Ein märchenhaftes Projekt

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Es war einmal – obwohl, es ist noch gar nicht so lange her und die Schülerinnen und Schüler lernen immer noch fleißig – ein Deutschkurs in der Qualifikationsphase, der sich mit der Epoche der Romantik auseinandersetzte. Dabei befasste er sich auch mit dem Märchen als Teil der Volksdichtung, wie es der große Herrscher im Lande, der Lehrplan, forderte. Doch dieser Kurs war motiviert, interessiert und scheute nicht vor zusätzlichen Mühen zurück. Also dachten die Kursteilnehmer an die neuesten und jüngsten Bewohner in ihrem Reich, die sich ebenfalls mit Aufgaben des Herrschers befassen mussten. Auch diese schauten aufmerksam in ihr Lehrwerk und sollten Märchen kennenlernen. Doch aus Erfahrung wussten die erfahrenen und wackeren Recken, dass das Lehrwerk dafür trocken und langweilig sein konnte.
„Lasst uns diesen Schülerinnen und Schülern hinter den sieben Gängen, im siebten Klassenzimmern helfen!“, riefen sie voll Tatendrang. Und so erinnerten sie sich, dass ein alter Lehrmeister ihnen beigebracht hatte, dass Märchen zumeist verschiedene Funktionsträger und Funktionen haben, die immer ähnlich sind. „Das soll die Grundlage für ein Spiel sein, mit dem den neuen Mitstreitern in diesem Lande geholfen wird!“ Gesagt, getan. In Windeseile bauten sie in liebevoller und detaillierter Arbeit Spiele, welche sie per Eilboten in das siebte Klassenzimmer hinter den sieben Gängen schickten. Und siehe da, sie selbst hatten durch diesen Akt neue Erkenntnisse für ihren Kampf um das Abitur gewonnen, die sie sogleich in der Auseinandersetzung mit dem Werk „Das Marmorbild“ von Joseph von Eichendorff verwenden konnten.

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Aber die jungen Recken im siebten Klassenzimmer befassten sich aufmerksam mit den Spielen, die sie voller Begeisterung aufgebaut und bewundert hatten. Eifrig spielten sie nach den vorgegebenen Regeln und sammelten so eigene Ideen für Märchen. „Lasst uns die Federn spitzen und mit der Magie dieser Spiele wird es uns gelingen, Geschichten zu schreiben und Bilder zu malen, die den Herrscher nicht nur zufrieden, sondern sogar glücklich stimmen werden!“ Beinahe hätte die Tinte für all die schönen Märchen und Bilder nicht ausgereicht, denn die Wörter und Farben fanden fast von alleine den Weg aufs Papier. Gegenseitig trugen sie sich ihre Geschichten vor, betrachteten ihre Zeichnungen und beschlossen, die schönsten mit den tollen Spielen auszustellen.
Als der Herrscher eines Tages diese Ausstellung sah, brummte er zufrieden, lächelte sogar und wusste, dass hier in diesem Teil seines Königsreiches nicht nur seinen Aufgaben Genüge getan wird, sondern sich auch erfahrene und noch lernende Recken gegenseitig unterstützen.
So verwundert es nicht, dass bis zum heutigen Tag diese Ausstellung besucht werden kann.

Florian Mairhofer