blumenk\u00e4sten drau\u00feen am Fenster gewesen sein.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_theater.gif\" width=\"250\" height=\"186\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Theater unserer Gr\u00fcndungssch\u00fcler (vorn Georg Burghart;hinten von links Anneliese Huber, Heidi Gallasch, Irene Mister, Ingrid Karl, Edith Stegmaier, Christa Welsch)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Man versuchte sich das schulische Leben mit den geringen Mitteln so sch\u00f6n wie m\u00f6glich zu machen. Die j\u00e4hrlichen Faschingsfeste wurden mit betr\u00e4chtlichem Aufwand an Selbstgeschneidertem und Selbstgedichtem begangen. Es wurde sehr viel Theater gespielt.<br \/>\nBeim j\u00e4hrlichen Krippenspiel sind Talente zum Ausdruck gekommen, die im normalen Unterricht gar nicht sichtbar waren. Alfred Bierling soll dort einen unnachahmlich rasenden Herodes &#8218;hingelegt&#8216; haben und die vielen Engelfl\u00fcgelchen waren bis ins Detail perfektioniert. Auch K\u00e4stners &#8218;P\u00fcnktchen und Anton&#8216; war eine vielger\u00fchmte Auff\u00fchrung in der Jahnhalle. &#8222;Diese St\u00fccke haben uns sehr viel Gemeinschaftsgef\u00fchl gegeben, auch Gemeinschaftsgef\u00fchl mit den Lehrern. Die Rollen haben wir wirklich mit ganzem Herzen gespielt. Und f\u00fcr uns war es damals selbstverst\u00e4ndlich, dass die Eltern mehr oder weniger vollz\u00e4hlig in die Jahnhalle gestr\u00f6mt sind und sich das angeschaut haben. (Ada Adler)<\/p>\n<p>Unten: Die Gr\u00fcnderklasse muss gehen, da die Schule nur bis zur 6. Klasse gef\u00fchrt wird. Foto: Anneliese Sponer<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_abschl53.jpg\" width=\"250\" height=\"154\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Abschlu\u00fefeier der Gr\u00fcnderklasse Juli 1953 im Bichlerbr\u00e4u, links Edeltraut Deisenhofer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Am 1. Februar 1954, anl\u00e4sslich des 70. Geburtstags von Bundespr\u00e4sidenten Theodor Heuss, war ein ganzer Tag unterrichtsfrei. Am 1.6.1954 firmte der langj\u00e4hrige Dachau-H\u00e4ftling und Weihbischof Neuh\u00e4usler 42 Sch\u00fcler. Und im gleichen Jahr 1954 pflanzten Sch\u00fcler im Rothschwaiger Forst Freundschaftsb\u00e4ume f\u00fcr die UNESCO und es wurde das erste Tonbandger\u00e4t angeschafft.<\/p>\n<p>Im Juni 1954, zu einem Zeitpunkt als diese Schule noch &#8218;Oberrealschule M\u00fcnchen Pasing&#8216; hie\u00fe, wurde der 1000j\u00e4hrige Todestag des Grafen Rasso in Grafrath begangen und die Sch\u00fcler besuchten die Theaterauff\u00fchrung &#8218;Graf Rasso &#8211; Der Heerf\u00fchrer Bayerns&#8216;.<br \/>\nPeter Seitz spielte darin einen Hunnensohn, der sp\u00e4ter ins Kloster eingetreten ist. Im St\u00fcck k\u00e4mpfte Graf Rasso gegen diverse Ungarn\/Hunnen-Einf\u00e4lle, w\u00e4hrend in der realen Welt gerade die Fu\u00feballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz lief, das Endspiel Deutschland gegen Ungarn. &#8222;Drei Wochenenden lang haben wir es aufgef\u00fchrt. An einem Wochenende war das Endspiel zur Fu\u00feballweltmeisterschaft Deutschland gegen Ungarn. Wir haben zwischendurch immer Radio geh\u00f6rt, wie das Ergebnis stand. Verl\u00e4ngerung gabs doch auch. Auf der B\u00fchne mussten wir schreien: &#8218;Die Ungarn kommen! Die Ungarn kommen!&#8216; Aus dem Publikum antwortete einer aufgeregt: &#8218;Aber der Turek im Tor h\u00e4lt schon!'&#8220; (Peter Seitz)<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fclergeschichten<\/strong><\/p>\n<p>Auch unsere Gr\u00fcndungssch\u00fcler kamen in die Pubert\u00e4t &#8211; nur die Jungen, versteht sich, die M\u00e4dchen blieben immer brav &#8211; und so lieferten sie uns die Geschichte vom &#8218;Wurm im Schrank&#8216;, die sich im heutigen Raum 52 zutrug:<br \/>\n&#8222;In der alten Knabenschule waren die Knaben der F\u00fcnften vor\u00fcbergehend auf die Unsitte verfallen, sich am Ende der Pause mit roher Gewalt eines Sch\u00fclers der Unterklassen zu bem\u00e4chtigen und das arme Kerlchen trotz ehrenhaften Widerstands in unser Klassenzimmer zu schleppen, wo es dann erst beim Eintreffen der Lehrperson freigelassen wurde. Das Opfer musste dann auf dem k\u00fcrzesten Weg durch das Ganglabyrinth in seine Klasse rasen, um nicht von der eigenen Lehrkraft wegen Tr\u00f6delei mit Missbilligung oder Schlimmerem empfangen zu werden. Um das Ma\u00fe voll zu machen, sperrten die \u00fcbelt\u00e4ter eines Tages zu Beginn des Deutschunterrichts (oder war&#8217;s Franz\u00f6sisch?) ihre zappelnde Beute auch noch in den Schrank.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_barausch.gif\" width=\"186\" height=\"234\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/>Viktor Barausch betrat alsbald das Klassenzimmer, ein Philologe, der sich bei anderen Anl\u00e4ssen durch ein geradezu inflation\u00e4res Erteilen von Verweisen einen besonderen Platz in der Erinnerung seiner Z\u00f6glinge gesichert hatte. Die erste Sturmwarnung bei nicht verebbendem Sch\u00fclergemurmel war zuweilen die indignierte Frage: &#8218;Haben Sie nicht geh\u00f6rt, dass ich &#8218;also, also&#8216; gesagt habe??&#8216; Diesmal blieb die Unruhe, der \u00e4rger des P\u00e4dagogen entwickelte sich proportional dazu, und hinten h\u00e4mmerte der Eingesperrte gegen die Schrankt\u00fcr. Die N\u00e4chstsitzenden wussten auf Befragen nat\u00fcrlich wie immer von nichts. Aber das verhaltene Kichern, das un\u00fcbersehbar breite Grinsen auf manchen Gesichtern, unterdr\u00fccktes Lachen und allerlei Rumoren, um das Hintergrundger\u00e4usch im Schrank zu \u00fcbert\u00f6nen, machten den Lehrer erst recht nerv\u00f6s.Schlie\u00felich richtete sich sein Interesse voll auf den Schrank, von dem einzelne Sch\u00fcler reinsten Gewissens behaupteten: &#8218;Da is der Wurm drin!&#8216; Dieser scheinbar blanke Hohn ging Viktor Barausch denn doch \u00fcber die Hutschnur und er durchma\u00fe erbost das Klassenzimmer, riss die T\u00fcr des verd\u00e4chtigen M\u00f6bels auf &#8230; und vor dem verbl\u00fcfften Blick des Lehrers stolperte der verschreckte Wurm Hanni heraus, sauste in Richtung Saaleingang und weg war er. Zur\u00fcck blieb eine vor Begeisterung \u00fcber diese fulminante Unterrichtsauflockerung berauschte, Tr\u00e4nen lachende Klasse und ein genervter Viktor Barausch, der sich, obgleich Philologe, in diesem Moment au\u00feerstande sah, am offensichtlichen Wortwitz Gefallen zu finden. Hans Wolfgang Wurm, so m\u00f6chte man fast meinen, habe sich sp\u00e4ter auf subtile Weise an Kraftmeierei jeder Art ger\u00e4cht: Er wurde Zahnarzt!&#8220; (Ada Adler)<\/p>\n<p><strong>Oberrealschule F\u00fcrstenfeldbruck (1955-1959)<\/strong><\/p>\n<p>Am 1. Dezember 1956 begann eine neue Epoche: Die Schule wurde endlich eine selbst\u00e4ndige staatliche H\u00f6here Schule, eine &#8218;Vollanstalt&#8216; und trug ab jetzt die Bezeichnung &#8218;Oberrealschule F\u00fcrstenfeldbruck&#8216;. Als Folge konnte 1959 der erste Jahrgang das Abitur ablegen.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_1957.gif\" width=\"250\" height=\"171\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Hauptgeb\u00e4ude ca. 1957 (Foto: Erich Landschreiber)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Am 1. Dezember 1956 wurde schlie\u00dflich das neue Schulgeb\u00e4ude auf der sog. Theresienwiese (!) er\u00f6ffnet, unser heutiger sogenannter Altbau, der Teil, in dem sich heute das Lehrerzimmer befindet. Zun\u00e4chst waren Erdgeschoss und 1. Etage bezugsfertig, 1958 wurde auch die 2. Etage fertiggestellt. Stadt und Landkreis hatten den Bau mit der damals beachtlichen Summe von 800.000 DM erm\u00f6glicht, f\u00fcr die Einrichtung kam der Staat auf. Der Architekt war Franz Gickler, der Vater unseres Kunstlehrers Andreas Gickler.Der Apotheker und Stadtrat Hans Kolb, aber sicherlich noch viele andere Brucker B\u00fcrger, hatten jahrelang darum gerungen, dass ihre Kinder endlich ein anst\u00e4ndiges Schulgeb\u00e4ude bekamen. Die Finanzierung wurde letztlich nur dadurch m\u00f6glich, dass die Elternschaft sich verpflichtete, einen Teil der Zinsen f\u00fcr das Dahrlehen zur Errichtung der Schule selbst zu tragen.<\/p>\n<table width=\"169\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"169\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_kolb.gif\" width=\"159\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"169\">Apotheker Kolb<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Therese Kolb, seine Witwe, erz\u00e4hlt heute: &#8222;Die Eltern haben gesagt, das Bahnfahren kostet 10 DM pro Kind und wenn wir das zusammentun, diese 100 oder 400 Eltern oder wie viele es waren, dann haben wir 1000 DM oder 4000 DM im Monat beisammen zum Bau des Gymnasiums. Und wir Eltern bezahlen den Zins. Mein Mann war im Stadtrat und bei der Sparkasse im Aufsichtsrat, und wir hatten ja selber vier Kinder. Er hat sich finanziell Tag und Nacht bem\u00fcht. Er war ein st\u00e4ndiger Bettler unter den Eltern. Die haben ihn direkt gemieden. Er hatte so viele schlaflose N\u00e4chte, wissen Sie, wenn ihm wieder nichts gelungen ist. Da hat man ja doch drunter zu leiden gehabt. Es war ja damals kein Geld da.&#8220;<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_neubau.gif\" width=\"250\" height=\"88\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Neubau (vom Schulhof aus gesehen)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wolfgang Jank, Elternbeirat und auch Vater von vier Kindern, best\u00e4tigt Therese Kolbs Erinnerungen: &#8222;Die Stadt hat den Grund gegeben, sie hat die Oberrealschule gebaut und bei der Sparkasse ein Darlehen von 800.000 DM aufgenommen. Nach meiner Erinnerung war es so, dass die Elternschaft sich verpflichtet hat, in welcher Form wei\u00df ich nicht, den Zinsendienst zu tragen. Dazu wurde im Jungbr\u00e4usaal die erste Elternversammlung des Jahres abgehalten, wo dann insbesondere der Apotheker Kolb als Werberedner aufgetreten ist, aber auch Polizeidirektor Hacker, Richter Heilmann und Dr. Lampl, und haben den Eltern, insbesondere den neu hinzukommenden Eltern, deren Kinder in die 1. Klasse des Gymnasiums kamen, gesagt, &#8218;die Kinder liegen nicht auf den Bahnh\u00f6fen herum, hier oder in Pasing, und die Kinder k\u00f6nnen ihre Zeit sinnvoller nutzen, indem sie heimgehen.&#8217;Wir waren ein nichteingetragener Verein &#8211; heute undenkbar, dass sich etwa 10 M\u00e4nner zusammentun und sagen &#8218;das machen wir&#8216;. Wir waren uns einig, haben gesagt, das machen wir und dann haben wir das gemacht. Die Klassleiter haben dann mittels des Wirtschaftskundelehrers Helmut Preidel bei mir abgerechnet. Ich hatte eine einfache Anschreibeliste, da habe ich geschrieben, wieviel die einzelnen Klassen eingezahlt haben und dann habe ich, wenn die Zinsen f\u00e4llig waren, dieses Geld jeweils aufs Konto \u00fcberwiesen. Meiner Erinnerung nach waren das 10 Mark pro Kopf bei 4-500 Sch\u00fclern. So sind 4-5000 DM monatlich aufgekommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass irgendeiner gesagt hat, &#8218;ich will nicht zahlen&#8216;.&#8220;<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_chemie.jpg\" width=\"250\" height=\"176\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Chemiesaal im Neubau<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Mit dem Neubau begann f\u00fcr Sch\u00fcler der Mittel- und der beginnenden Oberstufe und ihre Lehrer ein ganz neues Leben, auch wenn zun\u00e4chst nur das Erdgeschoss und der erste Stock fertiggestellt waren. Man freute sich an den gro\u00dfen, freundlichen und lichten R\u00e4umen, stolz wurden die neuen, ansteigenden Stuhlreihen im Physiksaal pr\u00e4sentiert, auch wenn viele Beteiligte noch bis 1958 vom Leben auf der Baustelle zu berichten wussten. Im Dachgeschoss hatte Franz Gicklers Planung eine Werkst\u00e4tte f\u00fcr den Hausmeister vorgesehen, die Lernmittelb\u00fccherei und einen Saal f\u00fcr kleinere Vorf\u00fchrungen und Veranstaltungen. Diese sind nie realisiert worden.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_flur.jpg\" width=\"250\" height=\"184\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Flur Neubau<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Raum bietet das neue Haus den 450 Sch\u00fclern nun in \u00fcberreichem Ma\u00dfe&#8220; frohlockte der B\u00fcrgermeister Dr. Fritz Bauer. (Brucker Nachrichten 1.\/2. Dezember 1956) Endlich hat die Schule ohne Raum einen Raum! &#8218;Locus regit actum&#8216; &#8211; &#8218;Der Raum bestimmt die Leistung.&#8216; &#8211; Nein, der Raum bestimmt nicht die Leistung, aber er kann sie f\u00f6rdern.<br \/>\n&#8222;Sogar an das leibliche Wohl wurde in diesem sonst den Geisteswissenschaften gewidmeten Haus gedacht. In der Eingangshalle ist ein kleiner, gefliester Raum eingebaut, in dem die Milch f\u00fcr die Sch\u00fcler ausgegeben wird&#8220;, schw\u00e4rmte damals B\u00fcrgermeister Dr. Fritz Bauer. Und &#8222;Eltern, die einmal &#8218;unter vier Augen&#8216; Gutes oder B\u00f6ses \u00fcber ihren Spr\u00f6\u00dfling erfahren wollen, k\u00f6nnen sich mit dem Lehrer in das Elternsprechzimmer zur\u00fcckziehen,&#8220; war offensichtlich ein erw\u00e4hnenswerter Luxus zur Bef\u00f6rderung der Leistung.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_kfztisch.jpg\" width=\"250\" height=\"176\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Tisch im Lehrerzimmer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>1959 legten die ersten Sch\u00fcler das Abitur ab. &#8222;Von den 100, die 1950 angefangen hatten, haben vielleicht 30 Abitur gemacht. Genau kann man es nicht ausrechnen, da die Humanisten nach der Mittleren Reife nach M\u00fcnchen gegangen waren. Und die Mittlere Reife war auch f\u00fcr viele ein erstrebenswerter, sehr guter, Abschluss,&#8220; meint Peter Seitz. Da am Ort noch keine Realschule existierte, waren 6 Jahre an unserer Schule die einzige M\u00f6glichkeit, zu einem mittleren Schulabschluss zu gelangen.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_abi59.jpg\" width=\"250\" height=\"179\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">1959, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des ersten Abiturjahrgangs<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Hedwig Liebl, gelernte Sozialarbeiterin, hat von M\u00e4rz 1963 bis Oktober 1978 die gesamten Finanzen der Schule bearbeitet und zum Schluss ihrer Zeit auch noch die Oberstufenb\u00fccherei aufgebaut. Sie war der Schule von den ersten Anf\u00e4ngen her verbunden, geh\u00f6rte sie doch zusammen mit Herrn Kolb und Herrn Lindemann schon zu den Unterzeichnern der Denkschrift von 1947, die das Entstehen der Schule forderte. Sie bezeugt, dass diese Denkschrift beim Richtfest im Erdgeschoss eingemauert wurde, und zwar genau hinter den Stein mit der Aufschrift: &#8222;Baubeginn 23. Juni 1955 Richtfest 9. Dezember 1955 Einweihung 1. Dezember 1956&#8243;.&#8220;Meine Klasse hat den Entwurf f\u00fcr den Stein im Kunstunterricht gemacht&#8220;, erinnert sich Peter Seitz. Hinter dem Stein befindet sich auch die Urkunde: &#8218;Bauherr ist die Stadt. Architekt ist Herr Franz Gickler. Kostenvoranschlag 1 175 000 DM&#8216; und es folgt der Wunsch: &#8218;M\u00f6ge in dieser Bildungsst\u00e4tte eine Jugend heranwachsen, die, in Heimat und Volk verwurzelt, dereinst beitr\u00e4gt zum Gl\u00fcck und Wohlstand des deutschen Volkes und der ganzen Welt.&#8216;<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_treppe.jpg\" width=\"250\" height=\"188\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Eingangsbereich Neubau<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Kaum war der Neubau 1958 ganz fertig, stand bald wieder das Gespenst von Wanderklassen und Schichtunterricht vor uns, auch das von Mammutklassen bis zu 60 Sch\u00fclern. Hauptursache war vor allem der starke Zuzug von Bundeswehrangeh\u00f6rigen in dieser Zeit. Herr von Schm\u00e4del, seine Mitarbeiter und der Elternbeirat k\u00e4mpften also weiter, sie k\u00e4mpften um eine eigene Turnhalle, sie k\u00e4mpften um einen Erweiterungsbau, sie k\u00e4mpften um die Gestaltung des Pausenhofes, der jahrelang als Steinw\u00fcste mit gewaltigen Staubwolken unsere Schule umgab. Und die Stadt st\u00f6hnte: &#8218;Das Gymnasium w\u00e4chst uns \u00fcber den Kopf.&#8216; (Brucker Merkur, 1960)&#8220; (Therese Risinger)<br \/>\nDamals muss der erste Eindurck von unserer Schule kein sehr freundlicher gewesen sein. Zahlreiche Zuschriften erinnern jetzt an &#8218;Oberstudiendirektor&#8216; Mayer, wie der Hausmeister Adolf Mayer sp\u00f6ttisch genannt wurde. Wolfgang Heilmann, von 1960 &#8211; 66 Sch\u00fcler, erkl\u00e4rt, warum der Hausmeister damals der &#8218;wichtigste Mann&#8216; der Schule und &#8218;Herrscher \u00fcber den Haupteingang&#8216; war: &#8222;Er \u00f6ffnete den Haupteingang &#8211; egal bei welchem Wetter &#8211; erst kurz vor Unterrichtsbeginn und stellte sich mitten hinein, um mit Argusaugen darauf zu achten, dass keiner die Schule betrat, ohne seine Schuhe abgestreift zu haben. Er war Herrscher \u00fcber alle Flure und den Verkauf von Semmeln und Kakao.&#8220; Und Dr. Herbert M\u00fcller (Sch\u00fcler von 1960-69): &#8222;Herr Mayer war an einem Arm amputiert und wenn man nicht parrierte, drohte er manchmal (ich glaube, er h\u00e4tte es nie getan): &#8218;Ah, mit oam Arm konn i dia so oane schmiern, dass da langt!'&#8220; Welch ein Wunder muss es nach jahrelang gef\u00fchrtem Kampf um das \u00f6ffnen der Eingangst\u00fcren gewesen sein, als wie durch g\u00f6ttlichen Erlass eines morgens in den 60er Jahren beide Fl\u00fcgel der Eingangst\u00fcren den Eindringenden ihre Leere entgegenstreckten?!<\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten:<\/strong><\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_koll58.jpg\" width=\"250\" height=\"157\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Kollegium Dezember 1958 ( hinten: Aumann, Salzmann, Lerner, Patscheider, Preidel, Baumann, Zierl, Schmitt, Hausmeister Mayer; mitte: Engel, Barausch, Wolfseher, Zimmermann, D\u00f6rnh\u00f6fer, Mathes, Deutsch, Kollmer, Grubm\u00fcller; vorn: Risinger, Deisenhofer, Birnmeyer, von Schm\u00e4del, Ernst, Krakowitzer, Aunhammer, Brunner)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Und auch im Lehrerkollegium war die Koedukation eine Chance: Martha Elisabeth Beck (Deutsch, Geschichte, Erdkunde) unterrichtete von 1957 bis 58 an dieser Schule.Wolfgang Sch\u00f6ne, damals Sch\u00fcler des humanistischen Zweiges, und heute unser Mathe- und Physiklehrer, best\u00e4tigt, was Dr. Renate Seitz (Kolb) schmunzelnd erz\u00e4hlt: &#8222;Die sch\u00f6nste Geschichte der Schule, von allen Sch\u00fclern be\u00e4ugt, war die Liebesgeschichte zwischen Herrn Professor Zierl und damals noch Frau Professor Beck, meiner Klassenlehrerin in Deutsch. Man traf sich im Sommer immer im Schwimmbad, zumindestens die F\u00fcrstenfeldbrucker Sch\u00fcler, und Herr Prof. Zierl und Frau Prof. Beck waren auch des \u00f6fteren an hei\u00dfen Nachmittagen dort. Es wurde nat\u00fcrlich haaaargenau beobachtet, was da lief. Sehr romantisch. Sie haben dann sehr bald geheiratet und Frau Zierl ist ziemlich bald vom Unterricht ausgeschieden. War eigentlich ein Verlust.&#8220;Peter Zierl (Mathematik, Physik) war von 1953 bis 1984 Lehrer dieser Schule. Ihre gemeinsamen vier Kinder haben alle unsere Schule durchlaufen. &#8222;K\u00f6stlich war als Herr Zierl einmal im Skilager nachts mit Bett bewaffnet in unseren Schlafsaal kam, mit 20 oder noch mehr Leuten. Er hat sich zu uns in den Schlafsaal gelegt, in der Hoffnung, uns zu beruhigen. Er hat das Gegenteil erreicht. Wir haben Witze erz\u00e4hlt; er ist wieder aufgerumpelt, um den \u00fcbelt\u00e4ter zu finden. Es gelang ihm nicht. N\u00fcsse wurden in Dosen umgef\u00fcllt &#8218;popp, popp, popp, popp&#8216;. In der n\u00e4chsten Nacht ist er nicht mehr bei uns gewesen.&#8220; (Peter Seitz)<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_zierl.jpg\" width=\"250\" height=\"371\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Martha und Peter Zierl<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Da kam eine, die war ganz lustig. Sie hie\u00df Grie\u00dfbach, hatte Zungenschlag. K\u00f6stlich. Sie ist reingegangen mit der Gitarre und hat uns in der 7. und 8. Klasse was vorgesungen. &#8218;Schwarz-braun ist die Haselnuss&#8216; mit Zungenschlag. Schallendes Gel\u00e4chter. Die Frau hat sozusagen nichts mehr zu melden gehabt. Aber sie hatte uns dann \u00fcber kurz oder lang wieder an der Leine, indem sie mit unserer Klasse das Finale von Don Giovanni einstudiert hat. Und das haben wir aufgef\u00fchrt. Man stelle sich vor, ein Opernfinale! Mit einer einzigen Klasse! Ich habe den Don Giovanni gesungen. Der Wimmsi Neumaier hat den Comtur gesungen.&#8220; Dagmar Trabert ist als Operns\u00e4ngerin aus diesem Unterricht hervorgegangen. Die Urauff\u00fchrung war im alten Musiksaal, heute im alten Teil des Neubaus, zweiter Stock. Gerhard Kuhn unser heutiger Musiklehrer h\u00e4lt das Lied &#8218;Es, es, es und es, es ist ein&#8230;&#8216; f\u00fcr ein noch geeigneteres \u00fcbungsfeld f\u00fcr jemanden der lispelt.Zur Zeit von Adelgunde Schmitt, Geigenlehrerin, gab es ein gutes Streichorchester, aus dem immer wieder hervorragende Einzelbegabungen hervorgingen. Zu Beginn eines Konzerts hat sie vor den versammelten Zuh\u00f6rern alle Geigen aller Orchestermitglieder einzeln gestimmt. Eine Stricknadel war ihr Taktstock. Gibt es diese Stricknadel noch?<br \/>\n&#8222;Mathes war eine tolle Musiklehrerin, hat toll Klavierspielen k\u00f6nnen. Sie lebt heute in San Fransisco. Mit einem neuen Fl\u00fcgel, den wir von der Stadt bekommen haben, haben wir den jetzigen Musiksaal mit ihr eingeweiht. Ich hab da eine Mozartarie und Schubertlieder gesungen. Sie hat sie mit mir in der Musikstunde ge\u00fcbt. Die anderen haben derweil Hausaufgaben hinten gemacht und waren \u00fcber mein Singen gar nicht erfreut. Der Oswald Otto hat mal gesagt: &#8218;pl\u00e4rr net da so&#8216;, obwohl ich doch mein ganzes Schmalz hineingegeben hatte. Eine Mozart Konzertarie hab ich mit ihrem Mann einstudiert, der ist Operns\u00e4nger. Er war in San Fransisco an der Oper. Wir waren dann pers\u00f6nlich befreundet und per Du. Ein Sch\u00fcler war mit einer Lehrerin per Du! (Ich war viel bei ihnen in der Wohnung und hab mit ihnen musiziert.) Das durfte man nat\u00fcrlich in der Schule nicht sagen. Dort haben wir uns logischerweise gesiezt.&#8220; (Peter Seitz)Pfarrer Dr. Neumann lebt noch in Gr\u00f6benzell. &#8222;Er war ein ganz interessanter Mann, hat furchtbar schnell geredet, ein unwahrscheinlicher Eiferer. Diabolus Sanctus, hie\u00df er bei uns&#8220;, erinnert sich Peter Seitz.Dr. Luise Steber (Biologie, Chemie, Erdkunde, Geschichte, Stenographie). &#8222;Wir nannten sie meistens Aloisia. Ein tolles Weib!&#8220; meint Peter Seitz. &#8222;Sie war eine Niederbayerin, eine Handfeste mit Oberlippenbart. Konnte sehr mit dem ssspitzen Ssstein anssstossen und war im n\u00e4chsten Augenblick wieder sehr gescherrt. Sie wechselte rasant ihre Sprachfarben.&#8220; (Peter Seitz) Trotz der gro\u00dfen Anzahl ihrer F\u00e4cher begann sie ihren Unterricht meistens mit den Worten: &#8218;Wir Chemiker haben festgestellt&#8216; oder &#8218;Wir Geographen meinen&#8216;, &#8218;Wir Historiker finden&#8230;&#8220; Sch\u00fcler kombinierten schlie\u00dflich ihre 5 F\u00e4cher: &#8218;Wir Geographen meinen, dass wir die gleichen Kenntnisse als Chemiker, wie als Historiker, Biologen und Stenographen besitzen.&#8217;Privat war sie sehr nett, wohnte neben dem Deutschen Museum an der Isar, und wenn fr\u00fcher ins Jugendkonzert gegangen wurde, dort wo heute das Imax ist, ging man anschlie\u00dfend zur Steberin. Sie tischte Wein und Sekt auf &#8211; enorm! In der Chemie war der Experimentiertisch auf einem gro\u00dfen Podest, sodass die Lehrerin hoch an der Tafel stand, ihre Experimente ausf\u00fchrte. Viele Versuche funktionierten nicht, doch das lag allein an der mangelnden Ausr\u00fcstung. Die Beine von Frau Prof. Steber waren genau in Blickh\u00f6he der Sch\u00fcler. Und worauf achten sie im Unterricht wirklich? Wor\u00fcber denken sie nach? Was f\u00e4llt ihnen auf? Woraus ziehen sie ihre Schlussfolgerungen? Schauen sie auf den Experimentiertisch oder darunter?Als es einmal sehr kalt war, bemerkten sie zwei parallele Linien auf den kr\u00e4ftigen Waden ihrer Lehrkraft und schlossen messerscharf, dass Frau Professor heute zwei paar Nylonstr\u00fcmpfe \u00fcbereinander trug. Und obwohl sie Frau Prof. Steber sehr gerne mochten, sahen sie doch die Krampfadern und fl\u00fcsterten in diese naturwissenschaftliche Atmosph\u00e4re: &#8218;Da m\u00fcsste man noch ein paar Blutegel neimachen!&#8216; &#8211; Gemein!Mathilde Wagner (Geschichte, Deutsch, Latein) &#8218;ein Besen&#8216; &#8218;Oh, die haben wir gef\u00fcrchtet. &#8222;Sie hat Stiefel angehabt, die F\u00fc\u00dfe auseinander, bissl vorgebeugtes Becken: &#8218;Euer Benehmen ist gr\u00e4ssslich!&#8216; hat sie rumpl\u00e4rrt. Mit ihr haben wir Ovid gelesen, den kann ich noch. Wahrscheinlich, weil ich ihn so oft wiederholt habe.Max Ernst, stellvertretender Direktor, war der Sohn eines Eiergrossisten vom Viktualienmarkt. Es muss ein Foto von ihm als Kind geben mit der Erstkommunionskerze in der alten Frauenkirche. Wer hat dieses Foto? &#8222;Ernst war ein Zyniker. In meiner Klasse hat einer aus Angst in die Hosen gepieselt als er an der Tafel stand. Es ging um Benennungen: &#8218;Vier Dezimeter und 8 Zentimeter ist wieviel?&#8216; -&#8218; Wieviel sind drei Affen und vier Bananen, du Hornochse?!&#8216; Er war so b\u00f6s.&#8220; (Peter Seitz) In der zweiten Klasse hat Lehrer Ernst seinem Sch\u00fcler Peter Seitz den Spitznamen &#8218;Pimperl Wichtig&#8216; gegeben, &#8218;weil ich halt ein Gschaftlhuber war&#8216;. Sp\u00e4ter hat er ihn dann als Ministrant in der Klosterkirche von Grafrath erlebt und nannte ihn daher den &#8218;Klingelbeutler von Grafrath&#8216;. So ein Name muss nicht unbedingt b\u00f6s gemeint gewesen sein, doch je nach psychischer Konstitution kann er verh\u00e4ngnisvoll wirken, wenn er von der Klasse begierig aufgegriffen wird.Dr. Herbert M\u00fcller (1960-69): &#8222;Der stellvertretende Direktor Ernst, schrieb ein zweib\u00e4ndiges Lehrbuch der Geometrie; er war aber vor allem wegen seiner schmutzigen und perversen Bemerkungen gegen\u00fcber Buben, die mit H\u00e4nden in den Hosentaschen seinen Weg kreuzten, bekannt.&#8220; Er war auf seinen Fachgebieten sehr &#8218;handfest&#8216;, meint Peter Seitz, doch auf &#8218;einem Parkett, das er nicht beherrschte, gleichzeitig recht unsicher. &#8222;Als er dann Konrektor wurde und repr\u00e4sentative Aufgaben \u00fcbernehmen musste, z.B. einmal eine Rede halten, da war er dann sehr unsicher und h\u00f6lzern.&#8220;Hugo Wandel (Englisch) galt als sehr reich, betrieb nebenbei ein Taxiunternehmen, und die Sch\u00fcler machten sich viele Gedanken um sein Junggesellenprivatleben. Mit seinem steifen Herrenfilzhut war er einfach schon \u00e4u\u00dferlich etwas Besonderes. &#8222;Er kam immer mit Homburg und Mantel ins Klassenzimmer und hat den Mantel so dekorativ aufs Pult gelegt, den Homburg verkehrt herum. Beim Nausgehn haben wir ihm einen Pfennig in den Hut neigschmissen. War er beleidigt, da er &#8218;die schmutzigen Pfennige&#8216; in seinem Hut vorgefunden hat. Ganz pl\u00f6tzlich verschwand er von der schulischen Bildfl\u00e4che. Hat er den Staatsdienst ganz quittiert?<\/p>\n<p><strong>Die Schule wird sportlicher (1960-1965)<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;1960 gab es noch &#8218;Sch\u00fcler&#8217;Zigaretten: wenn ich mich recht erinnere, kostete eine Packung P4 DM 0,30, enthielt vier Zigaretten; das war vom Sch\u00fclertaschengeld gerade noch zu bestreiten.&#8220; (Diesen zeitgeschichtlichen Hinweis verdanken wir Wolfgang Heimann, 1960-66)1960 wurde der humanistische Zweig der Schule aufgegeben.1961\/62 wird im Jahresbericht ausdr\u00fccklich betont, dass &#8217;noch fehlendes Gest\u00fchl&#8216; erg\u00e4nzt und die 1. Rechenmaschine angeschafft wurde. Es gab noch die Schulmilchspeisung im Rahmen des Gr\u00fcnen Planes, und zwar ein viertel Liter verbilligte Milch oder Kakao.1963 erhielt die Schule die erste Turnhalle. 16 Jahren lang hatte man entweder auf der Kegelbahn des Bichlerbr\u00e4us oder auf dem Dachboden geturnt, drau\u00dfen &#8218;Auf der L\u00e4nde&#8216;, im H\u00f6lzl, oder war zur Jahnhalle gewandert. Turnvater Jahn. Wieder ging eine Epoche zu Ende. Endlich konnte das Image der Schule nicht mehr darunter leiden, dass unsere Turnlehrer mit manchmal 50 Sch\u00fclern \u00fcber die Dachauer und Augsburger Stra\u00dfe zogen, manchmal 20 Minuten liefen, um 10 Minuten turnen zu k\u00f6nnen. &#8222;Zum Turnen ging es Anfang der 60er Jahre noch in die Jahnhalle. Wegen des langen An- und Abmarsches (es wurde allerdings lieber getr\u00f6delt als marschiert) blieb f\u00fcr den Sport nicht soviel Zeit; daf\u00fcr wurden w\u00e4hrend des Weges ein paar Glimmstengel durchgezogen. Leichtathletik und Fu\u00dfball gingen auf dem Sportplatz &#8218;An der L\u00e4nde&#8216; (beim TuS-Vereinsheim) ab; mit \u00e4hnlich langen Wegen hin und zur\u00fcck.&#8220; (Wolfgang Heilmann)<\/p>\n<table width=\"167\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"167\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_turnh.gif\" width=\"157\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"167\">Arbeiten am Wandbild an der alten Turnhalle<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ab 1963 gab es &#8218;Wanderklassen&#8216;, die in die evangelische Volksschule auswandern mu\u00dften.<br \/>\n&#8222;Der musische Geist unserer Schule wurde f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere \u00f6ffentlichkeit sichtbar, als im Sommer 63 die 700-Jahr-Feier des Klosters F\u00fcrstenfeld festlich begangen wurde und unser Gymnasium den Festzyklus er\u00f6ffnen durfte. Ein gro\u00dfes Streichorchester, aus Sch\u00fclern und vielen Lehrern gebildet, trug damals unbekannte Kompositionen F\u00fcrstenfeldbrucker M\u00f6nche vor, und Sch\u00fcler unserer Oberstufe referierten in souver\u00e4ner Weise u.a. \u00fcber die Beziehungen der Gebr\u00fcder Asam zu F\u00fcrstenfeld.&#8220; (Therese Risinger)Der Festredner Prof. Dr. Karl Bosl hatte kurzfristig seinen Vortrag aus Gesundheitsgr\u00fcnden abgesagt. Es sprangen die Sch\u00fclerin Angelika Karbatsch (&#8222;Der Zisterzienserorden&#8220;) und der Sch\u00fcler Ignaz Fischer (&#8222;Die Gebr\u00fcder Asam und ihr Wirken in F\u00fcrstenfeld&#8220;) f\u00fcr ihn ein.(Beide damals 9. Klasse, nach heutiger Rechnung 13.)<br \/>\n1964 erfolgte die Umbenennung der Schule in &#8218;Gymnasium F\u00fcrstenfeldbruck&#8216;.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_kl_neub.jpg\" width=\"250\" height=\"160\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Schulklasse vor dem fr\u00fcheren Eingang des Neubaus (bevor an dieser Stelle der Anbau entstand)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>1964 verlie\u00df auch die Sekret\u00e4rin Magdalena Kauf die Schule. Sie hatte von Anfang an mit ihrem Rheinpf\u00e4lzer Temperament st\u00e4rksten Anteil genommen an allen Leiden und Freuden des Schullebens. &#8222;R\u00fchrend war es, wie sie vor allem die jungen Lehrer, unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit nat\u00fcrlich, eingeweiht hat in alles, was sie &#8211; in ihrer grundguten Art &#8211; des Mitteilens f\u00fcr wichtig erachtete. Es war nicht wenig.&#8220; (Therese Risinger)<\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Lehrer &#8211; auch die j\u00fcngsten &#8211; waren schlicht und einfach alt.&#8220; (Wolfgang Heilmann, Sch\u00fcler 1960-66) Diese Ansicht vertritt auch Helga Januschke (Englisch,Sport), die damals noch Frl. Professor Nebl genannt wurde. &#8222;Bei allem Respekt gegen\u00fcber der &#8218;Schulobrigkeit&#8216;, der damals bei uns sicher st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt war als dies bei den heutigen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Fall ist, haben wir es den Lehrern, die Schw\u00e4chen zeigten, schon sehr schwer gemacht. Insgesamt aber waren wir im Umgang mit den Lehrern sicher nicht so locker und unverkrampft, wie dies nach meinem Eindruck heute bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Fall ist&#8220;, schreibt uns Wolfgang Heilmann \u00fcber seine Schulzeit von 1960 &#8211; 1966.Der Schulleiter Johann Ritter und Edler von Schm\u00e4del war mehrere Jahre ernsthaft erkrankt. In dieser Zeit &#8211; so wird oft gemunkelt &#8211; sei der Sekret\u00e4r Otto Krakowitzer der eigentliche Schulleiter gewesen.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_verweis.gif\" width=\"250\" height=\"194\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Ein alter Verweis<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"184\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"184\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_salzmann.gif\" width=\"174\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"184\">Herr Dr. Salzmann<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dr. Salzmann ist ganz leicht zu imitieren. Nur wie? 1981 hat er das Bundesverdienstkreuz bekommen. Bei Krako h\u00f6rt sich das so an:&#8217;As Graf-Rasso des kriagt jetzt a Gschau,<br \/>\ndenn in der Zeitung stehts genau,<br \/>\nzwengs seim biologischen Reiz<br \/>\nhat da Dr. Salzi as Bundesverdienstkreuz&#8216;<\/p>\n<table width=\"189\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_birnse.jpg\" width=\"179\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kunstlehrer Artur Birnmeyer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&#8222;Viel beigetragen zu einer zus\u00e4tzlichen musischen Bildung von Lehrern und Sch\u00fclern hat &#8211; man darf es nicht vergessen &#8211; unser Herr Birnmeyer. Meisterhaft verstand er es &#8211; mit seinem Pf\u00e4lzer Charme und mit vielen K\u00f6rben voller \u00e4pfel aus seinem Garten &#8211; die Theater M\u00fcnchens und Augsburgs f\u00fcr uns zu \u00f6ffnen. In einem einzigen Schuljahr organisierte er einmal \u00fcber 30 Theater- und Konzertbesuche und \u00fcber 10 Besuche in Kunstausstellungen. Er war einfach erf\u00fcllt von einem hohen k\u00fcnstlerischen Eros und einem Idealismus, den er sich nicht nehmen lie\u00df und wenn er noch so sehr draufzahlte.&#8220; (Therese Risinger)<\/p>\n<p>Und Dr. Herbert M\u00fcller (Sch\u00fcler 1960-69): &#8222;Als Fahrsch\u00fcler aus Sch\u00f6ngeising ist mir nat\u00fcrlich ein Lehrer, der auch dort wohnte, n\u00e4mlich Artur Birnmmeyer, der Birnse, unvergessen. Wenn er uns in seinem 3-6-er DKW mitnahm und meinte: &#8218;Buben, passt&#8217;s auf, meine Augen sind nimmer so gut, und bei Zwielicht seh ich ganz schlecht&#8216;, wurde der Schulweg zum echten Abenteuer. Trotzdem wagte er es, mit dem Auto nach M\u00fcnchen zu fahren, um seine &#8218;M\u00e4dchen&#8216; (die durchaus so alt wie er sein konnten) beim Theaterkartenvorverkauf zu bezirzen. So kamen auch wir Sch\u00fcler zu g\u00fcnstigen Karten von den Kammerspielen bis zum Nationaltheater. 1964 lie\u00df er den alten Herrn Dilger aus Sch\u00f6ngeising f\u00fcr die neunte Klasse (damals die Abiturklasse) Modellsitzen.&#8220;<\/p>\n<table width=\"174\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"174\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_dilger.jpg\" width=\"164\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"174\">Ergebnis einer Arbeit aus dem Unterricht von Herrn Birnmeyer und Widmung von Birnmeyer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_dilger1.gif\" width=\"250\" height=\"139\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Widmung von Herrn Birnmeyer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Gudrun Holzapfel (Kunst,1959-79, Schwester von Frau Deisenhofer). Gefragt, was ihr immer wichtig war, erz\u00e4hlt Frau Holzapfel wie sie versucht hat, alle Sch\u00fcler zu f\u00f6rdern: &#8222;Begabt sind ja nur wenige, aber man kann aus jedem etwas rausholen.&#8220; Zu ihrer Verabschiedung 1979 dichtete Otto Krakowitzer f\u00fcr sie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Nicht allein das ABC, bringt den Sch\u00fcler in die H\u00f6h,<br \/>\nnicht allein in Rechensachen, sollt er sich die M\u00fche machen,<br \/>\nsondern auch vom Zeichnen, Malen, sollte er dann sp\u00e4ter prahlen.<br \/>\nDass dieses mit Verstand geschah, dazu war Frau Holzapfel da.<br \/>\nAuf den Fluren, in den G\u00e4ngen, sieht man heut schon Bilder h\u00e4ngen,<br \/>\nvon Sch\u00fclern, die man gut konnt f\u00fchren, meterweis die W\u00e4nde zieren.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zum Sch\u00f6nsten ihrer Schulzeit z\u00e4hlen f\u00fcr sie die vielen Klassenausstellungen (alle 3 Jahre), die sie machte, um zu zeigen, dass aus allen &#8218;etwas herauszuholen&#8216; ist. Das Bild von der Gro\u00dfstadt mit den Hochh\u00e4userschluchten in der 2. Etage des Hauptgeb\u00e4udes ist heute noch aus ihrer Zeit.<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Doch ihre ganze Liebelei, galt immer schon der T\u00f6pferei.<br \/>\nMit ihrer Kunst, mit der enormen, sieht man sie aus Ton was formen,<br \/>\nund in einer kurzen Zeit, ist Vollendetes soweit.<br \/>\nWir alle, die das T\u00f6pfern kennen, wissen, so was mu\u00df man brennen.<br \/>\nLange mu\u00dft sie bittend laufen, bis einen Ofen sie durft kaufen.<br \/>\nIm Werkraum, an dem einen Ende, w\u00e4r Platz, da wo er stehen k\u00f6nnte.<br \/>\nSie nimmt, man sieht, es macht ihr Spa\u00df, zur Hand ein langes Meterma\u00df<br \/>\nund beginnt, fast wie besessen, H\u00f6he, Breite, Tiefe messen,<br \/>\ndamit der Ofen, ihre Liebe, nicht gar am Ende stecken bliebe.<br \/>\nUnd alles l\u00e4uft nach ihrem Plan, bis zu dem Tag, als er dann kam.<br \/>\nDenn ach, im Treppenhaus, im engen, blieb dieses Monstrum Ofen h\u00e4ngen.<br \/>\nBis dann der eine Handwerksmann, eine S\u00e4g&#8216; zu Hilfe nahm<br \/>\nund kurzer Hand &#8211; nichts \u00fcberst\u00fcrzen &#8211; begann, die F\u00fc\u00dfe abzuk\u00fcrzen.<br \/>\nUnd sieh, der Ofen rutschte munter, den Rest des Treppenhauses runter.<br \/>\nNun steht er doch am richt&#8217;gen Ort, und brennt zur Freude immerfort.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zu den sch\u00f6nsten p\u00e4dagogischen Erfahrungen z\u00e4hlt Frau Holzapfel eine kontemplative Pflanzenbetrachtung: Sie hat eine Klasse zun\u00e4chst damit schockiert, dass sie den Sch\u00fclern die Pflanzen hingeworfen hat. Dann hat sie die Sch\u00fcler in Stille dazu motiviert, die jeweilige Pflanze zu streicheln, zu betasten und in Ruhe eine Zwiesprache mit ihr aufzunehmen, schlie\u00dflich still das Erfasste zu Papier zu bringen. In den Ergebnissen war das besondere &#8218;Erfassen&#8216; der Pflanzen sp\u00fcrbar Bei der Aufgabe Modemalerei dagegen hat sie die Sch\u00fcler aufgefordert, das Motiv mit dem Pinsel richtig schnell und einfach &#8218;hinzufetzen&#8216;, um so das Thema &#8218;Eleganz&#8216; einzufangen. An eine Situation erinnert sie sich immer wieder: Sie hatte zwei 13. Klassen zu betreuen und keinen genauen \u00dcberblick, wer ihr noch fehlte. Sie fragte gerade: &#8222;Wer fehlt hier noch?&#8220; als die T\u00fcr aufging und Sch\u00fcler eine Bahre hereintrugen, auf der ein Sch\u00fcler \u00fcber und \u00fcber in Klopapier eingewickelt lag. Sie hatte gerade einen Pinsel in der Hand, sagte &#8218;och, ist der aber blass&#8216; und malte ihn kr\u00e4ftig v. a. im Gesicht an. Sp\u00e4ter wurde er dann gewaschen und musste nat\u00fcrlich das Toilettenpapier ersetzen.<br \/>\nSie selbst malt meist gro\u00dffl\u00e4chig realistisch. Ihre Bilder sind z.B. in der Brucker Weinstube (Caf\u00e9 Wiedemann) und im Gilchinger Sportstudio zu sehen. Die Kupferarbeit im Eingang unserer Schule wurde von ihr ausgef\u00fchrt. F\u00fcr den Neubau hat sie mit einer Klasse die dort heute noch vorhandenen Kreuze angefertigt. Sie sagt, wenn sie ihr Leben noch einmal leben k\u00f6nnte, w\u00e4re dies ihr viel zu langweilig. &#8222;Man ist doch auf Erden, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Nein, da m\u00f6chte ich lieber auf was Neues zugehen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fclergeschichten<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Zu dem guten inneren Wachstum geh\u00f6rte auch die gro\u00dfe Bereitschaft unserer Sch\u00fcler, Wahlkurse und Arbeitsgemeinschaften zus\u00e4tzlich zum Pflichtunterricht zu belegen. Es war nat\u00fcrlich auch ein gutes Angebot da. 1965 z.B. besuchten 3\/4 all unserer Sch\u00fcler irgendeinen Wahlunterricht: In drei Wahlkursen konnte man Latein, in vier Franz\u00f6sisch, in zwei Russisch, in je einem Griechisch und Italienisch lernen. Wir hatten in den 60er Jahren Abiturienten, die sich in sechs Sprachen verst\u00e4ndigen konnten.&#8220; (Therese Risinger)<\/p>\n<p>Im Sommer 1965 ermordete ein Sch\u00fcler in seiner Freizeit seinen besten Freund und Mitsch\u00fcler. T\u00e4ter und Opfer waren damals in der 10. Klasse unserer Schule. Der M\u00f6rder verlie\u00df kurz darauf die Schule und stellte sich 9 Jahre sp\u00e4ter selbst der Polizei. Am 12. November 1996 erinnerte Wolfgang Kleinknecht in der Jubil\u00e4umsausgabe &#8217;50 Jahre Merkur&#8216; an das damalige Geschehen: &#8222;Er konnte nicht mehr schlafen, irrte nachts durch die Stra\u00dfen und jedesmal, wenn er ein Polizeifahrzeug sah, fuhr ihm der Schreck durch die Glieder: &#8218;Jetzt holen sie mich&#8216;. Neun Jahre nach dem Mord an seinem besten Freund stellt sich der T\u00e4ter der Polizei und gestand die Tat, die im Jahre 1965 in der Kreisstadt f\u00fcr Aufsehen und Best\u00fcrzung gesorgt hatte. Seines inneren Friedens wegen, erkl\u00e4rte er einem Ermittlungsbeamten der damaligen Landespolizei-Station F\u00fcrstenfeldbruck gegen\u00fcber, m\u00fcsse er die Tat gestehen und auch s\u00fchnen. Sein Schuldgef\u00fchl sei zu gro\u00df geworden, um das Tatgeschehen vergessen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ob viele Streiche gespielt werden, das h\u00e4ngt davon ab, ob es dort eine kreative, f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeit gibt. Ich glaube, wir waren eine Durchschnittsklasse. Streiche, im Sinne von etwas Gro\u00dfangelegtem, Durchdachtem haben wir nicht gemacht. Wir haben halt die Lehrer ge\u00e4rgert. Man hat Lehrer nachgemacht. Die Klassen waren fr\u00fcher sicher ruhiger, im Sinne dieser Hypermotorik. Wir waren braver. Man hat einen Lehrer einfach nicht so dumm anreden k\u00f6nnen. Und die \u00e4lteren Lehrer haben eine enorme Autorit\u00e4t ausgestrahlt. Vor denen hat man buchst\u00e4blich Angst gehabt. Da hat man einen Vorteil gehabt, wenn man sich nicht wegen der Noten f\u00fcrchten musste.&#8220;<\/p>\n<p><strong>P\u00e4dagogik<\/strong><\/p>\n<p>Christiane Neuberger (M\u00f6ssel, Sch\u00fclerin 1959-68) ist heute Kunsterzieherin an der Brucker Realschule: &#8222;Frau Holzapfel war eigentlich schon eine gute Lehrerin. Ich hab mich zwar viel mit ihr gestritten und so, aber sie hat einen guten Unterricht gemacht, sich f\u00fcr jeden etwas ausgedacht. Da denke ich heute noch als Kunsterzieherin dran, weil ich oft noch Einf\u00fchrungen, die sie gemacht hat, vor mir sehe; die waren so lebendig. Sie ist fast auf den Tisch gesprungen vor lauter Begeisterung. Nachdem ich selber Kunsterzieherin bin, ist mir wichtig, dass du im Kunstunterricht viel Zeit hast, sodass ein Moment des Suchens und der Langeweile entstehen kann, und dass du nicht aufgrund p\u00e4dagogischer Brillianz st\u00e4ndig irgendwelche neuen tollen Sachen reinbringen mu\u00dft. Da stehst du zwar gut da, aber der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung hilft es gar nix. Das wars, was meine Schwester immer so an Frau Dietrich gelobt hat, damals. Sie sagt, &#8218;wir sa\u00dfen in Kunst und wir durften malen. Frau Dietrich hat sich zwar intensiv um uns gek\u00fcmmert; sie hat genau geschaut, welche Entwicklung jeder macht, aber sie hat jeden lassen.&#8216; Meine Schwester schw\u00e4rmt noch von damals: wenn man nicht mehr richtig weiter wu\u00dfte, hatte sie genau das Richtige zu sagen, damit es wieder weiterging. Daf\u00fcr w\u00fcrdest du aber heutzutage nicht belohnt werden als P\u00e4dagoge, da w\u00fcrde es hei\u00dfen, &#8218;ja.. da mu\u00df mehr Straffung rein und zack und hier&#8230; Akzente setzen.&#8216; Das ist genau das Fernsehprinzip: M\u00f6glichst viel Berieselung und F\u00fchrung von au\u00dfen, d.h. dass du dir selber immer fremder wirst. Logisch, mu\u00df ja sein.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Wettr\u00fcsten gegen Sch\u00fclerzahlen (1965-1969)<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeit der Mondlandung und der 68er begann. Die Schule wuchs st\u00fcrmisch und platzte wieder einmal aus allen N\u00e4hten. Wieder einmal fand eine Phase des Bauens statt, &#8222;eines Bauens, das stets in einem fast aussichtslosen Wettstreit lag mit der raschen Zunahme der Sch\u00fclerzahl. Und als 1969 der Erweiterungsbau, der sog. Neubau, eingeweiht wurde, hatte unsere Schule mit ihren nunmehr 800 Sch\u00fclern einen \u00e4u\u00dferen Stand erreicht, nach 22 Jahren, wie andere ihn oft von Anfang an haben.&#8220; (Therese Risinger) Jetzt konnte auch, nach 5-j\u00e4hriger Wartezeit, der neusprachliche Zweig eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Von 1964 bis 1990 gab es an dieser Schule &#8218;Krako &#8211; das Ph\u00e4nomen&#8216;, Otto Krakowitzer, seines Zeichens Sekret\u00e4r. Ja, es hei\u00dft oft, er habe w\u00e4hrend der Erkrankung des Herrn von Schm\u00e4del die Schule geleitet. Seine Frau Elisabeth Krakowitzer<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Kennt sie an der Schui neamd mehr aus<br \/>\nund gibts an Durcheinander in dem Haus,<br \/>\nkimmt oaner, der bringts wieder hi,<br \/>\ni moan oiwei, des bin i.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>In den 60er Jahren durfte an den Bayerischen Schulen am Bu\u00df- und Bettag nur dann freigegeben werden, wenn mehr als ein Drittel der Sch\u00fcler evangelisch war. Da aber an unserer Schule diese Grenze nur dann \u00fcberschritten wurde, wenn man die Sch\u00fcler ohne Bekenntnis hinzuz\u00e4hlte, meldete Krako dem Herrn Direktor auf Befragen wahrheitsgem\u00e4\u00df die Zahl der katholischen Sch\u00fcler in Prozenten, also zum Beispiel 65,8 Prozent. Das hie\u00df: 34,2 Prozent &#8211; mehr als ein Drittel &#8211; waren nicht katholisch. Der Herr Direktor war zufrieden und es wurde unterrichtsfrei gegeben. Anscheinend mi\u00dffiel dem Kultusministerium diese Art der Berechnung, denn Jahre sp\u00e4ter wurde der Bu\u00df- und Bettag zum allgemeinen Feiertag erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der hei\u00dfen Jahreszeit konnte Krako den unter gro\u00dfer Hitze leidenden Sch\u00fclern manchmal ein paar Stunden Hilfe angedeihen lassen: In seiner Schublade befand sich zur Messung der Temperatur ein Thermometer, das sehr empfindlich war &#8211; es stammte schlie\u00dflich aus der Physiksammlung &#8211; und das auch auf K\u00f6rperw\u00e4rme besonders gut reagierte. Er nahm es also immer so in die Hand, dass sich der Fl\u00fcssigkeitsbeh\u00e4lter genau zwischen Daumen und Zeigefinger befand, wenn der Herr Direktor wissen wollte, wie warm es eigentlich war. Der Weg von dem einen Schreibtisch zum anderen gen\u00fcgte, um die Anzeige von 26 Grad auf die erforderlichen 27 Grad ansteigen zu lassen. Damals gab es noch keine Sprechanlage und keinen Neubau und kein Nebenhaus. Sein Gang zu jedem Unterrichtsraum nach genehmigtem &#8218;hitzefrei&#8216; wurde jedesmal mit einem lauten &#8218;Hallo&#8216; begleitet. Das war auch f\u00fcr ihn stets ein gro\u00dfes Vergn\u00fcgen. Bis heute wei\u00df er noch nicht, welch b\u00f6ser Geist die Schulleitung dazu inspirierte, ein neues Thermometer justament an der Stelle zu installieren, die nicht nur die k\u00e4lteste ist, sondern wo auch ein unangenehmer, \u00e4u\u00dferst k\u00fchler Zugwind zus\u00e4tzlich daf\u00fcr sorgt, die Quecksilbers\u00e4ule nicht \u00fcber 25 Grad klettern zu lassen.<\/p>\n<p>1969 erkrankte Johann Ritter und Edler von Schm\u00e4del ernsthaft und mu\u00dfte schlie\u00dflich seine Arbeit ganz aufgeben. Sein Nachfolger Rolf Feuerlein schrieb \u00fcber ihn: &#8218;Dem Adel seines Namens entsprach die Haltung, die er in jeder Situation seinen Mitarbeitern und Sch\u00fclern gegen\u00fcber bewahrte und die ihn auch nicht verlie\u00df, als er, schon schwer erkrankt, ohne R\u00fccksicht auf seine Gesundheit, mit bewundernswerter Energie seinen Dienst versah.&#8220; 1969 kam Rolf Feuerlein (Geschichte, Deutsch,Erdkunde) als neuer Schulleiter an die Schule. Er mu\u00dfte sich zun\u00e4chst damit auseinandersetzen, dass es bereits einen Chef gab, Krako-das-Ph\u00e4nomen.<\/p>\n<p>Herrn Feuerlein wurde manchmal geraten, doch mehr Einflu\u00df auf die Brucker Lokalpolitik zu nehmen. Lindemann, unser 1. Direktor, war nach seiner NSDAP-Mitgliedschaft zur CSU gegangen und hatte sogar schlie\u00dflich den Posten eines Zweiten B\u00fcrgermeisters erobert. Dr. Joseph Stra\u00dfer, unser zweiter Chef, hatte in seiner Faschingsansprache von 1952 geraten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Um vor allem an kleineren Orten zu einer erspriesslichen Zusammenarbeit mit B\u00fcrgermeistern und Stadtr\u00e4ten zu gelangen, r\u00e4t das Ministerium dringend allen Lehrkr\u00e4ften, leitenden Nichtdirektoren und solchen, die es werden wollen, zu reger parteipolitischer Bet\u00e4tigung. Dieser Rat erfolgt freilich ohne jede Gew\u00e4hr. Vom Leiter einer Anstalt mu\u00df trotzdem erwartet werden, dass er mindestens einer der beiden Koalitionsparteien als Mitglied angeh\u00f6rt. Sollte er diesen politischen Bef\u00e4higungsnachweis nicht zu erbringen imstande sein und \u00fcberhaupt keiner Partei angeh\u00f6ren, so hat er bei jedem \u00f6ffentlichen Auftreten aus Scham und Zerknirschung f\u00fcr ein solches Versagen sich in eine Amtsrobe zu h\u00fcllen, die die Farben der beiden regierenden Parteien in sich vereinigt: schwarz und rot.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die 68er Bewegung scheint sich auf unsere Schule nur versp\u00e4tet ausgewirkt zu haben. 1969 organisierte Bernd Sp\u00e4th einen <\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Sit out&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>auf dem Schulhof. Frau Risinger und Frau Greif k\u00f6nnen von dieser historischen Stunde behaupten, dass sie dabeigewesen sind &#8211; auf dem Schulhof sitzend, w\u00e4hrend Frau Haugg derweil die aufgeschreckten Unterstufensch\u00fcler zu beruhigen trachtete. Wei\u00df noch jemand, was Bernd Sp\u00e4th in dieser Rede gesagt hat? Hat noch jemand den Roman <\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Seitenstechen&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p> von Bernd Sp\u00e4th, oder gar die Verfilmung dieses klassischens Themas, vom Mann, der ein Kind bekommt? Sollten wir es schaffen, aus dieser Geschichtsschreibung eine CD-ROM zu machen, k\u00f6nnten wir Filme gut gebrauchen!!! Heute ist Bernd Sp\u00e4th Vertreter des Bundes Junger Unternehmer. Ach, wenn er doch endlich einmal im Internet surfen w\u00fcrde und auf uns stie\u00dfe!!!<\/p>\n<p>Ilse Greif (Deutsch, Englisch, Geschichte) war schon seit 1961 an unserer Schule und verlie\u00df sie 2000 mit dem Aussehen einer 20 J\u00e4hrigen. Beobachter finden, dass sie in diesen 36 Jahren t\u00e4glich j\u00fcnger geworden ist. Otto Krakowitzer dichtete \u00fcber sie:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Frau Greif genannt der B\u00fccherwurm,<br \/>\nf\u00fchlt sich nur wohl im B\u00fccherturm.<br \/>\nUnd gibt&#8217;s was Neu&#8217;s zum Lesen<br \/>\nim ganzen B\u00fccherwesen,<br \/>\neroberts sie es gleich im Sturm.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier ein paar Ausz\u00fcge aus einem Interview mit ihr, Abizeitung 1968 (&#8218;Auflage unter 600 000&#8216;), mit betr\u00e4chtlichen Bez\u00fcgen zum Zeitgeist: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ilse Greif &#8230; liebt schwierige Sch\u00fcler&#8230; Unsere Ilse&#8230; wurde in Kempten geboren. Als Kind wollte sie Schauspielerin werden, zur Konfirmationszeit Theologie studieren, sp\u00e4ter Mathematik, dann erst Germanistik. Englisch macht ihr am wenigsten Arbeit, Geschichte ist vom Stoff her am Interessantesten.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Was hat Sie bewogen, einen Fernsehapparat zu kaufen?<\/p>\n<table width=\"74\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"32\">Frau<\/td>\n<td width=\"42\">Greif:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"568\">Ich kaufte ihn rein zur Information, um hinter meinen Sch\u00fclern nicht zur\u00fcckzustehen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Haben Sie irgendwelche Hobbys?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Nein, keine speziellen. Ich tu alles, was Spass macht, wie z.B. Lesen, ins Theater gehen usw&#8230;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Haben Sie schon anonyme Anrufe erhalten?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Einmal rief ein Vierteljahr lang jemand an. Ich glaube aber, es war kein Sch\u00fcler, er war zu primitiv!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Was halten Sie von Lady Chatterly?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Ich finde sie etwas kitschig, Fanny Hill ist besser!<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Lesen Sie Oswald Kolle?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Ja, ich habe mal eine Fortsetzung gelesen, den Film habe ich nicht gesehen&#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Wie sind Ihre Eindr\u00fccke in Bezug auf die Klasse?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Abgegangen ist mir Ihr Interesse an der Literatur, gefallen haben mir Ihre oft schlagfertigen Antworten.<br \/>\nAu\u00dferdem hatte ich den Trost eines Sch\u00fclers: Die Schule rentiert sich, weil es da immer eine Gaudi gibt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Waren Sie schon auf dem Volksfest?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Nein, ich war noch nie im Leben auf dem Brucker Volksfest. Ich sehe die Sch\u00fcler in der Schule oft genug&#8230;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">W\u00e4ren Sie gerne an einer M\u00fcnchner Schule?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Wohnen m\u00f6chte ich in M\u00fcnchen, aber Lehrer bin ich lieber hier. Man mu\u00df dort zu streng sein.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frage:<\/td>\n<td width=\"568\">Frage: Was erwarten Sie sich von der Abiturreise?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"67\">Frau Greif:<\/td>\n<td width=\"568\">Vor allem Erholung und Gaudi.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>F\u00fcr Therese Risinger (Deutsch,Geschichte, Erdkunde), von 1955 &#8211; 1987 an unserer Schule, war fast die ganze Geschichte pers\u00f6nlich erlebte Realit\u00e4t, vom Notbehelf der Anfangsjahre \u00fcber Schulhausneubau, Explosion der Sch\u00fclerzahl, Raumnot und Schulteilung. Sie ist diejenige, die die Geschichte unserer Schule zum 25-j\u00e4hrigen 1. Abitur 1984 durchdachte und darstellte. In den 32 Jahren durfte sie hier ihrem p\u00e4dagogischen Elan auch fachfremd freien Lauf lassen, so in Biologie, Sozialkunde, Mathematik, Kurzschrift und Handarbeit. Auch das Schulspiel reizte sie und einige Ludwig-Thoma-Auff\u00fchrungen waren das Ergebnis der Besch\u00e4ftigung mit dem Schultheater.<\/p>\n<table width=\"167\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"167\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_bauma.jpg\" width=\"157\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"167\">Ludwig Baumann<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dr. Herbert M\u00fcller besuchte von 1960 bis 1969 das GRG. Als Physiker an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen betreut er jetzt diese Geschichtsschreibung im Internet. Zu Ludwig Baumann f\u00e4llt ihm sofort ein, &#8222;dass man im Winter morgens vor der Schule h\u00f6llisch aufpassen mu\u00dfte, um &#8218;Herrn Professor&#8216; auch geb\u00fchrend zu begr\u00fc\u00dfen. Riss man nicht voller Ehrfurcht die Pudelm\u00fctze (!) vom Kopf, so konnte es schon passieren, dass die von Lehrerhand geschleuderte Kopfbedeckung im Nachbargrundst\u00fcck landete. Wagte man es, die M\u00fctze zu holen, bestand durchaus das Risiko, sich einen Verweis wegen unerlaubten Verlassens des Schulgrundst\u00fccks einzuhandeln.&#8220;<\/p>\n<p>Und weiter: &#8222;Mein Klassenleiter in der Abiturklasse war der Mathe-Physik Lehrer Herbert Vogel. Mein Leben lang kann ich ihm nie vergessen, dass wir keine Abiturreise machten, da Herr Vogel die gro\u00dfe Verantwortung als Betreuer nicht tragen wollte oder konnte. Trotz seiner \u00fcbertriebenen Vorsicht hat er es doch gewagt, irgendwann in den 60er Jahren den F\u00fchrerschein zu machen und sonntags mit seinem roten VW-K\u00e4fer zum Spaziergang in die W\u00e4lder zwischen Sch\u00f6ngeising und Mauern zu schleichen. Als ihm die Klasse f\u00fcr die ersten 1000 km unfallfreies Fahren eine Bierflasche mit Benzin \u00fcberreichte, lehnte er das Geschenk wegen der Gefahr der Beamtenbestechung ab. Gro\u00dfe Angst mu\u00dfte Herr Vogel auch vor Erk\u00e4ltungen haben, da eines seiner Markenzeichen die langen Unterhosen waren, die auch im Hochsommer unter seinen Anzugbeinen hervorlugten.&#8220;<\/p>\n<p>Mit dieser letzten Bemerkung ist f\u00fcr alle Zeiten endg\u00fcltig die alte Frage beantwortet, was die Sch\u00fcler im Unterricht eigentlich wahrnehmen: Nicht die Oberfl\u00e4che eines Ph\u00e4nomens, nein, die darunterliegenden Schichten!<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_emayr.jpg\" width=\"250\" height=\"296\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Der Leibniztr\u00e4ger 1997 Prof. Ernst Mayr (Abitur 1969) (Foto: Anna Andlauer)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>P\u00e4dagogik<\/strong><\/p>\n<p>Die ehemalige Lehrerin Karoline Haugg (Englisch, Franz\u00f6sisch, 1961-89) erz\u00e4hlt von dem grundlegenden Wandel in den Unterrichts- und Arbeitsformen des Fremdsprachenunterrichts. In den 60er Jahren gab es nur Diktat, \u00fcbersetzung, Grammatik. Die \u00fcbersetzung hie\u00df in der Schulaufgabe noch &#8218;\u00dcbung&#8216;. Keine Kommunikation, keine Textproduktion. Im Abi das gleiche. Wie m\u00fchsam sich die Lehrer die ersten Fragen zum Text ausgedacht haben, da sie ja keinerlei Ausbildung in kommunikativem Sprachenunterricht hatten.<\/p>\n<p>Brigitte Hummel (Englisch, Franz\u00f6sisch) hat in den 70er Jahren die Einsprachigkeit im Englischunterricht an unserer Schule eingef\u00fchrt. Bevor sie zu uns kam, hatten Sch\u00fclerinnen ihrer Augsburger Schule eine Demonstration veranstaltet, um ihren Verbleib an der dortigen Schule zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Die Konkurrenz wird gegr\u00fcndet (1970-1975)<\/strong><\/p>\n<p>Gleich zu Beginn der Amtszeit von Rolf Feuerlein (1969-1979) als Leiter der Schule wurde diese um den Erweiterungsbau am Hauptgeb\u00e4ude erg\u00e4nzt. (69) Innnerhalb von vier Jahren waren die Sch\u00fclerzahlen von 800 auf fast 1400 angestiegen. Unsere Gr\u00fcndungssch\u00fcler hatten noch erz\u00e4hlt, wie die Volksschullehrerin h\u00f6chstens ein oder zwei Sch\u00fcler ihrer Klassen bei besonders guten Leistungen aufforderte, eine h\u00f6here Schule zu besuchen. Anneliese Sponer: &#8222;Damals hat niemand gesagt &#8218;Mein Kind muss aufs Gymnasium gehen.&#8216; Man war einfach bescheidener.&#8220; Und viele sind nach vier Jahren zum Ende ihrer Schulpflicht wieder gegangen. &#8222;Damals hat es keine Nachhilfe gegeben. Man hat gesagt &#8218;auf die Oberschule sollen die Besseren gehen&#8216;. Es gab noch nicht die Bildungseuphorie und ein Handwerk konnte auch gl\u00fccklich machen.&#8220; &#8222;Es war die Zeit, wo die Begabungsreserven herausgeholt wurden aus den Volksschulen, wo in einem Jahr, 1970, sich 250 Sch\u00fcler anmeldeten f\u00fcr die 5. Klassen, wo Wanderklassen und Schichtunterricht wieder einmal unvermeidlich wurden.&#8220; (Therese Risinger)Der Ruf nach einem zweiten Brucker Gymnasium wurde un\u00fcberh\u00f6rbar. Unsere Schule war restlos \u00fcberf\u00fcllt. Klassenst\u00e4rken von mehr als 40 waren Herrn Feuerleins gro\u00dfes Problem, wenn er schwierige Verhandlungen mit der Stadt und mit anderen Schulen f\u00fchrte, um dem &#8218;Sch\u00fclermeer&#8216; Herr zu werden. 1971-73 gab es wieder Schichtunterricht. Die Sch\u00fclerzahl erreichte 1972\/73 einen H\u00f6chstand von 1347 Sch\u00fclern.1973 wurde das Viscardi-Gymnasium gegr\u00fcndet und Aurelius Patscheider, Mathe- und Physiklehrer unserer Schule, \u00fcbernahm die dortige Leitung. &#8222;Gleichzeitig fing man an, im Landkreis weitere Gymnasien zu bauen; mittlerweile sind es sieben geworden. F\u00fcr uns bedeutet das &#8211; ca. 30 Jahre nach der Gr\u00fcndung &#8211; endlich eine gewisse stabilitas. Die Sch\u00fclerzahl pendelte sich ein zwischen 900 und 1000, der ewige Kampf um mehr Schulraum war &#8211; von kleineren Nachhutgefechten abgesehen &#8211; vorbei.&#8220; (Therese Risinger)Im Januar 1974 verlieh der Staatsminister f\u00fcr Unterricht und Kultus der Schule den Namen &#8218;Graf-Rasso-Gymnasium&#8216;. Manche Gr\u00fcndersch\u00fcler h\u00e4tten den Namen &#8218;Dr. Lindemann Gymnasium&#8216; bevorzugt. &#8222;Der Name hat mich gewundert, befremdet. Viel passender h\u00e4tte ich Kaiser Ludwig gefunden. Rasso ist ja nur eine Randfigur. Inzwischen wei\u00df man ja, dass er nicht historisch ist. Pers\u00f6nlich hat mich der Name gefreut, weil ich in Grafrath aufgewachsen bin. Ich hab zum Heiligen Rasso eine ganz intensive Beziehung gehabt, war Ministrant in der Kirche. Wenn ich vor einer Lateinschulaufgabe Angst gehabt habe, bin ich zu einem Sto\u00dfgebet noch mal schnell zu ihm in die Kirche gegangen, damit er mir bei der Schulaufgabe helfe. Er war f\u00fcr mich ein Nothelfer. Unser 1. Kind hie\u00df Rasso. F\u00fcr mich war Rasso nie eine Figur, die f\u00fcr eine Schule einen Namen hergibt.&#8220; (Peter Seitz)Zur immer wieder auflebenden Debatte um den Namen unserer Schule machte unser Sekret\u00e4r einen v\u00f6llig neuartigen Vorschlag, gesungen nach der der Melodie &#8218;Es war im B\u00f6hmerwalde&#8216;:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Es steht im sch\u00f6nen Bruck<br \/>\nda ein Gymnasium drein,<br \/>\ndas denket immer z&#8217;ruck,<br \/>\nan seinen Feuerlein.<br \/>\nWas der aus uns hat g&#8217;macht,<br \/>\ngeht in d&#8217;Erinnrung ein<br \/>\nund er bleibt stets, s&#8217;war g&#8217;lacht,<br \/>\nder Feuerlein!<br \/>\nEr hat uns alle g&#8217;sch\u00fctzt<br \/>\nvor mancher gro\u00dfen G&#8217;fahr;<br \/>\nhat seine Lehrer g&#8217;st\u00fctzt,<br \/>\nja des is wirklich war!<br \/>\nUnd sollt&#8217;s a \u00e4ndrung geb&#8217;n.<br \/>\nwas unsern Nam&#8216; angeht,<br \/>\nsolls das Gymnasium sein<br \/>\nRolf Feuerlein!&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>&#8218;Im Westen nichts Neues&#8216;, oder der Streit um die Pausenhofwestgrenze:<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem muss lange gewesen sein, dass \u00fcber unseren Schulhof ein \u00f6ffentlicher Weg verl\u00e4uft. In politisch bewegenderen Zeiten wurden hier Flugbl\u00e4tter an die Sch\u00fcler verteilt, ohne dass dies als &#8218;politische Bet\u00e4tigung&#8216; in der Schule geahndet werden konnte. Herr Feuerlein setzte eine genaue Fixierung der Grenzen des Pausenhofes durch. Hier eine Glosse aus der Abiturzeitung 71: &#8218;Einige veranlagungsm\u00e4\u00dfig revolutionierende Existenzen bel\u00e4stigen denn auch fortw\u00e4hrend die gewisserma\u00dfen als Grenzstein fungierenden an der betreffenden Stelle aufgestellten Aufsichtshabenden und vergleichen schlie\u00dflich unsere Pause-&#8218;Gestaltung&#8216; in unverkennbarer Analogie mit der t\u00e4glichen Rundwanderung der H\u00e4ftlinge in einem Gef\u00e4ngnishof. V\u00f6llig unbeachtet hingegen lie\u00df man den hohen potentiellen und finanziellen Aufwand, der freiwillig von der Schulleitung zur Erkennbarmachung des Pausehof-Westgrenze aufgebracht wird, n\u00e4mlich die die &#8218;Aufsicht&#8216; aus\u00fcbenden Lehrkr\u00e4fte. Man muss bedenken, dass die Aufsichtspersonen nichts weniger sind als in jahrelangem Zeitaufwand ausgebildete Studienr\u00e4te oder Oberstudienr\u00e4te, die ihre kostbare Zeit in der beschriebenen Weise den Sch\u00fclern zur Verf\u00fcgung stellen und st\u00e4ndig bem\u00fcht sind, jeden einzelnen Sch\u00fcler von der Grenz\u00fcberschreitung abzuhalten und ihn zur &#8218;Umkehr&#8216; zu bewegen und sogar noch die M\u00fche auf sich nehmen, einen Verweis f\u00fcr generell Uneinsichtige auszuarbeiten. Bei genauer Rechnung ergibt sich f\u00fcr die Kosten, die die Bereitstellung einer Lehrkraft an der Pausenhof-Westgrenze erfordert, ein Betrag von ca. 900 DM. (Der Wert wurde ermittelt unter Zugrundlegung des Durchschnittsstundenlohns einer Lehrperson.)&#8216;<\/p>\n<p>Dieser Abiturjahrgang scheint besonders mit mathematischen Argumenten gestritten zu haben, nach dem Motto &#8218;Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, wir rechnen sie um.&#8216; Liegt es daran, dass aus diesem Abiturjahrgang unsere Mathematiklehrer R\u00fcdiger Pache und Max Schuster hervorgegangen sind, oder auch der Ordinarius f\u00fcr Mathematik Klaus Hulek? Wer hat die folgenden Richtlinien in der Abi-Zeitung 71 vorgeschlagen? &#8218;Man sollte die gesamte Fl\u00e4che des Pausegel\u00e4ndes in gleichgro\u00dfe, aneinander- grenzende Sieben-Ecke einteilen und durch Linien markieren, wobei jedem Sch\u00fcler genau ein Siebeneck zugeteilt wird. Meinen privaten Berechnungen zufolge ergibt sich damit bei der gegenw\u00e4rtigen Sch\u00fcleranzahl pro Sch\u00fcler eine Fl\u00e4che von ca. 0,873 qm. Jedes dieser Siebenecke wird nun mit einer gut lesbaren Nummer versehen; entsprechend wird jedem Sch\u00fcler eine Nummer zugeteilt, wobei aus Sicherheitsgr\u00fcnden unbedingt darauf zu achten ist, dass sich auf keiner Siebeneckgruppe nur gro\u00dfe oder nur kleine Sch\u00fcler aufhalten, da dies unter anderem mit unn\u00f6tiger gegenseitiger Behinderung und einer Verst\u00e4rkung des Aggressionstriebes verbunden w\u00e4re. Eine entsprechende Verteilung der Sch\u00fcler gem\u00e4\u00df ihren Gr\u00f6\u00dfen kann in befriedigender Weise durch Zugrundelegung der Wurzelfunktion Y = SQRT(X**4 + 2*SIN(2*X)) \/ 9 erreicht werden, wobei f\u00fcr X die Gr\u00f6\u00dfe des Sch\u00fclers in mm eingesetzt werden muss. Der sich dann jeweils f\u00fcr y errechnende Wert ist bez\u00fcglich der Ziffernfolge mit der Platznummer des entsprechenden Sch\u00fclers identisch. Die auf diese Weise ermittelte Platzziffer wird dem Sch\u00fcler auf einem neu einzuf\u00fchrenden Pausehofbenut zungs-Berechtigungsausweis gestempelt, welcher verhindern soll, dass ein Nichtsch\u00fcler eine Siebeneckfl\u00e4che im Pausehof benutzt. Besonders zu beachten ist noch, dass sich jeder aber auch jeder Sch\u00fcler ausschlie\u00dflich im Gegensinn des Uhrzeigers bewegt, da nur so bei eventuellen Zusammenst\u00f6\u00dfen gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4digungen vermieden werden.&#8216;<\/p>\n<p>Herr Feuerlein (1969-1979) sagt als Fazit seiner 10j\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit an dieser Schule: &#8222;Wir haben p\u00e4dagogisch keine B\u00e4ume ausgerissen. Wir waren ein p\u00e4dagogischer Rangierbahnhof.&#8220; In dieser Zeit wurde beschlossen, nur eine Schulaufgabe pro Woche zu schreiben (78\/79), der freie Samstag wurde eingef\u00fchrt. Es gab jetzt erneut Skikurse. Auch damals wurde schon um die Polsterm\u00f6bel in den Klassen und um eine &#8218;Gastst\u00e4ttenl\u00f6sung&#8216;, den Pausenverkauf in der Schule, gerungen. Am Ende von Herrn Feuerleins Amtszeit wurde das Sommerfest erstmalig eingef\u00fchrt. (1979)<\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten<\/strong><\/p>\n<table width=\"183\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"183\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_hackl.jpg\" width=\"173\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"183\">Ernst Hackl<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Koedukation ist auch im Kollegium eine Chance: 1970 heirateten Dr. Ursula Glembotzky (Biologie, Chemie) und Ernst Hackl (Deutsch, Englisch). Seither gibt es an unserer Schule nicht nur einen Herrn Hackl, sondern auch eine Frau Dr. Hackl. Ob sie uns wohl ihr Hochzeitsfoto f\u00fcr diese Chronik zur Verf\u00fcgung stellen?<\/p>\n<p>&#8222;In dieser Zeit verlie\u00df uns auch eine Lehrergeneration, die unserer Schule lange Zeit ihren Stempel aufgedr\u00fcckt hatte. Es waren Pers\u00f6nlichkeiten, die in ihren Leistungsanforderungen unerbittlich waren, die geradezu als Verk\u00f6rperung von auctoritas galten, die aber auch in ihrer unverwechselbaren Auspr\u00e4gung eine Originalit\u00e4t ausstrahlten, die man nicht vergi\u00dft. Diese Lehrergeneration war es, die unserer Schule den Ruf einbrachte: Hier geht es ziemlich streng zu, aber man lernt etwas!&#8220; (Therese Risinger)<\/p>\n<p>Durch das &#8218;Zweite Gesetz zur Vereinheitlichung und Neuregelung des Besoldungsrechts&#8216; wurde die Amtsbezeichnung &#8218;Gymnasialprofessor&#8216; ab 1. Juli 1975 in &#8218;Studiendirektor&#8216; ge\u00e4ndert.<\/p>\n<blockquote><p>Die \u00e4lteren Lehrer tragen gar<br \/>\nimmer noch ihr kurzes Haar.<br \/>\nDoch die j\u00fcngern Jahresg\u00e4nge<br \/>\nerkennt man an des Haares L\u00e4nge.&#8220;<br \/>\n&#8222;Diese schleichen auch auf Socken<br \/>\ndurch den Gang, im Gsicht noch Locken.<br \/>\nSolche nennt, auch ein Bad Emser,<br \/>\nentweder Schnauzer oder Bremser.&#8220;<br \/>\n(Otto Krakowitzer, Lied vom Kollegiumsabend 16.2.1973)<\/p><\/blockquote>\n<p>Erich Schmidt(1957-90, Mathematik und Physik) erinnert sich sofort an seinen ehemaligen &#8218;\u00e4u\u00dferst liebenswerten&#8216; Sch\u00fcler Klaus Hulek, der heute Ordinarius f\u00fcr Mathematik in Hannover ist. Wie dieser und dessen Freund Peter Hefferle (beide Abitur 1971) gegen den Widerstand der Schulleitung eine Klassenfahrt nach Berlin organisierten. Klasse und Lehrer kamen dort in die wildesten Studentenbewegungsdemonstration und welch ein aufregendes Abenteuer es war, sie alle heil nach Ostberlin und zur\u00fcck zu bringen.<\/p>\n<p>Sein ehemaliger Sch\u00fcler R\u00fcdiger Pache ist \u00fcberzeugt, dass einige Ingenieure und Selbst\u00e4ndige aus Schmidts Physikunterricht hervorgegangen sind. Doch nicht nur Fachliches, sondern auch viel Menschliches sei von Erich Schmidt ausgegangen. Den 9. Klassen hat er gern von seinen eigenen Erlebnissen als Flakhelfer erz\u00e4hlt, mit 15 Jahren genau im Alter jener Neuntkl\u00e4ssler. Ein sensibler Junge, zum ersten Mal allein ohne Eltern, das unverst\u00e4ndliche Gebr\u00fcll des Offiziers, diese ganze unverst\u00e4ndliche Welt des Krieges, der Bombenangriff auf N\u00fcrnberg, die Toten. Wie er als Junge im offenen Sch\u00fctzengraben lag, ein amerikanisches Flugzeug kreiste ganz dicht \u00fcber ihnen, &#8211; ein Sto\u00dfgebet &#8222;in solchen Situationen hat sich eine Bindung zu Gott entwickelt, wenn man sicher ist, im n\u00e4chsten Augenblick steht man vor Gott&#8220; &#8211; &#8222;und der Amerikaner dort im Flugzeug, das war ein Mensch. Er h\u00e4tte uns alle der Reihe nach erschie\u00dfen k\u00f6nnen. Er hat es nicht getan. Er ist einfach weitergeflogen.&#8220;<\/p>\n<p>Erich Schmidt hat 1948 Abitur gemacht und h\u00e4tte danach eigentlich am liebsten Flugzeuge gebaut. Doch man lebte damals noch in dem Bewu\u00dftsein, das Deutschland ein Agrarstaat sein solle, der Flugzeugbau keine Zukunft habe. Vor allem sein Engagement in der katholischen Jugend brachte ihn dazu, gerne mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Erich Schmidt zeigt sich heute als sensibler Mensch, der nicht im Mittelpunkt stehen mag und dessen Religi\u00f6sit\u00e4t alles durchzieht. &#8222;Es gibt viele Situationen, wo man eigentlich von Amts wegen zuschlagen m\u00fcsste, doch sagt die christliche Lehre, dass man hier Ma\u00df halten muss.&#8220; Und er denkt dar\u00fcber nach, was es wohl f\u00fcr einen Religionslehrer bedeuten mag, das wirklich zu leben, was man sagt. F\u00fcr ihn als Mathe- und Physiklehrer bedeutete es vor allem, &#8222;den Sch\u00fclern nicht mehr zuzumuten, als ich auch selbst als Mensch erf\u00fcllen kann.&#8220; &#8222;Und wenn die Kleinen, die noch so ehrlich und frei von der Leber weg erz\u00e4hlen, wenn da z.B. Einzelne auf dem Wandertag zu mir sagten &#8218;Sie m\u00f6chte ich gerne als Papa haben&#8216;, das hat einen schon ein bi\u00dfchen aufgebaut, mehr aufgebaut als irgendwelche Belobigungen aus Fachkreisen.&#8220; Kurz vor der Pensionierung ist es ihm sehr schwergefallen, mit dem Bewu\u00dftsein zu leben, &#8218;das machst du jetzt alles das letzte Mal in deinem Leben&#8216;. Und gefragt, was ihm an seiner p\u00e4dagogischen Arbeit immer das Wichtigste war, kommt ganz spontan: &#8222;Den Kindern ein Vorbild sein. Den Kindern das mitzugeben, was sie brauchen &#8211; das war mein Beruf, das war mein Leben.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fclergeschichten<\/strong><\/p>\n<p>Dass an dieser Schule nur 1 Schulaufgabe pro Woche geschrieben werden darf (mit Ausnahme im Fach Deutsch), hat f\u00fcr Sch\u00fcler gro\u00dfe Vorteile, bringt aber f\u00fcr Lehrer betr\u00e4chtliche Schwierigkeiten, wirklich alle zu schreibenden Schulaufgaben aus einem ausreichenden Stoffgebiet in einem Schuljahr unterzubringen. Unser Sekret\u00e4r meinte dazu 1990:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Es wird der Schulaufgabenplan<br \/>\nim Direktorat zun\u00e4chst ausgelegt.<br \/>\nDie Oberen sind halt zuerst dran,<br \/>\ndie besten Tage belegt.<br \/>\nWarum macht man&#8217;s nicht so wie vorher,<br \/>\nsagt die Schulzen einfach nicht an.<br \/>\nDas Lernen wird deshalb nicht schwerer<br \/>\nund h\u00e4ngt nicht am Pr\u00fcfungsplan.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>1971 (Abiturjahrgang Max Schuster, R\u00fcdiger Pache) forderten die Sch\u00fcler, bereits w\u00e4hrend ihrer Schulzeit an &#8218;verantwortliches Handeln&#8216; gew\u00f6hnt zu werden. Sie wollten die Schule demokratisieren, verlangten die Mitwirkung bei der Unterrichtsgestaltung und die Auswahl der Unterrichtsgegenst\u00e4nde; sie wollten aktiv Unterrichtsmaterialien selbst zusammenstellen, in der Oberstufe frei zwischen verschiedenen Fachkursen w\u00e4hlen, die Leistungsmessung &#8218;objektivieren&#8216;, das Leistungsprinzip &#8218;humanisieren&#8216;, Sch\u00fclerzeitungen eigenverantwortlich herausgeben und Sitz und Stimme bei allen Lehrer- Gesamt-, Klassen- und Fachkonferenzen. &#8222;Die Geheimniskr\u00e4merei in den verschiedenen Lehrerkonferenzen muss beseitigt werden. Noch verbieten Paragraphen die Anwesenheit von Sch\u00fclern bei verschiedenen Sitzungen, bei denen \u00fcber Schulgeheimnisse gesprochen wird. Doch selbst die Delegierten der Bundestagung &#8218;Junger Lehrer und Erzieher&#8216; sprachen sich f\u00fcr die Beseitigung dieses Tabus aus. (Abiturzeitung 71)<\/p>\n<p><strong>Moderne am Rasso (1976-1979) <\/strong><\/p>\n<p>Das Wesentlichste ist bis jetzt noch nicht herausgefunden worden: Seit wann gibt es an dieser Schule eigentlich einen Kopierer???<br \/>\nIn den 70er Jahren stand Krako morgens noch besonders fr\u00fch auf, um den Kollegen beim Abziehen ihrer Matrizen zu helfen. Er sah doch die gro\u00dfe Belastung der Lehrer am Beispiel seiner Frau und wollte den Lehrern morgens den Kopf f\u00fcr die letzten Gedanken zum gleich beginnenden Unterricht freihalten. Wie sollten sie da auch noch mit der Abziehmaschine k\u00e4mpfen! Dennoch mu\u00df der Trichter zum Einf\u00fcllen des Spiritus h\u00e4ufig verschwunden gewesen sein:<\/p>\n<blockquote><p>I woa\u00df scho, i schimpf d&#8217;Lehrer immer glei zam,<br \/>\nweils die Trichter umanandgschmissn ham,<br \/>\ndaf\u00fcr hab i mir jetzt was neis ausdenkt,<br \/>\na jeder krigt sein eigenen Trichter umahengt.<\/p><\/blockquote>\n<p>1977 wurde die Kollegstufe eingef\u00fchrt. Und aus dem Jahre 1978 stammt unsere erste Spur f\u00fcr die Existenz eines Kopierger\u00e4ts:<\/p>\n<p>Unfallmeldung<br \/>\nAm 11.12.1978 um 12 Uhr 43 verletzte sich Otto Krakowitzer, geboren am 17.3. 1930 in der Zentralb\u00fccherei des Graf-Rasso-Gymnasiums mit einer Sto\u00dfverletzung am rechten Auge. StD Ilse Greif und Sch\u00fcler waren unmittelbare Zeugen. Er berichtete der Unfallversicherung: &#8222;Beim Entfernen eines Papierstaus am Fotokopierger\u00e4t in der Zentralb\u00fccherei wollte ich die verdorbenen Bl\u00e4tter in den Papierkorb werfen, der dicht am Schreibmaschinentisch stand. Beim B\u00fccken stie\u00df ich mir den ausgeklappten Papierhalter der Schreibmaschine ins rechte Auge.&#8220;<\/p>\n<p>Und im Stile dieser auctoritas wurde weitergearbeitet: Ob es sich um gerechtere Notengebung handelte, um die effektivste Gestaltung der Studientage, um eine sinnvolle, bildungsbezogene Durchf\u00fchrung der Wandertage und Studienfahrten, um eine gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung der Schulaufgaben \u00fcber das ganze Jahr &#8211; da wurde nichts dem freien Spiel der Kr\u00e4fte \u00fcberlassen, da wurde gearbeitet, geplant, geordnet und organisisert. Wir entwickelten uns zu einer Schule, die wie auf Kugellagern lief, die funktionierte wie eine gut ge\u00f6lte Maschine. Kollegen, die neu zu uns kamen, w\u00e4hnten sich in eine Oase versetzt. Vieles Positive dieser Zeit ist leider nie richtig an die \u00d6ffentlichkeit gedrungen oder nur in verzerrter Form. Bei uns herrschte damals eher der preu\u00dfische Grundsatz: Viel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheinen!&#8220; (Therese Risinger)Und bei der von den Sch\u00fclern geforderten &#8218;Objektivierung&#8216; der Notengebung rang man in den 70er Jahren um die 2. Dezimalstelle hinter dem Komma auf vielen Konferenzen. Ein Kollegiumsabend am 16.3.73 spiegelte nach der Melodie der alten Rittersleut dieses Ringen:<\/p>\n<p>Mit den Noten wirds jetzt schwer,<br \/>\nda mu\u00df der Computer her,<br \/>\ndenn man braucht in allen F\u00e4llen<br \/>\nbald schon zwanzig Kommastellen.&#8220; (Otto Krakowitzer)Mit dem Ende des Jahres 1979 ging die &#8218;Feuerlein-\u0178ra&#8216; zu Ende.<br \/>\nAm 14.12.1979 wurde Rolf Feuerlein als Direktor der Schule verabschiedet:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Auch Sie sind heute, wie gewohnt,<br \/>\nvon Krakos Versen nicht verschont,<br \/>\ndie wohl ins Schwarze treffen wollen<br \/>\nund auch ein wenig zeigen sollen,<br \/>\nwie die 10 Jahre wir befanden,<br \/>\nwo wir unter &#8218;Knute&#8216; standen.Es zeigten sich schon bald All\u00fcren!<br \/>\nAls erstes schuf er Doppelt\u00fcren,<br \/>\ndurch die kein Laut nach au\u00dfen drang,<br \/>\nwenn er drinn&#8216; sein Szepter schwang.<br \/>\nBesuche mocht er gar nicht leiden!<br \/>\nUnd lie\u00df es sich mal nicht vermeiden,<br \/>\nempfing er gn\u00e4diger Miene dann<br \/>\nvom Personalrat einen Mann.Wurd ihm das Dr\u00e4ngen gar zu bunt,<br \/>\nso tat er dieses schnellstens kund,<br \/>\nindem er auf Papier es bannte<br \/>\nund amtlich dann ein Formblatt nannte.<br \/>\nOb Lehrerblatt G1, A zwo,<br \/>\ndie Lehrer fanden&#8217;s nirgendwo.<br \/>\nZum Alptraum wurd&#8217;s in dieser Welt!<br \/>\n(Ob&#8217;s der Neue beibeh\u00e4lt?)<\/p>\n<p>Und doch die allergr\u00f6\u00dfte Freud<br \/>\nbrachten Elternbeiratsleut.<br \/>\nSogleich beim ersten Feuerschein,<br \/>\nging Nummer 1, das L\u00e4mplein, ein.<br \/>\nDer n\u00e4chste, s&#8217;wurd ein leichter Ritt,<br \/>\nging ebenfalls sehr bald versch\u00fctt.<br \/>\nDer dritte sp\u00e4ter, voller Not,<br \/>\nnutzt gleich die Hilfe, die sich bot<br \/>\nund lie\u00df die R\u00e4te samt den Klagen<br \/>\nbei ihm im Krankenhause tagen.<\/p>\n<p>Ihr sollt das Sekretariat nicht st\u00f6ren!<br \/>\nMu\u00dften die Lehrer laufend h\u00f6ren.<br \/>\nFragt nicht so viel, steht nicht so da!<br \/>\nIch brauche selber meinen Kra!<br \/>\nGanz schnell ist ein Plakat erstellt,<br \/>\ndas sogleich ins Auge f\u00e4llt,<br \/>\nIn T\u00fcrengr\u00f6\u00dfe man erf\u00e4hrt,<br \/>\nwann offen und wann zugesperrt.<br \/>\nDoch dieses Schild, schon l\u00e4ngst veraltet,<br \/>\nweil ein Krako drinnen waltet,<br \/>\nworauf der Chef so drauf versessen,<br \/>\nwurde mehr und mehr vergessen.<\/p>\n<p>Doch hatt&#8216; er, wes&#8216; ich sicher bin,<br \/>\ndas Wohle aller stets im Sinn!<br \/>\nEr war ein echter Demokrat,<br \/>\nwenn &#8211; was er sagte &#8211; man auch tat!<br \/>\nZum Abschied nun, zum Ruhestand,<br \/>\nGesundheit! Hier im Bayernland!<br \/>\nEr m\u00f6g&#8216; in unserm sch\u00f6nen Bayern<br \/>\nHistoriensieg noch lange feiern!&#8216; (Otto Krakowitzer)<\/p><\/blockquote>\n<p>Unser &#8218;Sekretarius&#8216; war bekannt f\u00fcr seine Aush\u00e4nge im Reimform. Hier eine Kostprobe von 1978:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Das arme Sekretariat<br \/>\nzum Gongen fast koa Zeit mehr hat!<br \/>\nDenn in allen Zwischenstunden<br \/>\nDrehen Lehrer ihre Runden<br \/>\nim Raum des Sekretarius &#8211;<br \/>\nWas gongt ihr blo\u00df f\u00fcr einen Stu\u00df!<br \/>\nIch sag, dass ich unschuldig bin,<br \/>\ndenn unser alter Gong ist hin.<br \/>\nUnd bis der Neueste tuet hongen<br \/>\nm\u00fcssen mit der Hand wir gongen!<br \/>\nAufgrund von einem alten Wecker!<br \/>\nBittsch\u00f6n, h\u00f6rt&#8217;s auf mit dem Gemecker.<br \/>\nEines ist f\u00fcr Lehrer wichtig!<br \/>\nNur meine Uhr allein geht richtig!&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_timelife.gif\" width=\"250\" height=\"292\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Englischer Filserbrief von Otto Krakowitzer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Liberalitas und i-Punkte (1980-1986)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rahmen\/Orte\/Bedingungen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die kurze Zeit unseres Gymnasiums hat die Gr\u00fcndung der Bundesrepublik miterlebt, den Wirtschaftsaufstieg, die Mondlandung; unter f\u00fcnf Bundespr\u00e4sidenten und sechs Bundeskanzlern hat sich diese Schule entwickelt&#8220;, sagte Therese Risinger zur Feier des 25j\u00e4hrigen ersten Abiturs 1984. &#8222;Sch\u00fclergenerationen haben unsere Schule besucht, die zuerst an den Folgen des Krieges litten, dann am \u00d0berflu\u00df krankten und heute oft gro\u00dfe Angst vor der Zukunft haben.&#8220;<\/p>\n<p>Zu Beginn des Jahres 1980 wurde Dr. Josef F\u00f6rg (Englisch, Franz\u00f6sisch) neuer Schulleiter, ein Schwabe, der vorher Leiter der deutschen Schule in Instanbul gewesen war. F\u00fcr den Sekret\u00e4r bot sich das Lied &#8218;Auf der schw\u00e4bsche Eisebahne&#8230;&#8216; an, den neuen Chef zu begr\u00fc\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Mit der Schw\u00e4b&#8217;sche Eisebahne<br \/>\nischt nach M\u00fcnchen oiner g&#8217;fahre,<br \/>\ngaht zum Minischter, lupft de Huat,<br \/>\na Direktorp\u00f6schtle, seid&#8217;s so guat.Der Minischter, der muas nit lang denka,<br \/>\nder tuat nur sei K\u00f6pfla schwenka:<br \/>\nIhr kriagat an Direktorschtuhl,<br \/>\ndoch zerscht mia\u00dft Ihr nach Ischtanbul.Landschberg, Miasbach, sind Statione,<br \/>\nd&#8217;Arbeit tuat si jetzt erscht lohne!<br \/>\nvorbei der ganze T\u00fcrkenspuck!<br \/>\nEndlich naht F\u00fcrschtenfeldbruck.<\/p>\n<p>Da mir ihn nun endlich habe,<br \/>\ndiesen wunderbare Schwabe,<br \/>\nwird&#8217;s, ihr werdet es schon seh&#8217;n,<br \/>\nmit unsrer Schule aufw\u00e4rtsgehn.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Gab es schon in dieser Zeit Probleme mit der Heizung, oder warum zog sich Herr Vogel zum Lehrerfasching 1981 so warm an?<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;As Graf-Rasso, des werd jetzt bekannt,<br \/>\nzwengs a Expedition nach Gr\u00f6nland,<br \/>\nunser Herr Vogel trainiert scho,<br \/>\ndrum ziagt er si so warm o.&#8216;<br \/>\n(Otto Krakowitzer)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine der ersten Entscheidungen des Herrn Dr. F\u00f6rg scheint die Abschaffung der Doppelt\u00fcren im Direktorat gewesen zu sein. Er pflegte einen neuen, offenen Umgang mit dem Kollegium und den Sch\u00fclern. &#8222;Und es hat sich im Geist unserer Schule etwas herausentwickelt, was ich mit dem Begriff Liberalitas bezeichnen m\u00f6chte, eine Form der F\u00fchrung und des Zusammenlebens, die zu der besten und zugleich der schwersten geh\u00f6rt.&#8220; (Therese Risinger)<br \/>\n1980 wurden durch die &#8218;Celler Beschl\u00fcsse&#8216; f\u00fcr den Kollegstufenunterricht die F\u00e4cher Kunsterziehung, Sport und Musik &#8218;vollwissenschaftliche Unterrichtsf\u00e4cher&#8216;.<\/p>\n<p>Im Hauptgeb\u00e4ude wurde umgebaut. 1983 wurde die Doppelturnhalle fertiggestellt, die alte Knabenschule der Schule wieder als Nebengeb\u00e4ude zugewiesen. Ein optimaler, nie vorher dagewesener Rahmen f\u00fcr die Arbeit!<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_nhneu.jpg\" width=\"250\" height=\"165\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Das Nebenhaus im heutigen Zustand, ehemals alte Knabenschule (Foto: Bertram Wagner)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Seit 1985 gibt es den Sch\u00fcleraustausch mit Howard of Effingham. Die Schule Howard of Effingham war 1940 gegr\u00fcndet, als wegen des deutschen &#8218;Blitzkriegs&#8216; Sch\u00fcler aus London nach Effingham evakuiert werden mu\u00dften.<br \/>\nFrau Haugg: (1961-1989) &#8222;Was ich besonders an meinem Beruf geliebt habe, dass ich jedes Jahr gesp\u00fcrt habe: Da kommt mit diesen F\u00fcnftkl\u00e4sslern eine ganz neue Energie, ganz neues Leben. Was ich besonders an unserem Beruf anstrengend gefunden habe: Man trifft pausenlos Entscheidungen. Es gibt keinen Beruf, wo man so viel entscheidet, p\u00e4dagogisch, sachlich. Man geht in die Klasse und von der 1. Minute an mu\u00df man Entscheidungen treffen.&#8220;<br \/>\nDas T\u00fcpfelchen auf dem i.<\/p>\n<p>Um 1980 war die Fassade des GRG ganz frisch gestrichen. Frau Haugg kam morgens als erste zur Schule und sah die v\u00f6llig mit Parolen beschmirte Fassade. Gegen\u00fcber der Schule auf dem Garagenvorplatz stand ein schwarz gekleideter Sch\u00fcler mit schwarzem Hut, der &#8218;wie ein Feldherr die Wirkung seines Werkes beobachtete&#8216;. Frau Haugg betrachtete die Schrift etwas genauer. Da fiel ihr auf, dass s\u00e4mtliche P\u00fcnktchen auf den i&#8217;s fehlten. Und auf einmal kam sie drauf, dass sie in der letzten Englischschulaufgabe auch eine Arbeit gesehen hatte, in der s\u00e4mtliche i-Punkte fehlten. Und dann fiel ihr auf, dass diese ja genau von dem Sch\u00fcler war, der auf dem ber\u00fchmten Garagenvorplatz vor der Schule gestanden hatte. Es tagte dann der Disziplinarausschuss und der Sch\u00fcler wurde von der Schule verwiesen. Die h\u00f6chstm\u00f6gliche Strafe w\u00e4re das Verbot jeglichen weiteren Schulbesuchs gewesen. Doch diese H\u00f6chststrafe wurde nicht verh\u00e4ngt. Der Sch\u00fcler legte sp\u00e4ter an einer M\u00fcnchener Schule sein Abitur ab. &#8222;Er hat seine drei Mitt\u00e4ter nicht verraten. Das sprach f\u00fcr ihn,&#8220; meint Frau Haugg.<\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten:<\/strong><\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_koll80.jpg\" width=\"250\" height=\"149\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Kollegium 1980<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Arni Tietje, ehemalige Musiklehrerin erz\u00e4hlt, ihr hat der Unterricht besonders gefallen, als die Konzerte mehr von der Klassik weggingen. &#8218;Der S\u00e4ngerkrieg der Heidehasen&#8216; von James Kr\u00fcss z.B. hat ihr so richtig Spa\u00df gemacht.<br \/>\nHans-Joachim Ziegler (Latein, Franz\u00f6sisch, Englisch) verbl\u00fcffte mit einem Anschlag am schwarzen Brett die Kollegen. Elisabeth und Otto Krakowitzer reagierten gereimt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Herr Ziegler, des Alleinseins satt,<br \/>\nhat, obwohl ein unbeschrieb&#8217;nes Blatt,<br \/>\nverstanden, wie man ins Schwarze trifft.<br \/>\nUns mittels Anschlag so verbl\u00fcfft,<br \/>\ndass er, wir sind noch sehr benommen,<br \/>\n&#8211; ganz still &#8211; den Ehehafen angeschwommen.Wir w\u00fcnschen Ihm und seiner &#8218;H\u00e4lfte&#8216;<br \/>\n&#8211; \u00fcbrigens, heut&#8216; ist der Elfte! &#8211;<br \/>\nwas je der Beiden stets ersehnte,<br \/>\ndie sch\u00f6nsten Ehejahrjahrzehnte,<br \/>\ndie, wie sollt&#8216; es anders liegen,<br \/>\nwie im Rausch, zu schnell verfliegen.Nun endlich kommt auf alle F\u00e4lle<br \/>\nLatein ab jetzt an zweiter Stelle,<br \/>\ndenn alles h\u00e4ngt am Ehesegen!<br \/>\nUnd man braucht Zeit, auch den zu pflegen!<br \/>\nEin Ehemann hat nicht nur Pflicht!<br \/>\nEr hat auch R(r)echt, verge\u00dft das nicht!&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Juli 1984 wurde Herr Zierl verabschiedet:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;In unserer absolutistischen \u00c4ra, da war ma recht froh,<br \/>\num an ruhign und freindlichn und ausgleichenden Mo.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>sang Krako \u00fcber ihn.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00fclergeschichten\/P\u00e4dagogik:<\/strong><\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_koll84.jpg\" width=\"250\" height=\"153\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Kollegium 1984<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Seit jeher gelten Deutschklassen als besonders zeitaufwendig. Krako zum Lehrerfasching am 20.2.1981:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Unsern Herrn Stoecker h\u00f6rt ma plauschen,<br \/>\ner tat gern an wengerl tauschen,<br \/>\nzwoa Deutschklassn dazua war net schwer,<br \/>\ndaf\u00fcr gab er sein Deutschgrundkurs her.Vier Deutschklassen warn zum Vergebn,<br \/>\ndoch blo\u00df oan Lehrer hams uns gebn,<br \/>\nder korrigiert si jetzt de Finger wund,<br \/>\naber an Letztn bei\u00dfn hoit de Hund.&#8216; <\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Ohne Lehrer keine Schule (1986-1989)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lehrergeschichten:<\/strong><\/p>\n<p>Am 25. Januar 1990 wurde Brigitte Hummel f\u00fcr 2 Jahre verabschiedet, da sie nach Ghana ging. Otto Krakowitzer, der verhinderte Operns\u00e4nger, interpretierte ihre Gr\u00fcnde so:&#8217;Frau Hummel geht in den Urwoid,<br \/>\nbei uns, da ist es ihr zu koid.&#8217;Und nach einer alten Melodie sang er seinen selbstgedichteten Text:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Sie kriegt an Bungalow aus Stroh,<br \/>\nund a a H\u00e4ngematt&#8217;n no.<br \/>\nWeil in der Nacht die Klapperschlanga,<br \/>\nnet so leicht ins Bett neiglanga<br \/>\nund sie drin besser schlaffa ko.Zum Essen gibt&#8217;s an Hirsebrei.<br \/>\nGr\u00f6ste Ameisen kommen da nei.<br \/>\nSie ruft entz\u00fcckt: &#8218;Oh, is des guat!<br \/>\nWeil des im Hois so kitzeln tuat.<br \/>\nDes is vielleicht ein Fra\u00df, oh mei!&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zwei Monate sp\u00e4ter konnte er dann dem Kollegium von der ersten Post aus Afrika berichten:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Frau Hummel, die hat mir geschrieben<br \/>\naus Ghana im tropischen Wald.<br \/>\nVom \u0178quator, wohin Sie&#8217;s vertrieben<br \/>\nund statt Radio die Trommel erschallt.<br \/>\nSie schreibt mir, ich solle euch gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nbei unsrer geselligen Zeit.<br \/>\nSie w\u00fcrde mit uns gern genie\u00dfen,<br \/>\ndoch ist der Weg halt zu weit.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Und da dieser Kollegenabend auch zugleich Krakos Abschied bedeutete, sang er zum Schlu\u00df:<\/p>\n<p>Des war des Krakos letzter Song.<br \/>\nEr ruft Euch zu nur noch: so long!<br \/>\nJetzt sucht&#8217;s oan, der des weitermacht.<br \/>\nIhr find&#8217;s scho oan, des war ja glacht,<br \/>\ndenn i geh jetzt na in Pension (g).&#8217;Osterw\u00fcnsche der Klasse 5b Krako meint unsere Sekret\u00e4rinnen, Barbara Bergmann, Ingrid Bergmann und Ursula Finke (1995 ging Ursula Finke in Ruhestand und Gertraud Wimmer kam hinzu.) im Abschiedssong:<\/p>\n<p>&#8218;Das GRG werd&#8216; ich verlassen,<br \/>\ndrei Grazien bleiben zur\u00fcck.<br \/>\nK\u00f6nnt Ihr es auch noch nicht fassen,<br \/>\ndie Drei, die bringen Euch Gl\u00fcck.<br \/>\nSie haben gelernt und probieret,<br \/>\nkennen sich nun \u00fcberall aus.<br \/>\nUnd l\u00e4uft alles wie geschmieret,<br \/>\nso dankt dem Dreim\u00e4derlhaus.&#8216;<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_koll88.jpg\" width=\"250\" height=\"162\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Kollegium 1988<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Das GRG (1900-1997)<\/strong> <\/p>\n<p><strong>R\u00e4ume\/Bedingungen<\/strong><\/p>\n<p>Bis heute fehlt der Schule jeglicher Rahmen f\u00fcr Feste. Am Anfang hatten Schulabschlu\u00dffeiern in der Jahnhalle und in den \u00f6rtlichen Kinos stattgefunden. Sp\u00e4ter kamen dann die Turnhallen und der Sparkassensaal hinzu. Theater wird jetzt im Schulaufgabenraum gespielt, &#8218;wo noch der Schwei\u00df und die \u0178ngst der Sch\u00fcler von den Schulaufgaben in der Luft liegen.&#8216; (Eberhard von Lochner) Es fehlt noch immer eine Aula. Die Lehren aus der Geschichte dieser Schule ziehen, hei\u00dft auch, eine gro\u00dfe Spendenbewegung zur Schaffung einer eigenen Aula zu entfalten.<br \/>\nBis es dahin kommt, m\u00fcssen wir uns mit der Versch\u00f6nerung im Kleinen zufriedengeben. Unser Sekret\u00e4r, Otto Krakowitzer fand besonders bemerkenswert:&#8217;Bei uns da h\u00e4ngt so allerlei.<br \/>\nAuch Hundertwassers Malerei.<br \/>\nEs wird sogar noch angestrahlt,<br \/>\nwas jener mit viel M\u00fch gemalt.<br \/>\nDie meisten gehen nur vorbei.&#8217;Und die technische Ausstattung wurde verfeinert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Herr Vogel sitzt vor lauter Freud<br \/>\nmeist am Computer, des ist g&#8217;scheit.<br \/>\nDenn g\u00e4b es koan Computer ned,<br \/>\nw\u00e4r dieses Leben leer und schn\u00f6d,<br \/>\nund was t\u00e4t es sonst die ganze Zeit.An neuen Fernseher brauchen wir.<br \/>\nOan, den man schiebt von T\u00fcr zu T\u00fcr.<br \/>\nDen braucht man nicht mal tragen,<br \/>\ndie Lehrer sich nicht plagen,<br \/>\ndie meisten sind deshalb daf\u00fcr.Herr Kuhn und auch Herr Frielinghaus,<br \/>\ndie war&#8217;n auf ein Keyboard aus.<br \/>\nGekauft hab&#8217;n mir den Synthesizer,<br \/>\ndas G&#8217;red um den wird allweil leiser,<br \/>\nso schmei\u00dft man&#8217;s Geld zum Fenster naus.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Lehrergeschichten:<\/strong><\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_foerg.jpg\" width=\"250\" height=\"200\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Verabschiedung von Dr. Josef F\u00f6rg, rechts Helga Januschke<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Im August 1992 wurde Dieter Zerlin (Deutsch, Geschichte, Erdkunde) neuer Schulleiter.<br \/>\nZu seiner Begr\u00fc\u00dfung war Krako leider nicht mehr da, konnte nicht mehr singen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_wohlm.gif\" width=\"248\" height=\"218\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Am Anfang stellte sich Herr Zerlin manchmal mit den Worten vor: &#8222;Ich hei\u00dfe Zerlin wie die neue Bundeshauptstadt, nur mit Z&#8220;. Bei einer solchen Vorstellung soll ein Oberstufensch\u00fcler die Erkenntnis gehabt haben: &#8222;Ach so, Zonn!&#8220; Seither hie\u00df das Schulradio (gelegentliche Beschallung in den Pausen) &#8218;Radio Zonn&#8216;.<\/p>\n<p>Therese Risinger hat aus den bisherigen Epochen unserer Schule folgenden Wunsch f\u00fcr das GRG abgeleitet: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die humanitas und den Pioniergeist des Anfangs, der sich bem\u00fchte, neue Wege zu finden, den Geist der Bildungsbereitschaft und der nobilitas , wie er sich in der zweiten Epoche zeigt, dazu die Erfahrung und Anerkennung von echter auctoritas, vor allem aber w\u00fcnschen wir unserer Schule, dass der Geist wahrer liberalitas weiterwachsen m\u00f6ge, der liberalitas, die den anderen in seiner Eigenart, in seinem Anderssein respektiert und ihm einen unkontrollierten Raum des Vertrauens zubilligt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Haben wir jetzt in der Zerlin-\u0178ra diesen unkontrollierten Raum des Vertrauens? &#8222;Wie der Herr, so&#8217;s Gscherr&#8220;, hat Irmingard Dietrich, Lehrerin aus der Anfangsphase, ihm gesagt.<\/p>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_koll92.jpg\" width=\"250\" height=\"140\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Kollegium 1992<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Josef Haag geh\u00f6rte bis 1994 30 Jahre lang dem Kollegium an. Die zutreffendste Darstellung seines Wirkens sieht er in einem Text von Martin Lei\u00df aus der Abiturzeitung 1994 &#8222;Haags Lateingottesdienst&#8220;<\/p>\n<table width=\"190\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"190\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_haag.gif\" width=\"180\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"190\">Karikatur: Haag<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Personen: 10 begnadete J\u00fcnger = Gemeinde, Pater Haag<br \/>\nOrgelvorspiel: DingDangDong<br \/>\nBegr\u00fc\u00dfung:<\/p>\n<blockquote><p>Pater: Salvete adulescentes!<br \/>\nJ\u00fcnger: Salve Magister!<br \/>\nPater: Oremus! Pater noster, qui es in coelis, iube animo tuo vehi de tabulis nostris &#8230; considamus!<\/p><\/blockquote>\n<p>S\u00fcndenbekenntnis:<\/p>\n<blockquote><p>Ein J\u00fcnger: Pater Haag, ich hab die \u00dcbersetzung nicht gekonnt! (Gemacht hat&#8217;s ja wohl jeder!)<br \/>\nPater Haag: Woos! Dees geht fei neet! A bissl woos geht oiwai! (Der Pater wirft von der Sedile aus dem Kirchenportal einen mi\u00dfbilligenden Blick zu (dort patzt wie immer versp\u00e4tet J\u00fcnger Martin mit dem Jubelruf: &#8222;Sch\u00f6n, dass Fr\u00fchling ist&#8220; in die Zeremonie) wendet sich dann aber wieder dem eigentlichen Geschehen zu.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eingangspsalm (es spricht der Pater): Wer machts&#8217;n heit? A geh Andi, pack ma&#8217;s, mach ma&#8217;s freiwillig, gell?<br \/>\nLesung: (Pater Haag im Wechselspiel mit freiwillig begnadetem J\u00fcnger Andi)<br \/>\nZwischengesang (starker 5.Kla\u00dfweihrauchduft durchwabert den Raum):<\/p>\n<blockquote><p>Pater: Joo, Britta! Meine Nieren! M\u00fc\u00df ma&#8217;s Fenster fei scho zumachn! J\u00fcngerin Yvonne (verf\u00fchrerischer Augenaufschlag, dann): K\u00f6nnen wir&#8217;s nicht noch ein wenig offen lassen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Lesung (Vorbereiteter und unvorbereiteter Teil der \u00dcbersetzung):<\/p>\n<blockquote><p>Pater: Andi! Auf geht&#8217;s! Halleluja (Die Gemeinde singt das Halleluja: J\u00fcngerin Dani flirtet heftig mit ihrem Chorgest\u00fchlnachbarn Peter, angeregt fl\u00fcsternd tauschen J\u00fcnger Florian und J\u00fcngerin Clodino geheime Botschaften aus, J\u00fcngerin Britta ordnet ihre Frisur, J\u00fcngerin Siggi dagegen ihre Unterlagen, J\u00fcngerinnen Petra und Yvonne wirken konzentriert ins Gebet versunken.) Evangelium (Grammatische Sonderbeispiele und Fieseleien, oberstes Sinnstiftungsprinzip: probleml\u00f6sendes Denken; heute: 1. Brief des Apostels Michael von M\u00fcffling an die oratio obliqua Kap. 13)<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcrbitten (langsam und wohlbetont vorgetragen von J\u00fcngerin Clodino):<\/p>\n<blockquote><p>Hoffentlich braucht der Andi 90 Minuten!<br \/>\nHoffentlich h\u00f6rt der Pater p\u00fcnktlich auf!<br \/>\nHoffentlich Pause!<br \/>\nHoffentlich wenig Hausaufgaben!<br \/>\nHoffentlich reicht meine Lekt\u00fcre bis zum Ende der Doppelstunde!<br \/>\n&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Pater, wir bitten Dich, erbarme Dich!<\/p><\/blockquote>\n<p>Predigtteil<\/p>\n<blockquote><p>Kanzelgru\u00df (Pater): So a Saustoi, sachsendi, sappralot nochamoi!<br \/>\nAntwort der Gemeinde: Stilles Gebet (Oh Gott Oh Gott!)<br \/>\nAnk\u00fcndigung des Predigttextes (Pater): Habt&#8217;s gestern fernsehgschaugt? (es folgt eine an den jeweils aktuellen Tagesereignissen orientierte Predigt, die jedoch auch allgemeing\u00fcltige Themenbereiche behandelt, m\u00f6gliche Beispiele:<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Hermannszeiten, in Bosnien gehts zua!<br \/>\nGartentips: Die Brennesseln, die stinken fei, aber gut sans scho!<br \/>\nGesundheitsratschl\u00e4ge<br \/>\nReiseideen: Italien!<br \/>\nLebensweisheiten: Schdooah!; Ja, die Mystik, die liegt genau auf meiner Linie!<\/p><\/blockquote>\n<p>Kanzelsegen (Pater): Aber mir vom Latein LK san koane Ja-Sager, gell?<br \/>\nAntwort der Gemeinde: Ja, Ja! Amen!<\/p>\n<blockquote><p>(J\u00fcngerin Yvonne erfechtet an dieser Stelle eine kurze (!) Pause (&#8222;Die andern LK&#8217;s machen das auch!&#8220;), diese dauert f\u00fcr 9 der 10 J\u00fcnger 2 Minuten, einer &#8211; meist Andi &#8211; bringt die Opfergabe und besch\u00e4ftigt so den Pater w\u00e4hrend dieser Zeit. Pater: Andi, was meinstn Du dazu?)<br \/>\n(Dann: Der Pater hat seine Sch\u00e4fchen vom Kreuzgang (auch Schulflur) wieder ins Kirchenschiff treiben k\u00f6nnen, er nimmt die Gedanken aus der Predigt wieder auf): Aber mir san scho beim Thema!<br \/>\nGemeinde: Fenster auf! (J\u00fcngerin Siggi und J\u00fcnger Martin lachen \u00fcberm\u00e4\u00dfig laut an unpassender Stelle)<br \/>\nPater (unger\u00fchrt): Andi, des St\u00fcckl schaff ma scho noch! (Man sieht Andi die Erleichterung an, hat er doch nur noch drei Ablative und einen mit AcI verschr\u00e4nkten Relativsatz vor sich.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Schlu\u00dfgebet (Durchsage): &#8222;KlopfKlopf!&#8220;<\/p>\n<blockquote><p>Pater: Naaa! Net jetzt!<\/p><\/blockquote>\n<p>Orgelnachspiel: DingDangDong<\/p>\n<blockquote><p>Pater (im Gegensatz zu seinen J\u00fcngern mit ungebremster Energie): Ah, is scho Zeit?<\/p><\/blockquote>\n<p>Bu\u00dfe: Eine Seite Tacitus zur Pr\u00e4paration (Beim Verlassen des Kircheninneren wird an die 10 J\u00fcnger die Tageslosung verteilt: Sch\u00f6ngeising is scho schee, und auf Seychellen komm ich sowieso, wenn ich gstorben bin!)&#8220;<\/p>\n<table width=\"197\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"197\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_zimmerm.jpg\" width=\"187\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"197\">Ingrid Zimmermann bei ihrer Verabschiedung 1995<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>P\u00e4dagogik:<\/strong><\/p>\n<p>1990 wurde das neue Fach Ethik eingef\u00fchrt.<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Ich wei\u00df schon, was soll es bedeuten,<br \/>\nReligionsaustritte nehmen zu.<br \/>\nSo haben in n\u00e4chsten Zeiten<br \/>\nHerr Goretzki und Herr Fahm\u00fcller Ruh.<br \/>\nEin neues Fach tut sich auf,<br \/>\ndank von Lochners emsigem Flei\u00df.<br \/>\nStatt Relix steht Ethik dan drauf,<br \/>\ner wartet jetzt schon ganz hei\u00df.&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>Als Krako bei seinem Abschied das letzte Vierteljahrhundert \u00fcberblickte, sah er ein besonderes Problem:<\/p>\n<blockquote><p>&#8218;Eine Schulordnung von f\u00fcnfanzwanz&#8217;g Seiten,<br \/>\nmei, war des fr\u00fcher ein Gl\u00fcck.<br \/>\nMit zweihundert mu\u00df man heut streiten,<br \/>\nParagraphen hundertvierandrei\u00df&#8217;g St\u00fcck.<br \/>\nEin Zeugnispapierkrieg oh Graus<br \/>\nund Konferenzen in endloser Zahl.<br \/>\nMan kennt sich schon bald nicht mehr aus,<br \/>\nwarum macht man den Lehrern die Qual?&#8216;<\/p><\/blockquote>\n<p>1997: Den Lehrern und Lehrerinnen, die zur Zeit am Graf-Rasso- Gymnasium unterrichten, wurde m\u00f6glichst &#8218;zwischen T\u00fcr und Angel&#8216; die folgende Frage gestellt: &#8222;Wenn du dein p\u00e4dagogisches Leben \u00fcberblickst, was war dir immer das Wichtigste? (Wenn Sie&#8230;.Ihnen&#8230;?)&#8220; Hier sind die spontanen Antworten:<\/p>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"62\">Zerlin:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Durch den anderen zu denken, herauszufinden, was den anderen besch\u00e4ftigt und ihn dazu anzuregen, jene gedanklichen Schritte zu vollziehen, die ihn ein Ziel erreichen lassen, das ich mit ihm gemeinsam im Auge habe&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Seidl:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Sinnvolles Arbeiten in m\u00f6glichst spannungsfreier Atmosph\u00e4re&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Hoehler:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Dass sich die Sch\u00fcler einigerma\u00dfen wohlf\u00fchlen und Spa\u00df haben.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Andlauer:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Lust an der Freiheit und Verantwortung.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Benker:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Fairness&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Birnstiel:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Dass die Sch\u00fcler und ich Spa\u00df am Lernen haben.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">B\u00f6hlau:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Ein offener Kontakt zu den Sch\u00fclern, wo ihre eigenen Erfahrungen und Fragen im Vordergrund stehen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"62\">Decker:<\/td>\n<td width=\"573\">&#8222;Mich gut mit den Sch\u00fclern verstehen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_doerner.jpg\" width=\"250\" height=\"243\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Monika D\u00f6rner (Latein, Englisch) 1995<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"582\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"75\">D\u00f6rner:<\/td>\n<td width=\"499\">&#8222;Da\u00df ich mit meinen Sch\u00fclern gut zurechtkomme und denen was beibringe.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"75\">Eisenhardt:<\/td>\n<td width=\"499\">&#8222;Liebet die Kinder&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"75\">Fahm\u00fcller:<\/td>\n<td width=\"499\">&#8222;Die Sch\u00fcler zu Menschen zu erziehen, die der Wirklichkeit bewu\u00dft begegnen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"182\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"182\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_fahmue.jpg\" width=\"172\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"182\">Edgar Fahm\u00fcller<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"80\">Fischbach:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Da\u00df die P\u00e4dagogikvorlesung endlich vorbei ist und die Praxis jetzt endlich angefangen hat.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Eberler:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Da\u00df ich selbst Spa\u00df daran habe.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Eizinger:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Ich selber sein zu k\u00f6nnen, ohne in diese Lehrerrolle hineinschl\u00fcpfen zu m\u00fcssen und damit die Atmosph\u00e4re zu schaffen, die entspanntes und konzentriertes Lernen m\u00f6glich macht.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Fenske:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Das Wichtigste ist ganz einfach, so erfolgreich zu arbeiten, dass ich meinen eigenen Kriterien gerecht werde, da\u00df ich vor mir selber zufrieden bin.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Gickler:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Da\u00df die Sch\u00fcler ein bi\u00dfchen was lernen und Spa\u00df haben und dass ich mit den Sch\u00fclern auskomme.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Greif:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Ehrlichkeit&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Gritsch:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;\u00dcber das Fachliche hinaus Menschliches zu vermitteln.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Leutner:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Sich nicht stressen lassen. Solang&#8217;s einen Kaffee gibt.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Frielinghaus:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Ich schlie\u00dfe mich der Meinung des Herrn Leutner an.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Graf:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Fairness und keine Brutalit\u00e4t&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Hammer:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;F\u00fcr mich steht die ganze Pers\u00f6nlichkeit des Sch\u00fclers im Vordergrund.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Hanak:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Eigentlich mit meinen Sch\u00fclern gut auszukommen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Hawel:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Wenn ich j\u00fcnger w\u00e4r, h\u00e4tt ich&#8217;s gewu\u00dft. Jetzt wechselt es st\u00e4ndig, von Schuljahr zu Schuljahr und von Klasse zu Klasse.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Hummel:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Ehrlichkeit eigentlich.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Januschke:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Im Grunde immer die zu f\u00f6rdern, die Schwierigkeiten haben. Im Sport ganz extrem sowieso. Da ist es mir nicht das Wichtigste, die Allerbesten rauszusuchen. Und in Englisch war es immer die Freude an der Kommunikation, am Englisch reden und Land und Leute kennenlernen, z.B. beim Austausch.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Jung:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8222;Bei den Sch\u00fclern \u00fcber die Freude am Fach Interesse f\u00fcr Lernen und Bildung zu erwecken, erzieherisch wirksam zu sein.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"80\">Kamilli:<\/td>\n<td width=\"555\">&#8220; Z.B. mit netten Kollegen zwischen T\u00fcr und Angel ins Gespr\u00e4ch zu kommen.&#8220; Ein zweites Mal gefragt: &#8222;Positive, kreative Aufgeregtheit&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_kirnd.jpg\" width=\"168\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/p>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"83\">Kirndorfer:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Oh mei, dass die Kinder Spa\u00df an der Stunde haben, dass jede Stunde mindestens 1 x gelacht wird. Es kann ruhig unabsichtlich sein. Dass die Kinder wissen, woran sie sind, dass die Kinder den Eindruck haben, dass der Lehrer nicht anders denkt als er redet.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Knittler:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Ruhe und Gelassenheit&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Krause:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Die Sch\u00fcler m\u00f6gen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Kuhn:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Ich f\u00fchle mich in erster Linie als Musiker und ich m\u00f6chte die Sch\u00fcler so nah wie m\u00f6glich an das alte Kulturgut heranf\u00fchren und gleichzeitig emotional f\u00fcr die Musik und allgemein aufschlie\u00dfen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Kuscha:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Erziehung zu Fairness und Offenheit&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">K\u00f6rner:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Spa\u00df an den Inhalten, an Phantasie, an Literatur und Geschichte a bisserl r\u00fcberbringen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>v. Lochner:<\/td>\n<td>&#8222;Soviel Bildung wie m\u00f6glich vermitteln&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Lohde:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Verst\u00e4ndnis und Zuwendung f\u00fcr die Sch\u00fcler und ihnen dar\u00fcber den Stoff zu vermitteln.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Meyr:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Die Beziehung zu den Sch\u00fclern.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Orth:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Die gesunde Mischung aus fachlicher Kompetenz und menschlicher N\u00e4he und bei Letzterem mit Humor.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Pache:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Das Gespr\u00e4ch mit den Eltern. Da erf\u00e4hrt man immer eine ganze Menge \u00fcber den Hintergrund des jeweiligen Sch\u00fclers.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Reichenbach:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Freude an meinen F\u00e4chern&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Salcher:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Spa\u00df am Sport f\u00fcr alle&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Schachtl:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Soll ich was ganz Hochtrabendes sagen? &#8211; Die Liebe.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Scholz:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Dass die Kinder und Jugendlichen, mit denen ich arbeite, mich verstehen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Strau\u00df:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Einfach so der Umgang mit den Sch\u00fclern und F\u00f6rderung von Sch\u00fclern ohne gr\u00f6\u00dfere R\u00fccksichten auf eigene Bed\u00fcrfnisse oder die anderer au\u00dfenstehender Personen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"83\">Wagner:<\/td>\n<td width=\"551\">&#8222;Dass der Unterricht in geregelten Bahnen verl\u00e4uft, nach meinen Spielregeln.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"196\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"196\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_wagner.jpg\" width=\"186\" height=\"250\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"196\">Bertram Wagner<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"92\">Wankm\u00fcller:<\/td>\n<td width=\"543\">&#8222;Dass ich merke, dass die Sch\u00fcler mich anerkennen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"92\">Zimmermann:<\/td>\n<td width=\"543\">&#8222;Dass ich \u00fcber mich und andere lachen kann.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"92\">Zinn:<\/td>\n<td width=\"543\">&#8222;Ich hoffe, ein Verh\u00e4ltnis zu den Sch\u00fclern zu haben, dass sie mich und meinen Unterricht akzeptieren &#8211; und das Verh\u00e4ltnis zu den Kollegen ist mir wichtig.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"260\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<colgroup>\n<col width=\"260\" \/> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"260\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/chronik\/chronik_grg50.gif\" width=\"250\" height=\"369\" align=\"BOTTOM\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"260\">Logo Guido Zingerl: 50 Jahre GRG<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Sch\u00fclergeschichten:<\/strong><\/p>\n<p>Nach wie vor h\u00e4lt sich der Eindruck, dass die Sch\u00fcler in F\u00fcrstenfeldbruck disziplinierter und ruhiger sind als in M\u00fcnchen. Lehrer, die ein M\u00fcnchner Gymnasium erlebten, bevor sie an unsere Schule kamen, sind voll und ganz von der ruhigeren Atmosph\u00e4re an unserer Schule \u00fcberzeugt. (z.B. Herr Seidl, Herr Schachtl, Frau Juraschek, Herr Kirndorfer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In F\u00fcrstenfeldbruck gab es 1945 nur zwei Schulgeb\u00e4ude, zwei Volksschulen, keine weiterf\u00fchrende Schule, auch keine Realschule. Eine M\u00e4dchenschule im Geb\u00e4ude der heutigen Grundschule-Mitte am Niederbronnerweg 3 und eine Knabenschule im direkt daran angrenzenden Geb\u00e4ude, dem heutigen Nebenhaus des Graf-Rasso-Gymnasiums. In einem hinteren Raum dieser Knabenschule war noch die Berufsschule untergebracht. 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