Autorenlesung am GRG: Nevfel Cumart

Am 13.11. 2007 las der türkischstämmige Lyriker und Erzählautor Nevfel Cumart vor zwei elften Klassen und dem Leistungskurs Deutsch (13. Jgst.) aus seinen Gedichten und stellte seine Position an der Schnittstelle zweier unterschiedlicher Kulturräume dar. Adrian Berger (11c) fasst seine Eindrücke zusammen.

Mit eher geringen Erwartungen ging ich in die Vorlesung des türkischen, aber seit seiner Kindheit in Deutschland lebenden Dichters Nevfel Cumart. Die allgemeine Vorstellung einer Lesung war eher langweilig und trocken, aber immerhin besser als Unterricht.

Bei dieser Darbietung hat sich bewiesen, dass Lesungen auch genau das Gegenteil sein können. Sie war lustig, unterhaltsam und sogar der sonst kaum interessierte Schüler hat aufmerksam den Gedichten, Erzählung aus Herr Cumarts Leben sowie seinen Witzen gelauscht. Wegen dieser Witze und direkte Gespräche mit den Schülern ergab sich schnell eine gute und gemütliche Atmosphäre.

Der Sinn seiner Veranstaltungen ist nicht nur seine Gedichte und Erzählung vorzulesen und somit seinen Bekanntheitsgrad zu steigern und eventuell neue Leser zu werben, sondern auch den Jugendlichen eine andere Kultur zu zeigen und über Probleme, die Ausländer in Deutschland haben, hinzuweisen. Diese werden ebenso in ausführlichster Weise in einigen seiner Gedichte angesprochen.

Die Motive seiner Gedichte fassen ein großes Themengebiet, von politischen- bis zu Liebesgedichten, die in dem Gedichtband „Schlaftrunken die Sterne – Liebesgedichte“ zu finden sind – wobei aber dennoch die meisten Ideen zu seinen Gedichten aus wahren Situationen stammen.

über die heimat II

mein vater
kehrt in die türkei zurück
er möchte nicht
in der fremde sterben
auch ich möchte nicht
in der fremde sterben
und entschließe mich
in bamberg zu bleiben

Dieses Gedicht aus dem Band „Verwandlungen“ wirkt beim ersten Lesen nicht besonders interessant, hat aber eine indirekte, hintergründige Botschaft, über die sich jeder selbst seine Gedanken und letztendlich sein eigenes Bild machen kann.

Am Ende muss man noch einmal betonen, dass es eine sehr interessante sowie unterhaltsame Vorlesung von einem der wenigen Autoren war, die in Deutschland von Bücher und Gedichte schreiben leben können. Als  „i“-Tüpfelchen verzichtete Herr Cumart auf seinen sehr geringen Anteil von 0,84 € pro Buch und verkaufte uns seine Werke für 14,00 € pro Band.

Die Lesung von Herrn Cumart wurde in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Deutsch am Viscardi-Gymnasium organisiert, mit der das GRG seit Jahren bei Autorenveranstaltungen  kooperiert. Frau Endl und Herrn Rau vom Viscardi-Gymnasium sei auch an dieser Stelle für ihr Engagement herzlich gedankt.

Text: Adrian Berger, 11c