Eine Zeitreise in die römische Antike und das in Fürstenfeldbruck? Ja, das geht tatsächlich und genau so ein Eintauchen in die Vergangenheit fand am 4. Mai 2026 zusammen mit den Lateinschülerinnen und -schülern der Klassen 6a und 6b bei einer Führung durch das hiesige Stadtmuseum statt.
Was, so mag man fragen, hat Fürstenfeldbruck eigentlich mit Rom zu tun? Ganz einfach: Vor mehr als 2000 Jahren gehörte unsere Gegend zur römischen Provinz Rätien mit der Provinzhauptstadt Augsburg (lat. Augusta Vindelicum). So hatte Schöngeising (lat. Ambrae), verkehrstechnisch günstig gelegen in der Nähe der Via Julia, die von Salzburg nach Augsburg führte, schon zur Römerzeit einen Übergang über die Amper. Zwei gut erhaltene hölzerne Brückenpfeiler kann man noch heute im Museum bestaunen. Ebenso kann das Modell eines römischen Bauernhofes (lat. villa rustica) bewundert werden, der in der Hasenheide gestanden haben soll und auf dessen Überreste man erst in der jüngsten Vergangenheit bei Grabungen gestoßen war. Bemerkenswert ist neben dem weißen Kalkanstrich des Bauernhauses vor allem die Brunnenanlage, die darauf hindeutet, dass man das Wasser für den täglichen Gebrauch nicht nur aus der benachbarten Amper, sondern auch aus dem Grundwasser gewann. Verschiedene Alltagsgegenstände, wie z. B. Tongefäße, Tonschalen oder Schmuck, sind außerdem anschauliche Zeugnisse vom vielfältigen Leben in der römischen Provinz Rätien.
Wie wurden in der damaligen Römerzeit wichtige Informationen festgehalten? Geschrieben wurde nicht wie heute mit Bleistift oder Tinte auf Papier, sondern mit einem Griffel auf Wachstäfelchen. Der Griffel war Schreibgerät und Radiergummi in einem, denn mit der flachen Rückseite konnte man das Geschriebene ganz schnell wieder entfernen! Dass das Schreiben auf Wachs gar nicht so einfach war, konnten die Kinder im anschließenden Experiment selbst feststellen.
Was machten römische Kinder eigentlich nach der Schule? Sicherlich vertrieben sie sich die Zeit auch mit dem einen oder anderen Spiel. Das wollten wir natürlich ebenfalls ausprobieren und so machten sich alle Sechstklässler in der Werkstatt des Museums daran, ein Rundmühlespiel aus Leder herzustellen. Gespielt wurde dieses anschließend auch ganz nach Art der Römer mit getrockneten roten und weißen Bohnen!
Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig: Ein solcher Ausflug in die römische Vergangenheit ist eine gelungene Abwechslung zum alltäglichen Unterricht!
Kathrin Then-Ikas

