„Urvogel“ am GRG gelandet

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Neu am GRG: Archaeopteryx – Reproduktion des „Berliner Exemplars“ 

Ein „schräger Vogel“ ist er schon, der Archaeopteryx,  oder doch nur ein flugfähiges Reptil? Ein erstes Fossil dieser Gattung der Archosaurier wurde 1861 in einem Steinbruch gefunden, dann aber längere Zeit nicht als das erkannt, was es ist: ein Bindeglied in der Entwicklung der Arten. Er weist neben typischen Merkmalen der Reptilien, wie etwa den langen Schwanz oder Zähnen auch die Eigenschaften eines Vogels auf und ist somit ein wichtiger Beweis für die Entwicklung der Vögel aus den Reptilien. Damit ist der etwa taubengroße Flugsaurier eine Bestätigung für die Theorie Charles Darwins von der Abstammung der Arten.

Der „Urvogel“, der vor etwa 150 Millionen Jahren zur Zeit des Oberjura lebte, war vermutlich nicht zum Bodenstart fähig, weil sein Knochenbau zu schwer war. Er musste also von einem höheren Ansitz aus im Gleitflug starten. Insgesamt wurden bisher erst elf Skelettteile oder ganze Skelette des Archaeopteryx als Fossilien gefunden, mehrere davon in Bayern. Auch wegen ihrer Seltenheit gehören sie zu den begehrtesten und wertvollsten Fossilien überhaupt.

Die neue Reproduktion für das GRG bildet das sogenannte „Berliner Exemplar“ ab. Es stellt nicht nur ein nahezu vollständiges Skelett dar, sondern in der (originalen) Kalkplatte blieben sogar die Abdrücke des Federkleids dieses „Urvogels“ enthalten. Der „Berliner“ Archaeopteryx wurde 1874 oder 1876 auf dem Blumenberg bei Eichstätt gefunden und später von Werner v. Siemens gekauft, der ihn der Berliner Humboldt-Universität überließ. Seit 2007 ist das Fossil im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität in einer Dauerausstellung zu sehen.  Doch auch in München befindet sich ein Fossilien-Exemplar, das sogar den den wissenschaftlichen Namen Archaeopteryx bavarica trägt. Es ist im Paläontologischen Museum in München zu besichtigen (Luisenstraße, Zugang über das Geographische Institut, Eintritt frei).   

Photo und Text: D. Zink