Müsli-to-go? Kein Problem mit DIESEM Junior-Unternehmen am GRG

In jedem Jahr gibt es das P-Seminar „Junior-Unternehmen“. Im Rahmen des Zeitraums müssen die Teilnehmer dabei ein eigenes Produkt entwickeln, das dann auch veröffentlicht und verkauft wird. In den vergangenen Jahren gab es bereits eine Saft-Schorle oder den Grgum. Das diesjährige Projekt ist ein Müsli-to-go – praktisch und lecker zugleich. Das Müsli ist ab dem 22.12.2020 bis zum 11.01.2021 beim AEZ Buchenau erhältlich.

Um dieses Projekt genauer vorzustellen, hat die Schülerzeitung SGRABBLE ein Interview mit der Marketing-Leiterin des Unternehmens, Yasmin Stiebens, ein Interview geführt.

Wie seid ihr auf die Idee eines Müslis gekommen?

Also wir hatten am Anfang natürlich mehrere Ideen und die mit dem Müsli kam uns mehr durch Zufall. Wir hatten überlegt, was man jeden Tag isst, was kommt gut bei den Leuten an und Müsli ist zwar sehr simpel, aber wir haben die Idee dann ausgebaut. Wir wollten was Besonderes daraus machen und sind dann ziemlich schnell zu dieser kreativen Idee gekommen, dass man schaut, alles für das Müsli schon zusammen zu haben und einen To-Go-Becher für das Müsli entwickelt. Dabei haben wir sogar festgestellt, dass das vorher noch nie jemand gemacht hat.

Welchen Namen trägt das Müsli und warum gerade das?

Unser Müsli heißt „Quicksly“. Das ist eine Neuschöpfung, bei der wir ein bisschen mit englischen Wörtern gespielt. Das „quick“ haben wir dann verwendet und verändert. Wir dachten, dass das unser Produkt auch am besten zusammenfasst, da man es ja schnell mit zur Arbeit nehmen kann.

Was muss man denn alles machen und beachten, wenn man so ein eigenes Produkt entwickelt?

Das Gute war natürlich, dass wir sehr viele Richtlinien von „Junior“ hatten, die uns dabei geholfen haben, das Ganze auf den Markt zu bringen. Das Wichtigste war für uns am Anfang hierbei, genug Startkapital zu sammeln. Das haben wir auch erfolgreich gemeistert.

Das Problem war natürlich die ganze Zeit, ob es diese Idee schon gibt und wir irgendwas versehentlich kopieren. Wir mussten hier alles immer abklären, z.B., ob es unseren Namen schon gibt. Aber wie gesagt, da hat uns „Junior“ wirklich weiter geholfen.

Wie lief das denn mir der Arbeitsteilung?

Die Arbeitsteilung lief bei uns tatsächlich sehr gut. Um mal einen kleinen Einblick in unser Unternehmen zu geben: Wir hatten verschiedene Kategorien, für jede davon jeweils einen Chef und einen Leiter für das gesamte Projekt. Ich persönlich bin die Chefin der Marketing-Gruppe. Wir haben aber bspw. Auch die Kategorie „Produktgruppe“ und einen Pressesprecher. Und dann haben wir eben die anderen Leute, die in diesen Gruppen zusammen arbeiten. Das Wichtigste ist da natürlich der Austausch miteinander. Das ist eigentlich schon die Teilung, der Rest wird in den jeweiligen Gruppen intern besprochen.

Wer sponsert bzw. finanziert euer Projekt?

Bei „Junior“ gibt es da eine klare Regel: Man muss am Anfang Anteilsscheine verkaufen. Das haben wir jetzt schon fertig abgeschlossen, aber ich sage trotzdem nochmal, wie das funktioniert: Wir hatten eine begrenzte Anzahl dieser Scheine und mussten nicht alle verkaufen, da es davon abhängt, wie wertvoll wir unsere Aktien machen wollen. Das Ganze läuft dann wie ein Aktiengeschäft. Man kann pro Person aber nur einen Anteilsschein kaufen, der jeweils 10€ gekostet hat. Jeder von uns hat sich da dann einen gekauft und ggf. z.B. an einen Lehrer weiter verkauft. Jetzt hat jeder seinen Anteil und bekommt neben seinem Einsatz auch den entsprechenden Gewinn wieder.

Was war aus eurer Sicht die schwierigste Aufgabe?

Für uns persönlich war das größte Problem natürlich neben den durch Corona entstandenen Komplikationen das, eine eigene Verpackung zu entwerfen. Dadurch, dass so ein Produkt nämlich noch nie auf dem Markt war, mussten wir das komplett selbst machen. Gavin, der dafür verantwortlich war, hat dabei aus den von uns vorgegebenen Maßen letztendlich den passenden Karton hergestellt. Das war die für ihn persönlich schwerste Aufgabe.

Welche Einschränkungen bzw. Verzögerungen gab es durch Corona?

Corona hat uns einen kompletten Strich durch die Rechnung gemacht, weil wir komplett umschalten mussten. Wir haben sonst zur normalen Seminar-Zeit am Dienstag diskutiert, was aber natürlich völlig weggefallen ist. Wir hatten dadurch ziemliche Probleme – klar war es eine große Umstellung, per Video miteinander zu reden, aber auch was die Produzenten angeht, hat sich einiges verschoben. Ebenso hatten wir Verzögerungen mit dem Verkauf der Anteilsscheine. Wir haben das trotzdem hinbekommen und wissen auch damit umzugehen, wenn ein zweiter Lockdown kommt, aber es war gerade anfangs recht schwierig.

Wo, wann und wie lange wird euer Müsli erhältlich sein?

Das „Wie lange?“ kann ich natürlich nicht sagen. Das hängt primär davon ab, wie viele Leute es kaufen. Ich glaube aber, dass es sehr gut ankommen wird. Außerdem hängt es davon ab, wie oft wir „Quicksly“ nach produzieren. Also spätestens, wenn wir im Januar unser Unternehmen offiziell abmelden, entscheidet sich das.

Ansonsten: Ab wann? Das ist natürlich auch so eine Frage. Die Produktion hat nach den Herbstferien angefangen, also das Zusammen Basteln der Kartons und diese abzuschicken. Dann muss man sich natürlich auch fragen, wann die Supermärkte etwas haben wollen und mit dem Verkauf beginnen.

Und wo? Man wird es wahrscheinlich tatsächlich hier in der Mensa kaufen können, aber auch beim Nahkauf in Emmering und im Edeka. Weitere potenzielle Anbieter werden sich dann wahrscheinlich noch bei uns melden, aber das lässt sich jetzt noch nicht sagen.

Welche Einblicke in die Arbeit eines Unternehmens konntet ihr gewinnen?

Die Einblicke waren vor allem in den Anrufen, die wir tätigen mussten, zu spüren. Wir mussten hierbei Kontakt zu den Produzenten und den Supermärkten aufnehmen. Am Anfang waren wir uns super unsicher, auch wenn wir natürlich wussten, wie das in der Theorie geht. Aber das wird mit der Zeit immer leichter. Und so haben wir auch diesen Einblick ins Berufsleben bekommen. Klar, wir sind Schüler und wir haben dieses gut vermarktbare Produkt, aber man merkt doch, dass die Supermärkte eben nicht auf einen angewiesen sind. Man muss das Produkt zu 100% vermarkten können, da der Supermarkt schon sein Sortiment hat. Das hat uns also sehr geholfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man so etwas gut vermarktet.

Was würdet ihr angehenden Unternehmen mit auf den Weg geben?

Also ich würde sagen: Wenn man aus eigenen Fehlern jetzt schon lernen könnte, wir haben die Zeit einfach völlig falsch eingeschätzt. Wir haben uns immer verschätzt, wenn wir uns dachten „Jetzt fangen wir an zu produzieren“. Wir dachten, dass noch bis zum Ende der Sommerferien zu managen. Aber es verschiebt sich eben doch noch alles und deshalb würde ich an angehende Unternehmer weitergeben, hier deutlich mehr Zeit einzuplanen. Wir haben uns da nämlich echt überschätzt.

Was würdest du sagen hat euer Team besonders gemacht?

Ich glaube vor allem die Kreativität, vor allem am Anfang. Denn auf so eine Idee kommt man eben nicht so leicht, denn der Name ist eben einfach sehr kreativ. Wir werden jetzt auch ziemlich lustige Werbevideos machen, da werdet ihr also noch einiges zu sehen bekommen. Und dann würde ich einfach noch unser ganzes Produktdesign nennen. Es ist einfach diese Konstellation, dass wir uns auch in dem Design künstlerisch und auch kreativ ausleben konnten. Das macht uns eben besonders.

Das Interview führte Noèl Wörle (Q12), Teil der Chefredaktion von SGRABBLE.