Baskerville: Die 6d auf den Spuren von Sherlock Holmes

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Die Klasse 6d mit ihren Arbeitsergebnissen in der Bibliothek des GRG 

Jeder, der einmal die Kurzgeschichten und Romane von Arthur Conan Doyle um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes gelesen hat, kann sich erinnern: Da gibt es geheimnisvolle Handschriften, Droh- und Warnungsbriefe, geschickt inszenierte Telegramme und rätselhafte Zeitungsannoncen, die einige Täter unfehlbar anlocken. Sherlock Holmes entgeht nicht das kleinste Detail, wenn es um die Untersuchung von handschriftlichen Texten oder Tatorten geht. Manche Beschreibung der Indizienketten liest sich wie eine Gebrauchsanweisung zur Verfertigung der entsprechenden Beweisstücke. Da liegt es nahe, sich eine Geschichte auch mittels eigener „Dokumente“ zu vergegenwärtigen, zumal es für heutige Sechtsklässler gar nicht so leicht ist, sich in die Gaslight-Periode des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu versetzen. Die Klasse 6d erstellte Portfolios mit ihren eigenen Beweisstücken zu diesem spektakulären Fall im Deutschunterricht und als Hausaufgabe. Zu den Asservaten zählten Tatortskizzen, Telegramme, Täterprofile, alte Handschriften und weitere Dokumente, die im Romanzusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Verwendung fanden unter anderem auch die Verpackungskartons für Overheadfolien, die gelegentlich im Lehrerzimmer anfallen.

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Viele der Portfolio-Mappen wurden auch außen aufwändig gestaltet. Das von den Schülern hierfür verwendete Bildmaterial stammt teilweise aus dem Internet (Bildrecherche zu „Der Hund von Baskerville“). Unser Beispiel zeigt die Arbeit von Special Agent Tamara Schmidt (6d) 

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Wie so mancher spannende Roman beginnt auch „Der Hund von Baskerville“ mit einer alten Handschrift, die Dr. Mortimer, ein Freund der Familie Baskerville, Sherlock Holmes in seinem Domizil in der Bakerstreet 221B vorlegt. Der Schriftenexperte Sherlock Holmes erkennt natürlich sofort, dass es sich um eine Manuskript aus dem 18. Jahrhundert handeln muss. Vielleicht haben Sie ja seine Abhandlung über diesen Gegenstand gelesen…

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Originaldokument aus dem Asservatenbestand einer Privatdetektivin der 6d

Das Dokument, das in unserem Beitrag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird, enthält eine alte Familiensage über den Hund von Baskerville. Und damit beginnt der gespenstische Fall, der in London und in einer Moorlandschaft im südenglischen Devon spielt.

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Originaldokument, freundlicherweise überlassen von „Private Eye“ Sabrina Schneider (6d)

Henry, der millionenschwere Erbe des verstorbenen Sir Charles Baskerville, erhält im Northumberland Hotel in London eine geheimnisvolle Warnung, die ihn davon abhalten soll, seine Erbschaft abzutreten. Die Nachricht ist aus Einzelwörtern zusammengesetzt, die aus der London Times ausgeschnitten wurden. Nur das Wort „Moor“ konnte der Absender dieser bedrohlichen Nachricht nicht aus der Zeitung übernehmen und fügte es daher handschriftlich ein. Sherlock Holmes erkennnt natürlich sofort, um welche Drucktype es sich handelt

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Originaldokument aus Ermittlerkreisen (6d)

Verdächtig sind sie alle: der Butler Barrymore und seine Frau in Baskerville Hall, der entlaufene Sträfling im Moor, der geheimnisvolle Mann mit schwarzem Bart in der Londoner Droschke und Stapleton, der Schmetterlingsjäger. Dr. Watson hat seine liebe Not damit, seine Tatverdächtigen zu sortieren, während das Schnüfflergenie Holmes im Hintergrund die Fäden zieht.

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Selbst Sir Henry verdient eine genaue Beschreibung, schließlich ist er der Erbe eines sagenhaften Vermögens, da ist schon mancher schwach geworden… Aufzeichnungen von Consulting Detective Laura Rosopulo (6d)

Ins Visier von Dr. Watson und Sherlock Holmes gerät zunächst ein geheimnisvoller Fremder mit schwarzem Bart, der sich als Sherlock Holmes ausgibt. Er verfolgt Watson und Holmes durch London und führt die beiden Detektive an der Nase herum. Der bisherige Butler des ersten Opfers, Sir Charles Baskerville, trägt einen schwarzen Bart.

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Orginaldokumente aus der Werkstatt des Constable L. Maio (Scotland Yar6d)

Sherlock Holmes überprüft die Zuverlässigkeit des Butlers Barrymore mittels fingierter Telegramme. Barrymore soll das erste Telegramm persönlich erhalten. Der Telegrammbote soll die ordnungsgemäße Zustellung bestätigen, damit Holmes sicher gehen kann, dass sich Barrymore nicht etwa zu selben Zeit in London aufhält und Watson und Holmes nachspioniert.

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Skizze von Privatdetektivin Stephanie Sedlmair (6d)

Der erste Tatort: Zwischen Herrenhaus und Gartenhaus verläuft ein Weg, der zu beiden Seiten von einer Taxus-Hecke eingefasst wird. Auf halber Distanz zwischen den Gebäuden befindet sich eine Pforte, die ins Moor hinausführt. Jemand musste Sir Charles Baskerville it einem Hund zu Tode gehetzt haben. Allerdings besteht in Ermittlerkreisen keine Einigkeit darüber, wie der Tatort ausgesehen haben könnte.

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Rekonstruktionen des Schauplatzes unterschiedlicher Ermittler der 6d erbringen unterschiedliche Ergebnisse

Mittels weiterer Ermittlungsakten aus den Beständen des Zeichners Lappé wird versucht, den Fall komplett aufzurollen.

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Hier die Rekonstruktion eines Teils des Geschehens in London und Devon von Hauptkommissarin Johanna Oswald (6d) 

Die Zeichnungen von Lappé fanden sich im Internet. Die weltweite Sherlock-Holmes-Gemeinde (Sherlockians) betreibt zahlreiche Websites mit exzellent aufbereitetem Material. Einen Besuch wert ist vor allem die Seite des Diogenes Club in London, einem ausgesprochen exklusiven Verein, dem nur die ungeselligsten Zeitgenossen Sherlock Holmes‘ und wenige, sehr illustre Ehrenmitglieder angehören.

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Originaltext des Gerichtsreporters Florian Fischbeck (6d)

„Der Hund von Baskerville“ bietet viele Möglichkeiten, eigene Parallelgeschichten zu verfassen, welche die Lücken in der Erzählung anhand von Nebenfiguren ausfüllt. Neu erdachte Sherlock-Holmes-Geschichten, sogenannte Pastiches, haben mittlerweile eine lange Tradition in der weltweiten Sherlock-Holmes-Fangemeinde. Die Detektive der 6d befassten sich unter anderem mit Sherlock Holmes jugendlichen Assistenten Cartwright und Doktor Mortimer, der ein Freund des verstorbenen Sir Charles gewesen ist. 

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Die Ermittlungsakten von Oberkommissarin Antonia Glasl (6d)

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Originale Fälschungen: die Dokumente aus dem Bestand von Kronanwalt Robert Wozniak (6d)

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Die Portfolios der 6d im Londoner Nebel: „…because it’s always 1895.“

Text/Photos: D. Zink