Wasserpritscheln im Dienste der Wissenschaft

Fragt man – wie heute üblich – Google, was man sich unter einem Ökosystem vorzustellen hat, kommt als erster Treffer lapidar: „ein natürlicher Lebensraum mit Lebewesen“. Klingt zuerst einmal ziemlich einfach. In Wahrheit ist das Ganze aber ein deutlich komplexeres Thema! Aus diesem Grund war es auch nur allzu verständlich, dass die meisten Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen keine konkrete Vorstellung von dem Begriff hatten. Rege Beteiligung entstand allerdings sofort bei der Frage, weshalb keiner von ihnen Angst vor einem Haiangriff in Emmeringer Baggerweiher oder Pucher Meer habe. Und davon ausgehend entwickelte sich im Unterrichtsgespräch schnell die Erkenntnis, dass viele Faktoren wie beispielsweise Licht, Sauerstoffgehalt, Nahrungsangebot, Salzgehalt, Feindvorkommen oder Versteckmöglichkeiten über das Vorkommen verschiedener Arten in einem Lebensraum entscheiden. Geboren war die schülereigene Vorstellung von einem Ökosystem.

Die Biologie als „Lehre des Lebens“ wäre aber natürlich nichts, ohne das Leben auch live zu untersuchen. Aus diesem Grund machte sich die Klasse 6a am gestrigen Montag mit einem Gewässer-Untersuchungskoffer auf, zum nahe gelegenen Krebsenbach. Dort sollten Einflussfaktoren auf das Fließgewässer real untersucht werden. Mit selbst gebauten Schiffchen wurde so die Fließgeschwindigkeit ermittelt, der pH-Wert untersucht und mit Sieben und Keschern nach Kleinstlebewesen gesucht. Seltene Exemplare wie Köcherfliegenlarven wurden von wenigen gesichtet, jedoch alle Schülerinnen und Schüler fanden zahlreiche Flohkrebse. Ob der Krebsenbach daher seinen Namen hat? Dazu hatte Google leider nichts zu sagen.

(Nina Ostermeier)

Flohkrebs im Lupenbecher