Nice 2011: Sonne, Kultur und Meer

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Nizza war ja von Anfang an unser  Studienfahrtstraumziel. Sollten die anderen mal ruhig durch die Felslandschaft der Dolomiten klettern und entlang der breiten Prachtstrassen von Paris promenieren. Sonne, Strand, Palmen und südliches Urlaubsfeeling: das würde sicher chillig werden!

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Erste Vorbesprechung mit den Begleitlehrern:  Wie bitte? Referatsverteilung? Nizza und die Belle Epoque?  Yves Klein und der nouveau réalisme?  Caulerpa taxifolia?  Niki de Saint Phalle- ah bon!  Pläne besorgen beim office de tourisme, Sprachführer ausarbeiten, Stadtführung planen und wichtige Sehenswürdigkeiten beschreiben….. Unterbringung zu zwölft (!) in Mehrbettzimmern, no sex, no drugs, höchsten etwas Rock n‘ Roll !  Striktes Alkoholverbot  gemäß den landesüblichen Regeln. Verpflichtung, das Informationsblatt genau durchzulesen und pünktlich (!!) unterschrieben im Fach von Frau E. abzuliefern. Ich lese außerdem: „Aus versicherungstechnischen Gründen kann das Baden nicht gestattet werden“.  Mon Dieu!  Will ich vielleicht doch lieber transalpin wandern oder den Louvre besichtigen? Ich habe eh keine Wahl. Ich unterschreibe.

Die Villa Saint Exupéry liegt  eingebettet in den Hügeln über Nizza, mit Aussicht auf’s Meer. Das heißt aber auch: langer Fußmarsch von der Tramstation „nach Hause“. Und das nachdem wir schon den ganzen Tag gelaufen sind. Place Massena, Stadtführung durch das italienisch anmutende Gassengewirr: Julia erklärt uns viel Interessantes und untermalt ihre wortreichen Ausführungen mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik. Sie erlaubt uns ein Eis in der weltberühmten Eisdiele auf der Place Rosetti zu probieren. Gustl wählt Eis mit Biergeschmack. Weiter geht’s. On y va !

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Steiler Burghügel: rauf von der einen Seite, antike Mauerreste rechts! Wo ist eigentlich der Rest der Gruppe? Gemeinsam auf der anderen  Seite wieder runter, Richtung Hafen (da wo die Fähren nach Costa…pardon.. Corsica ablegen ;-) Place Garibaldi, Vorfreude auf das Picknick am Strand. Hunger und Lust auf  regionale Spezialitäten wie pissaladière, socca oder pain bagnat oder auch einfach nur baguette mit fromage oder jambon kosten!  Was ist das? Es regnet! In Strömen. Trotzdem: keinerlei Sehnsucht nach Paris oder ins Trentino. Die Stadt ist toll, die Stimmung auch.

Cap Ferrat! Zum Leuchturm und dann weiter zur Villa Ephrussi de Rothschild und zur griechischen Villa Kerylos. Herrliche Strände, badende Franzosen. Wir wandern! Es ist heiß, der Himmel ist azurblau, die Grillen zirpen, die Pinien duften und am Horizont ziehen weiße Luxusyachten vorbei. Anfangs sind wir noch etwas wehmütig. Das Mittelmeer! Direkt vor unserer Nase! Und wir schwitzen uns den sentier du littoral entlang. Am Ende des Tages sind wir alle etwas sonnenverbrannt und müde, aber glücklich.

Monaco. Es riecht nach viel Geld, das wir nicht haben. Wir versuchen unser Glück im Casino (das dürfen die, die über 18 sind!). Slotmachines darf man auch ohne Krawatte und Anzug bedienen. Ausweis zeigen und rein. Nun ja. Wie war der Spruch? Glück in der Liebe, Pech im Spiel! Oder andersrum?

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Was das Fürstentum Monaco noch zu bieten hat? Ein wirklich interessantes Musée océanographique, den Jardin exotique mit atemberaubendem Blick über den ganzen Stadtstaat. In diesen schmalen Strassen jagen die den Kurs des Grand Prix de Monaco entlang? Mitten durch die eng an eng stehenden Hochhäuser.

Schüler G. (16)  und Schüler L. (bereits 18)  kommen mit den landesüblichen Regeln bezüglich des Alkoholkonsums in Konflikt (war nur ein Bier, aber Schüler G. halt noch minderjährig). Einige von uns erweitern ihre Englischkenntnisse während einer hitzigen Diskussion mit dem australischen gardien der Villa. Begleitlehrer F. diskutiert nicht erst lange herum. Ausgehverbot für den nächsten Abend! Obwohl Schüler G. am Vortag Begleitlehrerin E. durch seinen engagierten Vortrag über die französische Sprache sichtlich beeindruckt hat, bleibt auch sie unbeeindruckt von jammernden Wehklagen und reumütigen Entschuldigungen.  Wir sitzen am Abend tatsächlich in unserem heißen Zimmer fest, während die anderen am Strand flirten. Herr F. kontrolliert unsere Anwesenheit und überrascht uns mit einem nahrhaften Erfrischungsgetränk aus der Dose. Gespräch unter Männern. Der Abend klingt doch noch harmonisch aus.

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MAMAC (Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain): „Comment savoir si c’est de l’art?“ Schön war, dass wir uns frei bewegen durften. Schön, dass wir im Museum laut diskutieren durften, ob wir diese „Kunst“ nun als solche empfinden oder eben nicht. Viel Blau, viele Installationen, viele Fragezeichen. Danach unter eigener Regie weitere Museen erkundet: le Musée de la Photographie, le Musée Marc Chagall, le Musée Terra Amata, le Musée Matisse. Zu richtigen Museumsfanatikern sind wir auch nach der Studienfahrt nicht geworden, aber es gibt schon viel Interessantes zu entdecken.

Nizza, au revoir?

Nach dem (hoffentlich bestandenen) Abi wird es wohl die meisten von uns vorerst eher an die angesagten und kostengünstigen Mainstream-Strände Europas ziehen. Dennoch: dass wir gemeinsam unterwegs waren, gemeinsam Neues erfahren und selbst entdeckt haben, das war diese Reise – diese Studienfahrt – wert. Danke an unsere Eltern, die uns diese Fahrt finanziert haben und merci auch an unsere Lehrer für die Organisation und die fürsorgliche und verantwortungsbewusste Begleitung auf dieser Exkursion in den Süden Frankreichs.

Studienfahrt nach Nizza: LH 2270 MUC-Nice  am Montag, 4.7.2011  06h40-08h05  und  LH 2277 Nice-MUC   am Freitag,  8.7.2011  21h15-22h35

Kosten für Flug, Übernachtung/Frühstück, Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort, Zugfahrt nach Monte Carlo, incl. aller Eintrittsgelder: 360 Euro; Unterkunft: Villa Saint Exupéry Gardens (http://www.villahostels.com/gallery-en)

Teilnehmer: 25 meist interessierte und engagierte Schüler der Q11, zwei  meist ortskundige Begleitlehrer