{"id":19083,"date":"2026-10-07T16:43:52","date_gmt":"2026-10-07T14:43:52","guid":{"rendered":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/?p=19083"},"modified":"2026-10-07T16:43:52","modified_gmt":"2026-10-07T14:43:52","slug":"studienfahrt-nach-wien-vom-28-09-02-10-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/2026\/10\/studienfahrt-nach-wien-vom-28-09-02-10-2026\/","title":{"rendered":"Studienfahrt nach Wien vom 28.09.- 02.10.2026"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So lange haben wir als Lateinfachschaft darauf hingefiebert, dass es wieder eine Studienfahrt gibt, an der wir uns beteiligen k\u00f6nnen. Wir w\u00fcrden nat\u00fcrlich gern mit den SuS nach Rom oder Pompeji fahren, aber Wien ist f\u00fcr Freunde der Antike auch nicht zu verachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei Tage der Woche, den Dienstag und Mittwoch, haben bei unserer Studienfahrt die jeweiligen Fachlehrer gestaltet. Also ging es f\u00fcr die \u201eR\u00f6mer\u201c erst mal ins R\u00f6mermuseum. Wien ist eine r\u00f6mische Gr\u00fcndung aus der Zeit des ersten nachchristlichen Jahrhunderts und hie\u00df damals Vindobona. Am Anfang war es nichts anderes als ein von der geographischen Lage her recht gut gesch\u00fctztes Legionslager, neben dem aber bald eine Lagervorstadt und eine Zivilsiedlung entstand. Schlie\u00dflich hatten die Soldaten ja eine Familie. Au\u00dferdem war es f\u00fcr viele H\u00e4ndler und Handwerker attraktiv, ein Legionslager zu beliefern. Das Legionslager befand sich damals im heute ersten Bezirk und das R\u00f6mermuseum wurde genau dort eingerichtet, wo fr\u00fcher offenbar sehr luxuri\u00f6s ausgestattete Offiziersh\u00e4user standen. Wenn man im R\u00f6mermuseum also den Keller betritt, kann man die Reste der damaligen Fu\u00dfbodenheizung und an manchen Stellen noch den Fu\u00dfboden besagter H\u00e4user sehen. Unter dem Fu\u00dfboden gab es daf\u00fcr kleine Ziegels\u00e4ulen, sogenannte Hypokausten, durch die mittels einem Ofen, der von Sklaven von au\u00dferhalb angeheizt wurde, warme Luft geleitet wurde. Wenn man sich fragt, warum das r\u00f6mische Reich \u00fcber die vielen Jahrhunderte so stabil gewesen ist, dann wird die Antwort unter anderem auch lauten, weil die R\u00f6mer eine Erz\u00e4hlung \u00fcber ihr Staatswesen verbreiteten, das verfing und \u00fcberzeugte: Wir R\u00f6mer bringen den V\u00f6lkern die Segnungen der Zivilisation wie Heizung, Hygiene, Wasser aus den Bergen, medizinische Versorgung, ordentliche Stra\u00dfen, Vergn\u00fcgungen, sie m\u00fcssen sich nur eingliedern und Steuern zahlen. Au\u00dferdem war f\u00fcr alle sichtbar, dass man im r\u00f6mischen Reich tats\u00e4chliche Karriere machen konnte. Schaffte man es bis zum Offizier einer Legion, dann wohnte man eben nicht mehr mit 8 Kameraden auf engstem Raum, sondern bewohnte eine gro\u00dfz\u00fcgig ausgestattete Villa mit Fu\u00dfbodenheizung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Nachmittag desselben Tages verbrachten \u201edie Lateiner\u201c im Kunsthistorischen Museum. Die Teilnehmer suchten sich ein Gem\u00e4lde oder eine Skulptur mit mythologischem Hintergrund und forschten anhand verschiedener Aufgaben zu den Objekten. Die Fragen lauteten z.B.: Welcher griechische oder r\u00f6mische Autor hat dieses Thema bearbeitet? Welchen Moment hat der K\u00fcnstler herausgegriffen? Welche menschlichen Verhaltensweisen oder Charaktereigenschaften werden sichtbar?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mittwoch war dann Carnuntum vorbehalten. Diese Stadt mit ihren im 1. und 2. nachchristlichen Jahrhundert immerhin 60 000 Einwohnern war die Hauptstadt der r\u00f6mischen Provinz Pannonien und lag 40 km von Wien entfernt. Au\u00dfer dem Heidentor au\u00dferhalb der Stadt ist von Carnuntum allerdings nichts erhalten. Die Menschen aus den sp\u00e4teren Jahrhunderten haben die Steine von Carnuntum f\u00fcr ihre eigenen Bauten verwendet und das antike Carnuntum auf diese Weise fast v\u00f6llig recycelt. Es gibt aber in Bad Deutsch Altenburg in der N\u00e4he des fr\u00fcheren Carnuntum ein mit erstaunlichen Objekten aus der Gegend best\u00fccktes Museum und im Nachbarort Petronell Carnuntum einen Arch\u00e4ologischen Park, in dem man das Geld daf\u00fcr aufgebracht hat, auf den ausgegrabenen alten r\u00f6mischen Fundamenten bestimmte r\u00f6mische Geb\u00e4ude wie Thermen, das Haus eines Weinh\u00e4ndlers oder auch einzelne R\u00e4ume einer r\u00f6mischen Villa wieder aufzubauen. Fundamente und Fundst\u00fccke wurden daf\u00fcr vorher einer eingehenden wissenschaftlichen Pr\u00fcfung und Auswertung unterzogen. So fand sich in einer teilweise wieder aufgebauten r\u00f6mischen Villa tats\u00e4chlich ein Raum mit einer Apsis. Und an den W\u00e4nden konnten eindeutig Fresken nachgewiesen werden, die Theatermasken zeigen. Nun hat eine Apsis die Eigenschaft, ganz ohne Mikrophon die Stimmen zu verst\u00e4rken. Deshalb geht man davon aus, dass in diesem Raum tats\u00e4chlich im privaten Kreis kleine Theaterauff\u00fchrungen stattgefunden haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Fans der Antike von heute k\u00f6nnen darin sitzen und sich endlich einmal alles richtig vorstellen, statt durch Ruinen zu stolpern und wieder einmal zu bedauern, dass unsere Vorstellungskraft doch nicht so ganz ausreicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Friederike Heine<\/p>\n\n\n<div class=\"owl-post-slider-wrapper\"><div class=\"owl-carousel owl-theme owl-custom-slider\"><div class=\"post-slide-box no-text\"><div class=\"post-thumb-container\"><a href=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/6A890056-7C3D-41A0-A499-9E538C675B0A-scaled.jpeg\" class=\"lightbox-trigger\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/6A890056-7C3D-41A0-A499-9E538C675B0A-scaled.jpeg\" class=\"post-thumb\" alt=\"\"><\/a><\/div><div class=\"post-content\"><\/div><\/div><div class=\"post-slide-box no-text\"><div class=\"post-thumb-container\"><a href=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/BB0C7288-E09F-45F7-A5B6-B6526204117B-scaled.jpeg\" class=\"lightbox-trigger\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/BB0C7288-E09F-45F7-A5B6-B6526204117B-scaled.jpeg\" class=\"post-thumb\" alt=\"\"><\/a><\/div><div class=\"post-content\"><\/div><\/div><div class=\"post-slide-box no-text\"><div class=\"post-thumb-container\"><a href=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/96D77247-4830-4866-A927-10F0C49C5BD7-scaled.jpeg\" class=\"lightbox-trigger\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/96D77247-4830-4866-A927-10F0C49C5BD7-scaled.jpeg\" class=\"post-thumb\" alt=\"\"><\/a><\/div><div class=\"post-content\"><\/div><\/div><div class=\"post-slide-box no-text\"><div class=\"post-thumb-container\"><a href=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/12ECEC75-80F6-46F7-85F4-8218205E08AC-scaled.jpeg\" class=\"lightbox-trigger\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2026\/10\/2024-25\/12ECEC75-80F6-46F7-85F4-8218205E08AC-scaled.jpeg\" class=\"post-thumb\" alt=\"\"><\/a><\/div><div class=\"post-content\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"custom-nav\" style=\"display:flex; gap:1rem; justify-content:center; margin-top:1rem;\"><div class=\"wp-block-button is-style-default\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button custom-prev\"><i class=\"fa-solid fa-chevron-left\"><\/i> Zur\u00fcck<\/a><\/div><div class=\"wp-block-button is-style-default\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button custom-next\">Vor <i class=\"fa-solid fa-chevron-right\"><\/i><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So lange haben wir als Lateinfachschaft darauf hingefiebert, dass es wieder eine Studienfahrt gibt, an der wir uns beteiligen k\u00f6nnen. 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