Zwischen Simpsons und Saturday Night Live Weltpolitik erklären

Normalerweise ist Dr. Markus Hünemörder zwar Dozent an der LMU, manchmal allerdings reist er im Auftrag der Stiftung Bayerisches Amerikahaus an Schulen, um dort über Geschichte oder Politik mit Bezug zu den USA zu reden. So auch am 26.1., als er für die 11. und 12. Klassen den Vortrag „USA Update“ gehalten hat, in dem er einen tieferen Einblick in den Konkurrenzkampf der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen gab.

Der Vortrag begann mit einer Rekapitulation der beiden Amtszeiten Obamas und der Analyse seiner momentanen Lage, eingeschränkt durch die starken Republikaner und aus dem Licht der großen Medien verdrängt, weil im Vordergrund einige Kandidaten öffentlichkeitswirksam dafür werben, der nächste Herr im (weißen) Haus zu werden. Als Abschluss der Obamathematik durfte sich der Präsident in einem Mitschnitt des White House Correspondents’ Dinner, einer wichtigen Versammlung der Demokraten mit humoristischem Grundgedanken, selbst persiflieren, was im Schülerpublikum auf der einen Seite zu Erheiterung führte, allerdings auch verdeutlichte, welche Rolle gezielter Medieneinsatz in der Öffentlichkeitsarbeit eines Politikers spielt.

Im nächsten Schritt wurde das System der Grassroots Democracy erklärt, welches sich von unserem politischen System merklich unterscheidet. Daran anschließend verglich Dr. Hünemörder die beiden großen, relevanten Parteien, also Republikaner und Demokraten, und erläuterte, wie diese sich jeweils für ihren Präsidentschaftskandidaten entscheiden.

Näheres zum Ablauf der Wahlvorbereitung gab es mit einem Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten und deren fortlaufende Personalisierung auf einzelne Wähler bzw. möglicherweise unentschiedene Wähler, welche mit einem individuellen Informationsprogramm und Auswertung ihrer digitaler Daten in die eigene Partei gezogen werden sollen.

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Eine zwar übertriebene Darstellung einer solchen medialen Manipulation stellten die Simpsons zur Verfügung, was dem Publikum deutlich vor Augen führt, dass Kandidatenwerbung weniger auf rationaler Erklärung, sondern mehr auf schamloser Selbstdarstellung basiert.

Diese Erkenntnis leitet hervorragend zu den Bewerbern der Republikaner über, unter welchen natürlich Donald Trump erwähnt werden muss. Nach einem ausführlichen Überblick über ihn und die anderen Republikaner stellt Dr. Hünemörder auch Hillary Clinton sowie ihre Mitstreiter unter den Demokraten vor.

Den Abschluss des Vortrags bildet ein Ausblick auf die mögliche Stimmenverteilung über die Bundesstaaten hinweg, wobei das Fazit deutlich pro Demokraten gezogen wird.

Obwohl der Vortrag komplett auf Englisch gehalten wurde, konnte der Inhalt an fast alle Zuschauer gut vermittelt werden und bot ein detaillierteres Wissen zu den tatsächlichen Vorgängen in den USA. Die Präsentation kann unter http://www.amerikahaus.de/veranstaltungen/ eingesehen werden.

(Niklas Knüpling, 10d)