Studienfahrt nach Auschwitz (P-Seminar Geschichte Q12)

Das P-Seminar Geschichte „Auf den Spuren von Max Mannheimer“ hat sich über ein verlängertes Wochenende im Oktober mit dem Nachtzug in die Polnische Kleinstadt Auschwitz aufgemacht. Nach dem Besuch des Grabes von Max Mannheimer und der Gedenkstätte in Dachau war dies ein logischer Schritt, bedenkt man, dass hier fast seine gesamte Familie von den Nationalsozialisten ermordet worden ist.

Die 4-stündige Führung durch das Stammlager Auschwitz war bereits eine Herausforderung an sich. Die Lagerbegrenzungen, der Todesblock mit der schwarzen Wand, an welcher die Erschießungen stattfanden, die Baracken, in welchen die letzten Überreste der Besitztümer der Häftlinge ausgestellt sind und das Krematorium mit Gaskammer, stumme Zeugen der Nazi-Verbrechen. Wer den riesigen Raum mit Menschenhaaren gesehen hat, die unter anderem zu Decken verarbeitet worden sind, kann sich nicht mehr vorstellen, dass es Menschen gibt, die den Holocaust leugnen.

Vom Stammlager Auschwitz I wurden wir per Shuttle nach Auschwitz II, nach Birkenau, gebracht. Hier, in dem zentral liegenden größten der Vernichtungslager wurden die meisten Juden in Polen Opfer des NS-Rassenwahns. Hier kamen die Häftlinge damals mit dem Zug an, auf Gleisen die ins Nichts führten. Wir standen an der Rampe, an der sie von SS-Ärzten entweder in die Gaskammer oder zur Vernichtung durch Arbeit geschickt wurden, standen an dem Ort, an dem die Häftlinge von Menschen „zu Nummern gemacht wurden“ wie es unsere Führerin ausdrückte, standen an den Ruinen der Krematorien und Gaskammern. Die Zustände in Birkenau waren noch schlimmer als im Stammlager, und so auch die Gefühle nach der Führung in uns. Die schiere Größe des Lagers macht sprachlos. Vor allem, wenn man das eben Gesehene mit dem Schicksal von Max Mannheimer und seiner Familie verknüpft, wie wir es tun.

Diese zwei Tage machen uns noch bewusster wie wichtig es ist, die Erinnerung an diese unmenschlichen Verbrechen zu bewahren, vor alle jetzt, wo es immer weniger Zeitzeugen gibt. In Erinnerung daran und mit dem Ziel dazu beizutragen, dass sich derartig Ungeheuerliches nicht wiederholt, werden wir auf dem Schulgelände einen Gedenkstein zu Ehren von Max Mannheimer aufstellen, um seinem Aufruf zu folgen:

Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.

(Artikel von Martin Weißenberger)