Forscherwoche in Ilmenau

phforscher

„Wie viele Ballwechsel sind während eines Tischtennisspiels physikalisch überhaupt möglich?“ Dieses und noch viele weitere spannende Themen wurden während der diesjährigen Forscherwoche in Thüringen behandelt, an der zum ersten Mal auch das Graf-Rasso-Gymnasium teilnahm. Die Forscherwoche dient dazu, besonders naturwissenschaftlich interessierten Schülern tiefere Einblicke in die Forschung zu ermöglichen. Sechs Schüler fuhren mit Herrn Dänzer und Frau Richter im November für eine Woche nach Ilmenau, um mit Teilnehmern aus vielen Bundesländern interessante Vorträge zu hören und an Praktika teilzunehmen.

Nachdem Dr. Krischok die dreißig Schüler am ersten Abend über die physikalischen Hintergründe des Tischtennisspielens informiert hatte, bekamen sie am nächsten Tag im Antennenlabor der TU Ilmenau die Möglichkeit eine eigene WLAN Antenne zu bauen. Außerdem besichtigten die Teilnehmer ein Labor mit einer Nano-Messmaschine. Mit diesem Gerät ist es möglich, auf einen Bruchteil einer Lichtwellenlänge genau zu messen. Zum Abschluss des Tages gab es einen Vortrag über die Möglichkeit Getreidespreu als erneuerbare Energie zu nutzen. Doch um dieses Projekt zu realisieren, bedarf es noch der Optimierung einiger Prozessschritte, wie des Transports der Getreidespreu, wie Professor Beneke den Schülern erzählte.

Besonders interessant waren die Angebote am nächsten Tag. Eine Gruppe erhielt eine Einführung in „Solid Works“. Mit diesem CAD-Programm konstruierten die Schüler eigene Häuser, die später von einem 3D-Drucker ausgedruckt wurden. Das von Thomas Thanner und Tom Heinrich konstruierte Haus ist derzeit in einem Schaukasten vor den Physiksälen im GRG ausgestellt. Andere Schüler bekamen eine Demonstration der „Virtual Reality“. Ausgestattet mit 3D-Brillen flogen die Schüler, begleitet von Sound aus über 200 Lautsprechern, über den virtuellen Campus der TU Ilmenau und betrachteten BMW-Modelle. Nachmittags gab es dann noch eine Vorlesung über Mathematik und Mechanik, in der unter anderem Aufgaben zur Berechnung der Tragfähigkeit einer Brücke behandelt wurden.

Am letzten Tag fanden unter anderem noch Vorträge über Computerchips und deren Herstellung aus Silizium-Wafern statt. Während der Besichtigung eines Labors bekamen die Schüler die Möglichkeit selber einen Wafer zu beschichten. Die Besichtigung des Spin-Off-Unternehmens ISLE GmbH mündete in einer angeregten Diskussion über das derzeitige Bildungssystem. Dabei wurde auch vor Studiengängen gewarnt, die einen wohlklingenden Namen wie beispielsweise „Mechatronik“ besitzen, um die Attraktivität zu erhöhen, aber nur ein reduziertes Niveau aus mehreren Studienbereichen vermitteln. Nicht nur Experten bereicherten die Forschungswoche mit ihren Beiträgen, sondern auch die Schüler selber. Sie berichteten über Projekte bei „Jugend forscht“, über Praktika oder über das Thema ihrer Seminararbeit. Geboten waren unter anderem Präsentationen zum Thema Körperimplantate, Biogasanlagen, Methoden der Archäologie oder Differenzieren mit surrealen Zahlen. Zum Abschluss der Woche gab es noch einen gemeinsamen Ausflug ins Kino oder in die Eislaufhalle.

Zusammenfassend hat die Woche sowohl Lehrern als auch Schülern sehr gefallen und neben anspruchsvollen Vorlesungen und Praktika sind hervorragende Köpfe aus sechs Schulen zu einer großen Gemeinschaft zusammengewachsen. Die nächste Forscherwoche, die dann in Oldenburg stattfindet, wird mit großer Spannung erwartet.

Carolina Hufschlag, 19.12.12