Ein Jahr in Amerika – Halbzeit

Ein Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bedeutet ein Jahr mit komplett anderen und neuen Möglichkeiten. In diesem Jahr lebe ich mit einer indischen Gastfamilie mit einem gleichaltrigen Bruder und einer um einige Jahre älteren Schwester. Mit ihnen lebe, esse ich (vorwiegend indisch), gehe ich sonntags in ihre indisch-orthodoxe Kirche und besuche befreundete Familien. Das hat mir bis jetzt meistens sehr gut gefallen und auch andere Facetten zu meinem Leben in hinzugefügt, was andere Austauschschüler und mein Leben in Deutschland betrifft.

Zur Schule gehe ich in die Novi High School in Novi, Michigan – ja es gibt auch kreativere Namen!. Der Schulalltag unterscheidet sich doch sehr von dem im Rasso-Gymnasium. Ich habe zum Beispiel jeden Tag die gleichen sechs Fächer, allerdings ändert sich für mich zum Halbjahr die Hälfte. Außerdem ist die ganze Schulzeit in der High School und Middle School im Kurssystem, das heißt, dass ich den ganzen Tag mit immer wieder anderen Schülern im Unterricht zusammen bin. Außerdem hat das den großen Vorteil, dass ich wirklich vor allem Fächer habe, die ich auch mag. Im Moment habe ich English, US History, Debate, Calculus (entspricht ungefähr der Mathematik in der 11. Klasse), Finance und Team Sports.

Was ich persönlich für die größte Schülerschikane halte, sind Lehrerzimmer anstelle von Klassenzimmern. Das andauernde zwischen den Zimmern Herumgehetze geht mir doch ziemlich auf die Nerven, vor allem weil man immer nur exakt sechs Minuten Zeit hat und die Schule doch recht groß ist und ich zwischen ein paar Stunden auch zu meinem Schließfach gehe, damit ich nicht mehrere 1000 Seiten starke Schulbücher mit mir herumtragen muss.

Und ja, die Vermutung, dass die Schule dort sehr einfach ist, zumindest verglichen mit einem bayerischem Gymnasium, ist nicht so falsch. Die durchschnittliche Schwierigkeit der Tests ist wirklich sehr niedrig, wenn man aber weniger als 60% richtig hat, ist das eine „Nicht-bestanden“-Note. Auf der anderen Seite kann ein Schüler, wenn er außerordentlich gut ist, Kurse für Fortgeschrittene besuchen und am Ende der Schulzeit mindestens genauso viel wissen, wie ein Abiturient in Bayern.

Auch sehr von Vorteil sind die verschiedenen Möglichkeiten den Nachmittag in der Schule zu verbringen, so kann man in jeder Jahreszeit unterschiedlichen Sportarten nachgehen oder in Clubs gehen, zum Beispiel in den Debate Club, den Spanish Club oder den Book Club. Ich bin im German Club, Model United Nations, wo Diskussionen in der UN nachgestellt werden und im Ping Pong Club. Außerdem spiele ich zur Zeit im Bowling Team der Schule. Ich trainiere dreimal die Woche und habe normaler Weise zweimal die Woche Matches gegen andere Schulen, was auf alle Fälle ein großer Spaß ist.

In der nächsten Woche habe ich meine Semesterarbeiten und danach bekommen ich einen Haufen neue Fächer, wie „Newspaper“, „Contemporary Relationships“ und Physical Education Foundations. Hoffentlich werden diese Fächer genauso gut oder sogar besser sein wie meine jetzigen.

Ich hoffe, dass ihr auch alle noch ein schönes Schuljahr habt und freue mich euch in einem halben wiederzusehen.

Moritz Höchtl