12.10. 2007 LK Deutsch im Mainzer Gutenberg-Museum

Informationen aus der Frühzeit der Bücher: Handschriften und erste Drucke 

Trotz des Bahnstreiks am 12.Oktober 2007, der den Regionalverkehr betraf, kam der Leistungskurs Deutsch des Graf-Rasso-Gymnasiums doch rechtzeitig und sogar noch planmäßig um 12:56 Uhr am Hauptbahnhof in Mainz an.

Nachdem eine kurze Mittagspause eingelegt wurde, begab sich der Kurs, gemeinsam mit den beiden Begleitlehrkräften, zum Gutenberg-Museum. Bevor jedoch das Museum besichtigt werden konnte, standen zwei Kurzreferate von Kursteilnehmerinnen auf dem Programm, die schon vorher die wichtigsten Informationen umfassten, damit die Besichtigung des Museums mit bereits in Umrissen Bekanntem verknüpft werden konnte. 

Zunächst der Vortrag mit dem Thema „Handschriften und Drucke im Mittelalter und in früher Neuzeit“:  Die Schülerin verschaffte den Teilnehmern einen kurzen Überblick über Möglichkeiten bei der Anfertigung von Handschriften. Zuerst erläuterte sie den Vorgang des Kopierens von Büchern, dann das Diktieren von neuen Büchern, wie es bereits im Mittelalter üblich war. Das berühmteste Beispiel für ein diktiertes Buch ist das sogenannte Ambraser Heldenbuch.  Der zweite Teil des Vortrags bestand darin, über frühere Druckverfahren zu informieren. Die Referentin erläuterte zwei verschiedene Möglichkeiten: Zuerst die Variante der Holzschnitte beziehungsweise des Holztafeldrucks, welcher seit Ende des 14. Jahrhunderts üblich war. Hierbei handelte es sich um Einblattdrucke, wodurch nun die Möglichkeit der massenhaften Herstellung von Druckerzeugnissen geschaffen war. Als zweite Form entwickelte sich der Kupferstich, der seit dem 15. Jahrhundert üblich war. Texte und Bilder wurden seitenverkehrt in eine Kupferplatte eingraviert, diese dann mit Druckfarbe behandelt und gedruckt. Anfangs wurde diese Drucktechnik noch manuell, später dann mit Hilfe von Druckpressen ausgeführt. Zuletzt klärte die Schülerin dann noch über die Schreib- beziehungsweise über die Werkstoffe auf. Geschrieben wurde z.B. mit Vogelfedern und verschiedenen Arten von Tinte, bei besonders prächtigen Schriften wurde auch mit Goldtusche geschrieben(codex aureus).

 Ein weiterer Vortrag befasste sich mit dem Leben Johannes Gutenbergs und seiner Erfindung. Die Referentin gab zuerst einen kurzen Überblick über die Lebensdaten Johannes Gutenbergs (ca. 1400-1468) bevor sie genauer auf seine  Erfindung einging. Gutenberg entwickelte ein Handgießgerät, mit dem einzelne, bewegliche Lettern gegossen werden konnten und die Druckpresse, die auch Holzspindelpresse genannt wird. Das wohl bekannteste Druckwerk aus dieser Presse ist wohl die B42 eine Bibel, die in zwei Kolumnen (Spalten), 42-zeilig gedruckt wurde. Ein Original kann im Tresorraum des Museums besichtigt werden. Nach dem Druck wurden die Druckseiten noch manuell mit farbigen Initialien oder Überschriften aus Gold und Gesteinsmehlfarben verziert. Gedruckt wurde mit einem zähflüssigen und schnelltrocknendem Ruß, Harz und Leinölgemisch, welches mit einem Druckerballen gleichmäßig auf die Lettern aufgetragen wurde. Die Kollegiatin erläuterte auch noch kurz die Herstellung der Lettern. In ein hartes Metall wurde spiegelverkehrt ein Buchstabe eingeschnitten. Anschließend wurde dieses harte Metall in weicheres gedrückt und es entstand eine Gießform oder auch Matrize genannt. Gutenbergs Setzkasten bestand aus 290 verschiedenen Schriftzeichen, Abkürzungen und Ligaturen (Buchstabenkombinationen). Zum Abschluss wurde noch die Druckpresse erklärt, welche als Nachbau des Originals Gutenbergs im Museum steht. Dieser Nachbau wurde dem Gutenbergmuseum 1925 gespendet. Diese Druckpresse wird auch heute noch für Druckvorführungen verwendet.

Nun konnte der Kurs das Museum, mit seinen Schätzen, auf eigene Faust erkunden. Der Umfang der Ausstellung reicht von mittelalterlichen Drucken, über die Bibel Gutenbergs, den Hieroglyphen der Ägypter bis hin zu unserer heutigen Schrift.

Zu einer Vorführung der Druckpresse, im Anschluss an die Erkundung des Museums, traf sich der Kurs wieder. Die Leiterin der Vorführung konnte, mittels sehr guter Körpersprache, Gestik und Mimik ihren Vortrag sehr interessant gestalten.

Als Abschluss des Programms an diesem Tag referierte ein weitere Schülerin noch zum Thema „Moderne Text- und Druckgestaltung“. Mit ihrem ausführlichen Handout wurdemn Grundsätze moderner Textgestaltung deutlich. Man erfuhr anhand von Beispieln, wann welche Schriftart, Schriftgröße, Schriftschnitt, Wortabstände und Satzformen üblich sind. 

 

Text: Edigna Anderer, LK Deutsch 12

Redaktion: D. Zink