Auf den Spuren der „Woodwalkers“

Die Bestsellerautorin Katja Brandis war im Rahmen der Kulturwoche zu Gast am Graf-Rasso-Gymnasium und entführte die 5. und 6. Klassen in die geheimnisvolle Welt der Gestaltwandler. 

Doch nicht nur die Lesung verschiedener Auszüge aus ihrem Werk „Woodwalkers“ bestimmte das Programm, sondern auch viele persönliche Anekdoten der Autorin. So erzählte die Schriftstellerin den Jugendlichen zu Beginn, wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen ist. „Es waren verpfuschte Osterferien“, sagte Brandis. „Ich zeltete mit meinen Eltern, und es regnete tagelang. Ich hatte alle meine Bücher gelesen. Dann nahm ich den Schreibblock und Stift zur Hand und schrieb meine erste eigene Geschichte.“ Damals war sie elf und bis zur ersten Veröffentlichung sollte es noch 15 Jahre dauern. Der Einzug in die Bestsellerlisten gelang ihr dann erstmals mit ihrer Romanreihe „Woodwalkers“.

Das Konzept basiert auf Ihren eigenen Interessen. „Ich reise gerne und ich liebe Tiere“, verriet sie den Zuhörern.
Auf einer Ferienreise in den Yellowstone National Park beim Beobachten der wilden Tiere entstand so auch die Idee zu dieser Reihe: Was wäre, wenn diese Tiere viel mehr wären, als das, was wir sehen?

Der Protagonist Carag in „Woodwalkers“ ist ein Gestaltwandler. Halb Mensch, halb Berglöwe ist er als Berglöwe in den Rocky Mountains aufgewachsen und lebt erst seit Kurzem als Mensch in der Menschenwelt. Das neue Leben ist für ihn so fremd wie faszinierend. Doch erst als Carag von der Clearwater High erfährt, einem geheimen Internat für Woodwalker wie ihn, verspürt er ein Gefühl von Heimat. Dort findet er schnell Freunde. Und die kann Carag gut gebrauchen – denn die Welt der Woodwalker steckt voller Rätsel und Gefahren…

Während der Lesung gelang es Brandis mühelos, in die Rollen ihrer jugendlichen Protagonisten zu schlüpfen. Kein Wunder, wie sich später herausstellte, schließlich präsentierte sie nur Szenen mit ihren Lieblingsprotagonisten, wie sie selbst lachend zugab. Um die faszinierende Landschaft und die beeindruckenden Tiere Ihres Romans für die Schüler greifbar zu machen, zeigte sie Reisefotografien, ergänzte diese durch persönliche Erlebnisse und auch ein Stück Bisonfell durfte ertastet werden.

So verwunderte es nicht, dass 200 Schüler ihr eine Stunde lang konzentriert lauschten.

Die Begeisterung der Schüler zeigte sich eindrucksvoll im Anschluss an die Lesung. Das von Brandis durchgeführte Quiz bereitete den Schülern kaum Schwierigkeiten und auch die vielen Fragen an die Autorin waren Hinweise dafür.
Am deutlichsten ließ sich das Interesse jedoch an der schier nicht endend wollenden Schlange an Schülern zeigen, die auf ein Autogramm von Brandis hofften und selbstverständlich nicht enttäuscht wurden.

Brandis gelangen bei dieser Lesung mit Leichtigkeit und ihrer Natürlichkeit zwei Dinge: Sie hat nicht nur ihre Fangemeinde vergrößert, sondern sicherlich etliche Schüler für das Schreiben eigener Werke begeistert. „Ein Volltreffer, diese Lesung“, wie ein begeisterter Schüler bemerkte und ein eifriges Kopfnicken der anwesenden Lehrer hervorrief.