Biologie-Unterricht in Zeiten von Corona

Biologie, die „Lehre vom Leben“: eine Naturwissenschaft, die sich im Unterricht durch Lebensbezug und Experimente auszeichnet.

Die Experimente dienen zum einen natürlich dem Nachweis (oder auch dem Widerlegen) wagemutig formulierter Hypothesen. Zum anderen werden sie aber auch genutzt, um Dinge, die sich im Bereich der kleinsten Teilchen abspielen und damit unseren Augen verborgen bleiben, besser verständlich zu machen. Vielfach bedient sich die Lehrperson auch Modellen, also vereinfachten Abbildungen der Wirklichkeit.

Nun stellte sich ganz aktuell im Kurs 1b2 die Frage, wie man SchülerInnen eine Biomembran, gewissermaßen die „Hülle einer Zelle“, so anschaulich und interessant wie möglich präsentiert, obwohl sie gerade mal 6 nm dick ist, also im Schnitt ca. 50 mal dünner als ein menschliches Haar.

Der Grundbau war schnell erledigt: die wesentlichen Bestandteile, Eiweiße und Fette, können über chemische Nachweisreaktionen leicht ermittelt werden. Aber wie sind diese Bestandteile angeordnet, so dass die Biomembran die Vielzahl ihrer Aufgaben wie beispielsweise Transport von Stoffen in die Zelle und aus der Zelle heraus, Kommunikation und Zusammenhalt perfekt erfüllen kann?

Schon ohne Covid-19 stellt die Wissensvermittlung in solchen Themenbereichen eine gewisse Herausforderung dar. Aber jetzt dann auch noch mit Mundschutz, ohne Kontaminierung gemeinsam berührter Gegenstände und unter Einhaltung aller sonstigen Hygienebestimmungen einen erfolgreichen Unterricht realisieren?

Ein sehr netter, aufgeschlossener Biologie-Kurs und etwas Kreativität, sowie die Plünderung eines Süßigkeiten-Regals im Supermarkt brachten am Ende den gewünschten Erfolg: den modellhaften Nachbau einer funktionierenden Biomembran.

Besorgen von Baumaterial für die Biomembran
Biomembran mit Transportkanälen
Einfache Schemazeichnung einer Biomembran
Von Schülern gebautes Modell einer Biomembran

Der Preis für das „gesunde Schulfrühstück“ ging an diesem Schultag sicherlich nicht an unseren Kurs, aber zumindest bleibt (bei der Lehrkraft) die Hoffnung, dass mit reichlich energetischer Unterstützung (= Zuckerzufuhr) und Anschaulichkeit die Inhalte einen Weg in die Tiefen des Gehirns der SchülerInnen gefunden haben.

Nina Ostermeier