Kabarett am GRG – Schlechte Karten für Jupiter

Lateinunterricht kann schon manchmal sehr anstrengend und fordernd sein. Deshalb ist es um so wichtiger, dass den Schülerinnen und Schülern Latein manchmal auch auf leichte und überraschende Weise nahegebracht wird.

Am 24.2. war das tatsächlich der Fall. Da trat abends 18 Uhr der Kabarettist Björn Puscha bei uns am GRG auf. Er hat sich mit vergnüglichen Geschichten und gespielten Szenen zur römischen Antike und zur lateinischen Sprache in Deutschland einen Namen gemacht und mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins und kräftiger Werbung der Fachschaft Latein für den Kartenverkauf konnten wir ein Gastspiel bei uns stemmen. Eine kleine Crew aus der 9. und 11. Klasse sorgte mit Libum, Moretum und anderen römischen Leckereien für das leibliche Wohl unseres Publikums und leistete über die erbetenen Spenden ebenfalls einen Beitrag für die Gage des Künstlers.

Jupiter mit der hohen Stimme („ist doch logisch, der höchste Gott hat die höchste Stimme“), von Puscha köstlich imitiert, war der besondere Publikumsliebling. Weil Jupiter sich so freute, dass endlich mal wieder jemand auf Lateinisch schimpfte, bekam Puscha die Chance, ins antike Rom katapultiert zu werden.

Dort verzauberte er uns in breitestem Bayerisch mit seinen Erläuterungen zu den lateinischen Beinamen, er brachte eine legendäre Schilderung eines Wagenrennens, wir konnten sehen, wie er in eine Sänfte stieg, obwohl da eigentlich nur ein Stuhl war und er hat uns die Steinhäuser mit ihren Holzaufbauten und die Märkte links und rechts so anschaulich beschrieben, dass sich mühelos alles vor unserem inneren Auge aufgebaut hat. Im Keller die riesige Amphore für den Urin für die Gerber hat uns genauso geekelt wie Puscha auf der Bühne.

Die Ermordung Cäsars konnte Puscha zwar nicht verhindern, aber wie nicht anders zu erwarten hatte Cäsar im Himmel bei Jupiter bereits gut vorgesorgt. Wie das staunende Publikum erfuhr hatte Cäsar Jupiter beim Schafkopfen nämlich derart abgezogen, dass Jupiter sich bereiterklären musste, in Cäsars Todesstunde dessen Platz einzunehmen. Eben schlechte Karten für Jupiter!

Friederike Heine