Ein Ausflug in die Stratosphäre

In 3½ Stunden in die Stratosphäre und zurück – das hat der Stratosphärenballon oder auch Wetterballon genannt, den Felix Wolf im Rahmen des W-Seminars gestartet hat, geschafft.

Am 03.07.21 um 6 Uhr morgens begannen die letzten Vorbereitungen am Flugplatz Mainbullau in Unterfranken bei strahlendem Sonnenschein. Geringe Bewölkung war eine der Voraussetzungen, die das Luftamt Nordbayern als Auflage gesetzt hatte. Neben der Anwesenheit das Flugleiters und der Benachrichtigung an die zur fraglichen Zeit in diesem Bereich fliegenden Piloten gab es zahlreiche weitere Punkte, die vorab geregelt werden mussten.

Schon Monate vorher begannen daher die Vorbereitungen, wie z.B. Einholen von Genehmigungen beim Grundstücksbesitzer, der Gemeinde, dem Luftamt, sowie die Sponsorenfindung. Dankenswerterweise haben die Wilhelm Stemmer Stiftung aus München, Gase-Schweißtechnik Fuchs aus Maisach, die Sparkasse Fürstenfeldbruck und Walz Anhängerverleih aus Fürstenfeldbruck dieses Projekt mit ihren Geld- und Sachspenden ermöglicht.

Der Bau des Stratosphärenballons und der Styroporsonde, die die Kameras, den Datenlogger und die GPS-Geräte trägt, beanspruchten ebenfalls viel Planungs-, Test- und Bauzeit. Insgesamt hat die Vorbereitung der Sonde rund 8 Wochen gedauert.

Die Nutzlast, bestehend aus Sonde, Fallschirm und Schnüren, hatte eine Masse von 1150g. Um 8:26 Uhr war der Ballon mit der genau berechneten Helium-Menge gefüllt. Sein Auftrieb ohne Nutzlast wurde am Startplatz mittels einer Gepäckwaage mit 2380g bestimmt. Nachdem der Ballon in den strahlend blauen Himmel entlassen wurde, stieg er in 144 Minuten mit konstanter Vertikalgeschwindigkeit bis zu einer maximalen Flughöhe von 38,7km, wo die Ballonhülle schließlich wegen der Volumenzunahme auf das 55-fache vor schwarzem Himmel eindrucksvoll platzte. Im Vergleich zum Bodenluftdruck von 966hPa betrug der Atmosphärendruck dort nur noch 4,6hPa bei einer Temperatur von +9°C. Die kälteste Außentemperatur lag übrigens mit -19°C in 10,3km Höhe. Nach dem Zerplatzen des Ballons fiel die Sonde zunächst mit 266km/h in Richtung Erdoberfläche, bis sie der Fallschirm in dichterer Atmosphäre auf die Landegeschwindigkeit von 15km/h abgebremst hatte und sie nach 61 Minuten unversehrt gelandet ist. Horizontal erreichte die Sonde eine Geschwindigkeit von max. 145 km/h und legte insgesamt eine Strecke von 172km zurück.

Mittels eines satellitengestützten GPS-Trackers konnte die Flugbahn über weite Teile live verfolgt und der Ballon am Landeort auf einem einfach zugänglichen Werksparkplatz mühelos geortet werden.