Die Welt aus einem anderen Blickwinkel

RollstuhlA

Am 13. 10. 2015 hatte eine 12-köpfige Gruppe des Q12-P-Seminars „Es ist normal, verschieden zu sein“, geleitet von Frau Meyr, die Chance, die Welt einmal aus dem Blickwinkel eines Menschen mit Behinderung zu sehen, welcher einen Rollstuhl benötigt. Dafür wurden freundlicherweise von der Firma Streifeneder acht Rollstühle zur Verfügung gestellt, mit welchen die Gruppe circa sechs Kilometer zurücklegte.

Wir starteten an der Schule und „rollten“ zunächst zum Edeka-Einkaufszentrum, dem Schulgelände direkt gegenüber.
Schon auf dem Weg dorthin wurden wir mit den ersten Schwierigkeiten konfrontiert. Neben den  hohen Bürgersteigkanten als Hindernis waren nun auch noch die Ampelzeiten zu kurz, um ohne Hetze die andere Straßenseite zu erreichen, bevor die Ampel schon wieder rot wurde.
Im Edeka-Markt fielen wir als recht große Gruppe natürlich auf, aber auch, als wir alleine in verschiedenen Gängen unterwegs waren, wurde uns große Beachtung geschenkt. Ein besonderer Moment war das Aufeinandertreffen mit einer Frau, welche tatsächlich wegen einer Behinderung im Rollstuhl saß. Sie lächelte uns zu, während sie an uns vorbeifuhr. Insgesamt haben wir den Edeka-Markt als sehr rollstuhltauglich empfunden.

Rollstuhl2

 

Anschließend rollten wir bis zum Kloster Fürstenfeld, wo wir nun eher mit Lenkschwierigkeiten auf unebenen Wegen kämpfen mussten. Den Rückweg kombinierten wir mit einem Umweg zum Caritas-Café in der Fürstenfeldbrucker Innenstadt. Hierbei behinderten uns die Stufe beim Eingang und die engen Gänge im Innenraum des Cafès . Dank der Hilfe einiger Passanten und der Mitarbeiter des Cafés schafften wir jedoch auch diese Hürde. (Allerdings hätte es auch die Möglichkeit gegeben, das Café ohne Hürde über das Caritashaus zu erreichen).

Rollstuhl1

 

Auf dem Heimweg behinderten uns nun nicht mehr mit äußere Probleme, sondern uns taten wegen des ständigen Anschiebens des Rollstuhls über Brücken, Kies und unebene Wege die Arme ziemlich weh. Alles in allem können wir uns jedoch keineswegs beschweren. Dieser Ausflug hat uns unheimlich Spaß gemacht – trotz Blasen an den Händen und Muskelkater. Wir haben am eigenen Leib erfahren, wie schön es ist, zu erleben, wieviele Menschen bereit sind, Menschen mit Behinderung zu helfen. Durch den wöchentlichen Umgang mit behinderten Menschen im Rahmen des P-Seminars in den einzelnen Gruppen und ein kleines Experiment wie dieses haben wir viele positive Erfahrungen gesammelt und sind stolz Teil dieses Projekts zu sein.

Text: Mira Zahner, Ana Ivic, Photos: P-Seminar „Es ist normal verschieden zu sein“, Red. D. Zink