Zeitzeuge: Max Mannheimer am GRG

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Kurz vor seinem 90. Geburtstag kommt Max Mannheimer am 21.1. 2010 ein weiteres Mal zu einem Vortrag an das Graf-Rasso-Gymnasium. Herr Mannheimer ist Überlebender der Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Dachau. Max Mannheimer ist seit 1988 Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau, des Zusammenschlusses der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers. Seit vielen Jahren ist er mit Vorträgen als Zeitzeuge an Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung tätig. Für diese unermüdliche Aufklärungsarbeit bis ins hohe Alter wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Ehrendoktorwürde der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Verfassungsmedaille.

Auch mit dem GRG ist Max Mannheimer seit langem über seine Arbeit verbunden und gehörte unter anderem auch zu den Ehrengästen bei der Einweihung des neuen Schulgebäudes zu Beginn des Schuljahrs 2008/09. Bei seinen Vorträgen geht es Herrn Mannheimer nicht um Anklage oder eine vermeintlich noch zu erreichende Gerechtigkeit, sondern vor allem um die authentische Vermittlung seiner Erfahrungen im Konzentrationslager und darüber hinaus.

Zuhörer am GRG werden die diesjährigen Schüler der 9. Jahrgangsstufe sein, die am Vortag mit dem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau eine intensive Auseinandersetzung mit dem Terrorsystem des Nationalsozialismus erfahren haben.

Wer sich für die Überlebensgeschichte Max Mannheimers interessiert, sollte sich „DER WEISSE RABE“ ansehen, einen Dokumentarfilm von Carolin Otto, der seine erste Kinoaufführung am 10.12. 2009 erfuhr. Das Filmteam begleitete Max Mannheimer unter anderem bei einem Besuch in Auschwitz, stellt seine Arbeit als Zeitzeuge vor und zeigt ihn im Gespräch mit Verwandten und Freunden. Derzeit ist der Film in ausgewählten Kinos in München und im Umland der Stadt zu sehen. Wo der Film gezeigt wird, kann man unter www.der-weisse-rabe.de erfahren.

Herr Mannheimer ist seit Ende der fünfziger Jahre auch als Künstler unter dem Namen ben jakow bekannt geworden. Zuletzt wurden seine Bilder im Rahmen einer Ausstellung in Frankfurt gezeigt. Von der Eröffnung der Ausstellung gibt es eine Videodokumentation der Friedrich-Ebert-Stiftung bei YouTube, in der ben jakow über die Motivation seiner Malerei spricht und der Betrachter einige seiner Werke kennen lernen kann.

Red: D. Zink