Schule als Staat

Die Projekttage am letzten Donnerstag und Freitag des Schuljahrs sahen dieses Jahr etwas anders aus: Von der SMV in Zusammenarbeit mit den Verbindungslehrern wurde die Schule als Staat ausgerufen. Dazu gehören eine eigene Währung (mit festem Wechselkurs), Regeln und Gesetze und Staatsangestellte (Polizei, Gericht), aus Pro-Kopf-Steuern finanziert.

Aus Zeitgründen gab es diesmal noch keine Legislative und keine gewählte Regierung, die in anderen Formen dieses Projekts, für das mehr Tage zur Verfügung stehen, vorgesehen sind. Aber alle Klassen aufgefordert, sich zu überlegen, was für Dienstleistungen oder Produkte sie anbieten könnten – gegen die schulinterne Währung, den Reuro (Plural: Reuronen).

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Diese eigene Währung war auch der Motor des Projekttags, möglicherweise mehr, als das mit echtem Geld der Fall gewesen wäre. Zu den Angeboten zählten natürlich Kaffee und Kuchen und Säfte und Gegrilltes in der Semmel. Aber diesmal war klarer als sonst, dass man sich auch gegen Konkurrenz behaupten und Werbung machen musste. Natürlich gab es auch Agenturen, die Werbung anboten; Lautsprecherdurchsagen und Einblendungen auf dem Beamer in der Aula konnten gekauft werden. Kunden waren die anderen Schüler, Lehrer und Eltern, die alle eingeladen waren zu kommen.

Von Anfang an gab es auch Rebellen, Aussteiger, Pläne von Falschgeld und Banküberfällen, das Aussteigen aus dem System, im Verlauf des Projekts auch Kritik an der Schüler-Polizei, die selbst bei als harmlos erachteten Verstößen (Trinken an verbotenen Orten) eingriff und die möglichen Täter vor den Richter brachte. Auch die Lehrer.

Besonders beliebt war bei denen die Autowäsche, so dass der Preis dafür im Lauf des Projekts auch stetig anstieg. Wer kein Auto besitzt, konnte sich wenigstens luxuriös die Schuhe putzen lassen:

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(Foto: Martina Brückner)

Nagelstudio:

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(Foto: Martina Brückner)

Die Polizei wachte darüber, dass alles seine Ordnung hatte:

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(Foto: Martina Brückner)