{"id":1004,"date":"2011-12-08T17:28:49","date_gmt":"2011-12-08T15:28:49","guid":{"rendered":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/erzaehlen-mit-perspektivenwechsel-6-klasse\/"},"modified":"2014-07-26T15:57:52","modified_gmt":"2014-07-26T14:57:52","slug":"erzaehlen-mit-perspektivenwechsel-6-klasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/2011\/12\/erzaehlen-mit-perspektivenwechsel-6-klasse\/","title":{"rendered":"Erz\u00e4hlen mit Perspektivenwechsel (6. Klasse)"},"content":{"rendered":"<p><em>Aufgabenstellung:<\/em><\/p>\n<p><em>Zwei Leute haben sich verabredet, um ins Kino zu gehen. (M\u00f6glich: Kind\/Elternteil, Freunde.) Einer von beiden ist p\u00fcnktlich und wartet vor dem Kino und wird ungeduldig oder besorgt, weil der andere nicht kommt. Der oder die andere hat sich versp\u00e4tet und beeilt sich sehr, um noch rechtzeitig zu kommen.<\/em><br \/><em>Erz\u00e4hle das, indem du zwischen den Perspektiven der beiden abwechselst. Schildere anschaulich das Innenleben der beiden. Schreibe unterhaltend, aber \u00fcbertreibe nicht; benutzte Vergleiche oder Metaphern. Am Schluss der Erz\u00e4hlung sollen sie sich treffen.<\/em><br \/><em>Erz\u00e4hle in der 3. Person.<\/em><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><em><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">(<span size=\"4\">\u00dcberschrift fehlt leider.)<\/span><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Er r\u00fcmpfte seine Nase. Es war schon viertel vor acht. In f\u00fcnfzehn Minuten w\u00fcrde der Film beginnen anfangen. Irgend so eine romantische Schnulzengeschichte. Ein tiefer Seufzer entwich ihm. Von so viel Liebe und Personen, die sich Namen wie &#8222;Schnuckeb\u00e4rchen&#8220; oder &#8222;Honigkuchenpferd&#8220; gaben, hatte er wenig Ahnung. Ihm waren diese Leute relativ egal. Trotzdem wartete er nun schon seit geschlagenen weiteren 15 Minuten vor dem riesigen Kino, dessen Leuchtschriften und Plakate die n\u00e4chtliche Atmosph\u00e4re dieses Stadtteiles etwas erhellten. Obwohl seine digitale Armbanduhr, auf die er in der vergangenen Zeit mehrmals nerv\u00f6s und st\u00f6hnend einen Blick geworfen hatte, erst 20.50 Uhr zeigte, lag die zu kleine Nebenstra\u00dfe des Kinos verlassen vor ihm. Eigentlich wollte er gar nicht hier sein. Er h\u00e4tte genau so gut zu Hause bleiben und einen gem\u00fctlichen Abend verbringen k\u00f6nnen. Aber wieder einmal hatte ihn seine Freundin Stella dazu \u00fcberredet, ihr diesen einen Gefallen zu tun. Wie immer war das Argument, dass es nur dieser eine war und er in letzter Zeit viel zu wenig bei ihr war. Tja, wie immer eben. Was tut ein Mann nicht alles, um die Welt der Frauen ertr\u00e4glicher zu machen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Sie musste sich beeilen. Ihr ausgemachter Zeitpunkt w\u00e4re bereits um halb acht gewesen. Nun blieben ihr nur noch sieben Minuten um ihren Weg zum Kino zu schaffen. Wieso war sie nicht mit der S-Bahn oder dem Bus gefahren? Und wieso hatte ihr Vater ausgerechnet heute dieses, wie er immer betonte, superwichtige Meeting seiner Firma, bei dem er nat\u00fcrlich unbedingt den Wagen f\u00fcr sich beanspruchte. Sie atmete tief die kalte Luft durch ihre Nase ein, lie\u00df sie h\u00f6rbar wieder hinaus. An jenem Abend hatte einfach nichts klappen wollen. Ihre Haare sahen aus wie geh\u00e4uftes Stroh, ihr Make-up machte sie sicherlich zu einem Clown im Abendkleid. Vor ihren Augen konnte sie schon ihre Mitsch\u00fcler \u00fcber sie tratschen sehen. Mit Worten wie: &#8222;Hast du schon geh\u00f6rt?&#8220; und &#8222;Ich sag es ja, eine richtige Vogelscheuche!&#8220; w\u00fcrde sie das Gesp\u00f6tt der Schule werden. Der einzige Trost bestand darin, dass sie mir ihrem Freund Derek f\u00fcr einen Liebesfilm verabredet war. Man h\u00f6rte nur die romantischsten Dinge \u00fcber ihn. Himmlisch. Diese Erkenntnis malte ihr ein erleichtertes L\u00e4cheln auf ihr Gesicht. Nur er und sie. Verborgen ihm Dunklen des Kinosaales.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Na, toll. Da nahm er sich extra den Abend frei und sie lie\u00df ihn einfach so sitzen. Drei weitere Minuten verstrichen ohne auch nur die kleinste Regung. Aber Moment! Das hie\u00df ja auch, dass er nur noch vier Minuten hatte, bis er sie hier in der K\u00e4lte stehen lassen konnte. In seinem Kopf spielte sich ein weiterer Film ab: Er ging. Sie kam und&#8230; sie heulte. Nein. Das konnte er nicht machen. Nicht nachdem er es nun schon so weit gemeistert hatte. OK. Er musste ganz ruhig bleiben. Er musste einfach an sch\u00f6nere gemeinsame Zeit mit ihr denken. Ja. Es half ein wenig. Dies war der Beweis, dass er sie wirklich liebte. Na, gut. Ein Film. Ein l\u00e4cherlicher Film. Was war das schon f\u00fcr eine Aufgabe f\u00fcr einen Mann wie ihn. Schulter zur\u00fcck. Brust raus. Cool bleiben. Ja. Das war ein Mann.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Sie blieb abrupt stehen, kramte einen kleinen Kosmetikspiegel aus ihrer Handtasche hervor und warf einen letzten, pr\u00fcfenden Blick hinein. Ihre Vermutung hatte sich best\u00e4tigt. Zum Teil. L\u00e4cheln. Einfach l\u00e4cheln. Wenn ihm wirklich etwas an ihr lag, w\u00fcrde er \u00fcber die kleine Schminkpanne hinweg sehen. Noch einmal atmete sie tief durch, ehe sie den Spiegel zur\u00fcck steckte, ihr Sonntagsl\u00e4cheln aufsetzte und um die Ecke vor dem gro\u00dfen Geb\u00e4ude des Kinos eilte. Sie beschleunigte ihren Gang, als sie ihn sah. Er sah umwerfend aus im Schein der Lampen, die in alle Richtungen ihren Glanz warfen. Majest\u00e4tisch. Ja. Fast schon g\u00f6ttlich.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Da war sie. Endlich. Mit langen Schritten kam er ihr, um L\u00e4ssigkeit bem\u00fcht, entgegen. Sie wirkte s\u00fc\u00df, gleichzeitig jedoch auch stilbewusst und elegant. Wundersch\u00f6n. Aber ihr L\u00e4cheln \u00fcbertraf jedes noch so strahlende Model dieser Welt. Von ihm aus konnten zehn Heidi Klums auf ihn zu kommen; er h\u00e4tte nur Augen f\u00fcr sie. Sie, seine gro\u00dfe Liebe.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Wie schaffte er es nur, so entsetzlich ruhig zu bleiben? Tja, er hatte wohl viele versteckte Talente. Zu denen z\u00e4hlte auch die Kombination seiner Lederjacke, dem wei\u00dfen Shirt und der verwaschenen Jeans, die er wie der Sch\u00f6pfer der Coolness zum besten trug. Ihr Bauch kribbelte, als w\u00fcrden viele Schmetterlinge und Flugzeuge durch ihn ihre Loopings drehen. Dieser Abend w\u00fcrde trotz kleiner Katastrophen perfekt werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">Als sich die beiden nach einer scheinbar endlosen Zeit trafen, fielen sie sich in die Arme. Dabei verga\u00dfen sie fast schon wieder den Anlass, weshalb sie hier waren. Doch das war ihnen in diesem Moment egal. Zwei Menschen. Eine gro\u00dfe Liebe.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span face=\"Garamond, serif\"><span size=\"4\">(E.H.)<br \/><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgabenstellung: Zwei Leute haben sich verabredet, um ins Kino zu gehen. 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