Am Freitag, den 9. Oktober 2026, fand im festlich geschmückten Auditorium des Deutschen Museums in München zum 23. Mal die Superpreisverleihung des Landeswettbewerbs „Experimente antworten“ statt. Von rund 2.700 Einsendungen durften sich 53 Nachwuchsforscherinnen und –forscher auf den begehrten Superpreis freuen. Schon beim Ankommen merkte ich, dass es ein besonderer Tag werden würde. Überall waren Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und andere Gäste, die sich für Naturwissenschaften und Experimente interessieren.
Für mich war die Preisverleihung etwas ganz Besonderes, weil ich die Auszeichnung zum dritten und letzten Mal erhalten habe. Damit war die Feier nicht nur eine Preisverleihung, sondern auch der Abschluss meiner Zeit bei „Experimente antworten“. Begleitet an diesem besonderen Tag haben mich meine Eltern und meine Biologierlehrerin, Frau Rohr des GRG.
Bei „Experimente antworten“ geht es darum, selbstständig Experimente durchzuführen, naturwissenschaftliche Fragen zu untersuchen und auch mit Rückschlägen umzugehen. Manchmal muss man von vorne anfangen, um eine Lösung zu finden.
Im vergangenen Wettbewerbsjahr gab es wieder drei Runden mit unterschiedlichen Themen. Jede davon war auf ihre eigene Art interessant und stellte mich vor neue Herausforderungen.
Die erste Runde hieß „Papier ist geduldig“. Dabei beschäftigte ich mich mit den Eigenschaften von Papier. Ich führte verschiedene Experimente durch, schöpfte selbst Papier und gestaltete es anschließend kreativ. Besonders gut gefiel mir, dass ich nicht nur genau arbeiten, sondern auch eigene Ideen einbringen konnte. Meine kreative Weiterverarbeitung wurde sogar in den offiziellen Lösungsvorschlag auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultur aufgenommen. Darüber habe ich mich super gefreut, weil dadurch meine eigene Idee berücksichtigt wurde.
In der zweiten Runde ging es unter dem Titel „Keine kalten Finger“ um Wärme und Temperatur. Ich untersuchte Taschenwärmer, stellte selbst welche her und beschäftigte mich mit Schmelzpunkten, Inhaltsstoffen, Kristallisation und chemischen Reaktionen. Dabei wurde mir klar, wie interessant ganz alltägliche Dinge sein können, wenn man sie genauer untersucht.
Die dritte Runde hieß „Let there be Rock“. Hier ging es um Akustik und Schall. Ich maß zum Beispiel die genauen Längen verschiedener Tonsaiten, baute eine Lochscheibensirene und bestimmte mithilfe einer Stroboskop-App Frequenzen und Tonhöhen. Außerdem stellte ich aus Gemüse eigene Musikinstrumente her, auf denen man tatsächlich spielen konnte. Dazu baute ich noch ein kreativ gestaltetes Windspiel in einer Durtonleiter. Das war teilweise ziemlich knifflig. Am Ende musste ich aus den Instrumenten sogar noch ein kleines Lied komponieren. Die Mischung aus Messen, Tüfteln, Experimentieren und Musizieren gefiel mir an dieser Runde besonders gut.
Nachdem ich alle drei Runden erfolgreich bearbeitet hatte, erhielt ich die Einladung zur Superpreisverleihung. Darüber freute ich mich sehr und war auch ein bisschen stolz. Schließlich hatte ich das ganze Jahr über viel Zeit in die Experimente investiert, Ergebnisse ausgewertet, Protokolle geschrieben sowie Diagramme und Skizzen erstellt. Die Einladung war eine schöne Belohnung für diese Arbeit.
Die Preisverleihung wurde von Herrn Dr. Kernbach als Vertreter des Deutschen Museums eröffnet. Danach begrüßte Frau Studiendirektorin Linda Schmauß, die Leiterin des Landeswettbewerbs, die Preisträger und Gäste. Außerdem führte sie als Moderatorin durch das gesamte Programm.
Ein Höhepunkt der Feier war die Laudatio und Preisverleihung durch Herrn Ministerialrat Nico Waibel. Als die Superpreise überreicht wurden, herrschte eine festliche Stimmung. Besonders schön war für mich, dass auf einer riesigen Leinwand Ausschnitte meiner Experimente gezeigt wurden und Frau Schmauß kurz darüber erzählte. Anschließend wurde ich auf die Bühne gebeten. Als ich meine Urkunde von Herrn Waibel überreicht bekam und das rote Paket in den Händen hielt, dachte ich daran, wie viel Zeit und Arbeit ich in die drei Wettbewerbsrunden gesteckt hatte. In diesem Moment wusste ich: Die ganze Mühe hatte sich gelohnt.
Wer sich fragt, was sich in den farbigen Paketen verbirgt, dem sei so viel verraten: Von der Grundausstattung bis zum Magnetrührer ist alles dabei, was ein Jungforscher-Herz höherschlagen lässt.
Zum Abschluss der Preisverleihung gab es einen Experimentiervortrag von Studiendirektor Martin Schwab und fünf Schülerinnen vom Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen. In Form einer Show gingen sie der ultimativen Frage nach: „Hat Chemie oder Physik die spannenderen Experimente?“ Die Vorführung war sehr unterhaltsam und zeigte noch einmal, wie faszinierend Naturwissenschaften sein können.
Für die musikalische Begleitung sorgte die Combo des Pestalozzi-Gymnasiums unter der Leitung von Herrn Korbinian Bauer.
Insgesamt war die Preisverleihung für mich ein unvergesslicher Tag. Ich hatte mich schon vorher darauf gefreut, aber am Ende war es sogar noch schöner, als erwartet. Gleichzeitig war ich ein bisschen traurig, weil damit meine Zeit bei „Experimente antworten“ zu Ende ging.
Aus den vergangenen drei Jahren nehme ich nicht nur meinen dritten Superpreis, sondern auch viele Erfahrungen und Erinnerungen mit. Ich habe gelernt, selbstständig zu experimentieren, genauer hinzuschauen und bei schwierigen Aufgaben nicht so schnell aufzugeben. Außerdem hat es Spaß gemacht, andere Schülerinnen und Schüler kennenzulernen, die sich genauso für Naturwissenschaften interessieren wie ich.
Mit der Superpreisverleihung ging für mich eine spannende und erlebnisreiche Zeit zu Ende, an die ich mich sicher noch lange erinnern werde. Und wer weiß – vielleicht packt mich ja bald wieder die Experimentierlust!
Tobias Liepold, Klasse 8c



