Mikrowellen-Autoklav bereichert Schülerlabor

Arbeitet man mit Mikroorganismen, wie beispielsweise mit Bakterien, ist eines der obersten Gebote absolute Reinheit. Das liegt nicht nur daran, dass man eine Vermehrung unerwünschter, eventuell sogar krankmachender Bakterien gerne vermeiden möchte, sondern auch daran, dass Bakterien einfach überall sind: auf unserer Haut, auf jeder Ablage auf jedem nicht desinfizierten Gegenstand. Und manche Bakterien überstehen sogar die Behandlung mit Alkohol.

Hier kommt nun der Autoklav ins Spiel: die Wissenschaft hat herausgefunden, dass eine Behandlung von Bakterien mit 121 °C und einem Druck von 1 bar über einen Zeitraum von 20 Minuten zu ihrem Tod führt. Möchte man also sicher gehen, dass der benutze Gegenstand vollkommen keimfrei ist (beispielsweise bei Operations-Besteck), wird dieser im Vorfeld autoklaviert und so alle Bakterien abgetötet. In der Schule nutzt man dieses Verfahren zur Herstellung von keimfreien Nährböden (Agarplatten) oder zur Behandlung von Arbeitsmaterialien in der Molekularbiologie.

Durch eine großzügige Spende der Sparkassen-Stiftung konnte die Schule nun einen Autoklaven erwerben, der nicht nur die Arbeitszeit beim Autoklavieren auf ein Zehntel verkürzt, sondern auch das Gefahrenpotenzial herkömmlicher Autoklaven (Verbrühungsgefahr durch Dampfaustritt, …) auf Null reduziert. Während die Lehrkraft bisher zeitaufwändig Agarplatten vor dem Unterricht herstellen musste, können nun die Schüler*innen selbst die Nährböden gießen und somit den kompletten Prozess bei der Anzucht von Bakterien miterleben. Damit ist anschaulicher, praxisorientierter, lebensnaher Unterricht erfreulicherweise wieder ein Stück leichter geworden.

(Nina Ostermeier)

Mikrowellen-Autoclav
Agar-Platte