{"id":638,"date":"2007-02-15T21:21:00","date_gmt":"2007-02-15T20:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/mirjam-pressler-autorin-und-uebersetzerin-zu-besuch-am-grg\/"},"modified":"2014-07-26T15:58:08","modified_gmt":"2014-07-26T14:58:08","slug":"mirjam-pressler-autorin-und-uebersetzerin-zu-besuch-am-grg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/2007\/02\/mirjam-pressler-autorin-und-uebersetzerin-zu-besuch-am-grg\/","title":{"rendered":"Mirjam Pressler: Autorin und \u00dcbersetzerin zu Besuch am GRG"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"Image\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2007\/02\/presslera.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" \/><\/p>\n<p>Am 28.2. 2007 war die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler zu Gast am GRG. Im Gespr\u00e4ch mit der 5a, 5e und der 6b sprach sie \u00fcber die Entstehung Ihrer beiden Romane &#8222;Wenn das Gl\u00fcck vorbeikommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen&#8220; und &#8222;Malka Mai&#8220;.<\/p>\n<p>Die erste Pause ist noch nicht vorbei und dennoch warten im Raum 207, dem Schulaufgabenraum, bereits die Sch\u00fcler der Klassen 5a, 5e und 6b, einige Lehrer und ein Blumenstrau\u00df auf das Erscheinen der Jugendbuchautorin Mirjam Pressler. Die St\u00fchle, welche noch nicht alle besetzt sind, sind auf die B\u00fchne ausgerichtet, auf der Tisch, Stuhl und Wasser f\u00fcr den Gast bereitstehen,&nbsp; dahinter eine gro\u00dfe Pinnwand, auf der ein Foto von der Autorin zu sehen ist.<\/p>\n<p>Dann betritt Mirjam Pressler den Raum, wird von den Lehrern herzlich begr\u00fc\u00dft, der Blumenstrau\u00df wird \u00fcberreicht und in einer Vase neben dem Wasser platziert. Frau Orth informiert die Sch\u00fcler \u00fcber die Autorin und forderte sie auf,&nbsp; auf&nbsp; \u201eGoogle&#8220; nach der Autorin zu suchen, um einen Eindruck von deren Popularit\u00e4t zu bekommen (Haben wir gemacht: Ergebnis ca. 276.000 Eintr\u00e4ge). Herr K\u00f6rner geht anschlie\u00dfend noch auf Frau Presslers \u00dcbersetzung des Tagebuchs der Anne Frank ein.<\/p>\n<p>Frau Pressler erz\u00e4hlt selbst etwas zu ihrer Person und er\u00f6ffnet die Fragerunde. Die Sch\u00fcler haben einige Fragen vorbereitet. Uns so erfahren sie dann eine ganze Menge \u00fcber die Schriftstellerin:<\/p>\n<p>Mirjam Presslers Lieblingsf\u00e4cher waren Deutsch und Kunst, sie wollte in ihrer Kindheit unbedingt Malerin werden, was sie dann auch in die Tat umsetzte und freie Kunst studierte. Danach heiratete sie, brachte drei T\u00f6chter zur Welt, lie\u00df sich scheiden und musste ihre Kinder alleine gro\u00dfziehen. Sie f\u00fchrte einen Jeansladen, der ihr aber nach acht Jahren gek\u00fcndigt wurde. Das mit dem Schreiben entwickelte sich erst danach, als sie schon 39 Jahre alt war.<\/p>\n<p>Sie liest f\u00fcr ihr Leben gern und seitdem sie lesen kann, hat sie immer ein Buch bei sich. Fr\u00fcher hatte sie mal versucht Tagebuch zu schreiben, doch fand ihre Pflegemutter das Buch und sie f\u00fchrte es lieber im Kopf weiter. Am liebsten liest sie realistische Romane von Jugendbuchautoren, was aber nicht immer so war. Das kann man heute zwar nicht ganz nachvollziehen, aber in ihrer Kindheit erz\u00e4hlten die meisten Kinder- und Jugendb\u00fccher von Geschichten, die man unter dem Namen &#8222;Hanni und Nanni&#8220; zusammenfassen kann und es gab sonst nur Karl-May-Romane. Mit zw\u00f6lf Jahren h\u00e4tte man dann lieber zu Erwachsenenb\u00fcchern gegriffen. Deswegen war sie so \u00fcberrascht, dass die Jugendb\u00fccher ihrer T\u00f6chter so wunderbar realistisch waren und las sie mit Begeisterung.<\/p>\n<p>Angefangen zu schreiben habe sie dann mit 39 Jahren- nat\u00fcrlich ein realistisches Jugendbuch. Es hei\u00dft \u201eBitterschokolade&#8220; und wurde 1980 mit dem \u201eOldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis&#8220; ausgezeichnet. Ihre Vorbilder sind Autoren realistischer B\u00fccher. Seitdem \u00fcbersetzt sie auch aus den Sprachen Hebr\u00e4isch, Jiddisch, Englisch, Niederl\u00e4ndisch und Afrikaans,. Sie verfasst auch Gutachten, f\u00fcr Verlage, ob ein Buch \u00fcbersetzt werden sollte.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob ihr das Schreiben Spa\u00df machen w\u00fcrde, antwortet sie schmunzelnd, dass sie seither nicht mehr gemalt habe. Sie liebt das Schreiben, es macht ihr Spa\u00df, es ist fesselnd &#8211; ideal, um sich darin zu vertiefen. Man kann sich besser auf ein Thema konzentrieren und sich Gedanken dar\u00fcber machen. Ob man nun ein guter Autor sei oder nicht, das lie\u00dfe sich nicht schon an der Deutschnote festmachen, die h\u00e4tte damit wenig zu tun. Sie kenne einen sehr guten Autoren, der fr\u00fcher bestenfalls eine Vier schrieb.<\/p>\n<p>Ihre Themenbereiche sind sehr unterschiedlich, sie interessiert sich jedoch besonders f\u00fcr das Dritte Reich. Zu ihren eigenen Lieblingsb\u00fcchern z\u00e4hlen \u201eNovemberkatzen&#8220;, welches auch verfilmt wurde, \u201eWenn das Gl\u00fcck kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen&#8220;, \u201eMalka Mai&#8220;, \u201eIch sehne mich so&#8220; (eine Anne Frank Biographie)&nbsp; und \u201eLauf, Junge lauf!&#8220;.<\/p>\n<p>Mit ihrem Vermutungen \u00fcber die Entstehungszeit eines Buches \u00fcbersch\u00e4tzten die Sch\u00fcler die Autorin. F\u00fcr ein Buch ben\u00f6tigt Mirjam Pressler ungef\u00e4hr ein Jahr Zeit. Danach meint sie, ist sie zwar erleichtert, dennoch f\u00e4llt sie in ein schwarzes Loch, da ihr pl\u00f6tzlich die t\u00e4gliche Aufgabe fehle. Sie sei schlie\u00dflich ein \u201eWorkaholic&#8220;. Meist arbeite sie dann an \u00dcbersetzungen weiter.<\/p>\n<p>Ihre einzelnen Kapitel und auch fertige B\u00fccher l\u00e4sst die Autorin von ihren drei T\u00f6chtern zur Probe lesen, da sie sehr viel Wert auf deren Meinung legt. Eines der bevorzugten Elemente in ihren B\u00fcchern sind Sprichw\u00f6rter, egal ob sie bereits existieren oder selbst erfunden sind. F\u00fcr ihren Roman \u201eWenn das Gl\u00fcck kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen&#8220; betitelte sie jedes Kapitel mit einem Sprichwort. In der engeren Auswahl f\u00fcr den Buchtitel stand auch \u201eWas braucht man Honig, wenn auch Zucker s\u00fc\u00df ist&#8220;. Den schlie\u00dflich gew\u00e4hlten Titel findet sie besonders sch\u00f6n, da es wichtig sei, sein Gl\u00fcck zu erkennen und sich dar\u00fcber zu freuen und es zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dieser Roman entstand, nachdem sie die Anfrage bekommen hatte, ein Kurzgeschichte von sechs bis sieben Seiten zu schreiben. Das Thema sollte eine wahre Geschichte aus der eigenen Kindheit sein. Frau Pressler dachte daran, \u00fcber ihre Zeit in einem Heim zu schreiben, allerdings wollte sie sich selbst auf keinen Fall zum Hauptthema machen. Sie entschied sich dazu, einiges zu erfinden, um sich davon zu distanzieren. Als sie ihre Kurzgeschichte beendete, lag jedoch ein ganzer Roman vor ihr. Sie verriet, dass das Geheimversteck, in das die Romanheldin Halinka aus dem Buch immer fl\u00fcchtet, auch in der Realit\u00e4t existierte, man es jedoch nur in der Nacht aufsuchen konnte, dennoch wurde es nie entdeckt.<\/p>\n<p>Mirjam Pressler erz\u00e4hlte auch etwas \u00fcber die Entstehungsgeschichte von \u201eMalka Mai&#8220;. Eine alte Frau aus Pal\u00e4stina, welche den Holocaust \u00fcberlebte, bat die Autorin, ihre Geschichte aufzuschreiben. Diese Frau wurde von ihrer Mutter w\u00e4hrend der Nazizeit verlassen und \u00fcberlebte sieben Monate w\u00e4hrend der Kriegszeit ganz allein auf sich gestellt, hat daran aber keine einzige Erinnerung. F\u00fcr diese \u201eLeerstelle&#8220;, sollte Frau Pressler Ereignisse erfinden. Eigentlich hatte Mirjam Pressler keine wirkliche Lust, deswegen schob sie die Arbeit vor sich her, aber die Frau lie\u00df nicht locker und rief die Autorin in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden an, bis sich diese sich nach zwei Jahren dem Buch widmete. Noch heute telefonieren die beiden Frauen miteinander.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Inhaltsangabe las sie eine Passage aus diesem Roman vor, in der aus der Sicht Malkas die Deportation von Juden aus dem Ghetto w\u00e4hrend des Naziregimes geschildert wird.<\/p>\n<p>Nach dem Applaus nahm Frau Pressler sich die Zeit, alle B\u00fccher zu signieren.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bericht: Stephanie Engelkes und Nina J\u00e4ger (11d)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Image\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2007\/02\/presslerb.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" \/>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus &#8222;Malka Mai&#8220; las sie eine Passage vor, in der aus der Sicht des M\u00e4dchens Malka die Deportation von Juden aus einem Ghetto w\u00e4hrend des Naziregimes geschildert wird.&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<img decoding=\"async\" title=\"Image\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2007\/02\/presslerc.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" \/><\/p>\n<p>Beim anschlie\u00dfenden Signieren Ihrer B\u00fccher, wurde Mirjam Dressler von den Sch\u00fclern regelrecht belagert. &nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Image\" src=\"https:\/\/home.graf-rasso-gymnasium.de\/home\/files\/2007\/02\/presslerd.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 28.2. 2007 war die Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler zu Gast am GRG. 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