„Hört ihr die Regenwürmer husten?“…

…. so beginnt das bekannte Kinderlied von Markus Becker.

Obwohl sicherlich jeder den Regenwurm kennt, hat ihn vermutlich – trotz des Kinderliedes – noch nie jemand husten gehört. „Gehört“ haben ihn aber nun zumindest die Schüler*innen der Klasse 8c. In der Biologiestunde konnten die sehr aktiven Würmer in 2er-Teams vorsichtig auf ihr Verhalten und ihre Eigenschaften hin untersucht werden. Besonders auffällig war dabei, wie schnell und auf welche Art sich die Würmer fortbewegten. Manch einer war erstaunt, wie schnell sein persönlicher Regenwurm ausgebüxt war.

Die besondere Fortbewegung ermöglichen zwei Muskelschichten (Ring- und Längsmuskeln) die direkt unter der Haut des Regenwurms liegen. Zusätzlich besitzt der Wurm auf der Bauchseite Borsten, die ihm ähnlich wie Steigeisen das Stemmen in den Untergrund ermöglichen und damit ein Zurückrutschen verhindern. Setzt man den Regenwurm auf eine raue Unterlage, beispielsweise ein Löschpapier, machen die Borsten bei der Bewegung kratzende Geräusche die man hören kann.

Am Ausbüxen kann man den regen Wurm (daher übrigens auch der Name „Regenwurm“) hindern, indem man um ihn einen Kreis aus stark verdünntem Essigwasser zieht. Säure liebt der Wurm überhaupt nicht, weil sie die Schleimschicht auf seiner Haut zerstört, und hält sich tunlichst davon fern. Lautes Klatschen hingegen stört den Regenwurm überhaupt nicht: er ist taub.

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https://www.youtube.com/watch?v=WKpU__009go

Was wohl die wenigsten wissen: der Regenwurm gehört zu den im Verhältnis zu ihrer Körpergröße stärksten Tieren der Welt! Er kann das 50- bis 60-fache seines eigenen Körpergewichts stemmen.  Diese Kraft benötigt er für seine wichtigste Aufgabe: das Erdreich umzupflügen. Er lebt in unterirdischen Gängen, die er sich selbst gräbt und befördert in diese abgestorbene Blätter und Pflanzenreste, die er dann mit Hilfe von Pilzen und Bakterien verdaut. Täglich frisst er ca. die Hälfte seines Körpergewichts. Den unverdaulichen Rest scheidet er wieder aus und erzeugt dabei die beste Erde, die man sich vorstellen kann. Glücklich sein kann also jeder, der viele Regenwürmer in seinem Garten hat.

Wer die Anzahl der Würmer in seinem Blumenbeet selbst erhöhen will, darf aber NICHT (wie es eine noch häufig verbreitete Meinung ist) zur Schere greifen!!!! Ein zerschnittener Wurm lebt nur selten weiter. Während das Hinterende immer abstirbt (da man logischerweise ohne Mund nicht fressen kann), regeneriert sich das Vorderende in manchen Fällen zwar, meistens führt die große Wunde aber zu so starken Infektionen durch Bakterien, dass auch dieses abstirbt.

Unsere 12 Versuchswürmer überwintern übrigens in der Biologiesammlung. Dort haben wir sie in einen Beobachtungskasten mit Erde, Sand und Laub gesetzt und werden ab sofort regelmäßig überprüfen, ob sie ihrem Namen alle Ehre machen: als reger Wurm den Boden zu durchpflügen.

(Nina Ostermeier)

Befüllen des Beobachtungskastens
Die Regenwürmer ziehen in ihr neues Zuhause ein
Nach einer Woche haben sich die Würmer Gänge gegraben und die Erde durchmischt